Österliches Potpourri

Ja ich weiß, die eckigen Möhren hatten wir hier schonmal, letztes Jahr war das. Stört hoffentlich niemanden.

Die Vorosterwoche war hier in Sachsen vom Wetter her einfach traumhaft. Ich hatte Urlaub und mir entsprechend ne ellenlange to-do Liste geschrieben, die ich diszipliniert abarbeiten wollte. Die Ferien beginnen erst ne Woche später, also hätte ich von Montag bis Donnerstag jeweils Zeit, bis die Gartenzwerge aus Schule und Kita heimkommen. Da geht richtig was.

Theoretisch. Konjunktiv und so.

Und praktisch? Praktisch haben sich die Gartenzwerge ne fiese Erkältung eingefangen (Coronatest immer negativ, also nix wirklich Schlimmes), sodass ich die to-do Liste knüllen konnte und mit den Kids zuhause blieb. Mit den Kids zuhause bleiben ist auch schön, versteht mich nicht falsch (von den Erkältungen mal abgesehen). Es wird halt weniger fertsch. Kein Beinbruch, und ein bisschen was konnte ich trotzdem abhaken, wenn auch fast alles davon kleinere, unwichtigere Punkte auf der brummschen Liste waren. So what.

Mittwoch 13.4. – thun’scher Fruchttag, Pflanzzeit.

Diverse Gurken, Physalisse, Zucchini und Kürbisse. Gegen jede Vernunft probiere ich den Atlantic Giant aus. Wem das nix sagt: Der Name ist Programm, das sind diese Wettbewerbskürbisse, die man nur noch per Kran und auf ner Europalette transportieren kann. Ich werd‘ nen Teufel tun und die so verhätscheln wie die Profis – was will ich mit solchen Riesen-Oschies? Aber neugierig bin ich irgendwie schon, wie die sich unter normalen Gartenbedingungen machen.

Aus jeder Samentüte wurden 4 Stück gesät. Sollte reichen. Die Samen kommen diesmal nicht erst in Quickpotplatten, denn Kürbis und Co. mögen es nicht, umgetopft zu werden. Also gleich in etwas größere Gefäße, die hoffentlich bis zum Auspflanzen nach den Eisheiligen ausreichen werden:

Irgendwo in diesem Bild ist ein Gärtner-Lifehack versteckt…

Seht ihr die kleine Dose, die in der größeren steht? Das ist ein veritabler Lifehack. Ja, ehrlich! Passt auf: Die Anzuchterde ist ja ziemlich locker*, also muss die ordentlich und gleichmäßig angedrückt werden. Das geht am besten und schnellsten – und man behält die Hände einigermaßen sauber – wenn man ne kleinere Dose nimmt und die Erde damit runterdrückt. Genial, oder? Dankt mir später. (c;

* gesiebter Kompost, gemischt mit Kokossubstrat

Die Kürbisse kommen allerdings in größere Töpfe. Eigentlich wollte ich die größeren Töpfe dann den Topfhalterwichteln* überantworten und die ans Wohnzimmerfenster stellen….

* Diese Wichtel suchen übrigens noch ein Zuhause. Wer einen (oder mehrere) adoptieren will, melde sich gern bei mir.

…hab dann aber festgestellt, dass auf diese Art zuviel wertvoller Fensterbrettplatz verloren geht. Also die kleinen Kerlchen wieder weg gepackt und die Töpfe so dicht wie möglich aufs Fensterbrett gestellt:

Aber Daniel, was ist denn das schon wieder für ne neue Pflanzen-LED, die da von der Decke bammelt? Hast du immer noch nicht genug von diesen Dingern?

Verstehe die Frage nicht. Also den zweiten Teil jetzt. Genug Pflanzlichter, hä? (c;

Elektrogärtnern, die Erste:

Aber ernsthaft, ihr habt gut aufgepasst, das ist tatsächlich ein neues Modell, bei Aliexpress bestellt und ganz frisch eingetroffen. Hab ich am 3.4. bestellt, 2 Stück für je 39€. Zehn Tage später kam das Paket an, und heute (15.4.) kosten die schon 44,40€. Lesson learned: Es lohnt sich, die Preise ne Weile lang zu bebachten.

Das Modell ist Lüfterlos, das Licht warmweiß – beides wichtige Kriterien für mich, wenn die ins Wohnzimmer soll. Die Verarbeitung sieht solide aus, wobei ich das Elektrische natürlich nicht beurteilen kann.

In der Speisekammer hängen derweil die lila Lichter, mit und ohne Lüfter. Den Tomaten gefällt’s – die wachsen dieses Jahr absolut ideal: Schön langsam und überhaupt nicht gagelig.

Man sieht deutlich die verschiedenen Saattermine.

Hier die zweite Hälfte der Großen, genauso schön käftig. So optimal hat das bei mir bisher noch nie geklappt. In der Speisekammer sind knapp 20°C, da wachsen die schön langsam. Und durch das reichliche Lichtangebot wird das Vergeilen verhindert. Klar, dafür hab ich Stromkosten… Aber das nehme ich inzwischen in Kauf.

Im Vergleich dazu mal die wilden Tomaten, die spontan in der Anzuchterde gekeimt waren, in der ich am 25.12. den ersten Schwung Paprika und Chili gesät hatte:

Die standen zwar auch unter nem Pflanzlicht und ich dachte, die hätten ausreichend Licht, aber halt nicht in der kühlen Speisekammer, sondern im Hausanschlussraum. Da sind so um die 22°C – also nichtmal 5°C mehr. Und das reicht, um die so schießen zu lassen. Wahnsinn, was solche kleinen Unterschiede ausmachen!

Der Vollständigkeit halber noch ein Blick auf die Gemüsezwiebeln (Sorte Ailsa Craig). Ihr wisst schon, die die ich vor ca. drei Wochen rausgepflanzt und mir dann von der Sonne verbrutzeln ließ. Wir sprachen darüber. Ich hatte ja keinen Platz mehr im Beet und hab deshalb noch 2 Quickpots mit denen gefüllt. Und was soll ich sagen, die entwickeln sich gar nicht übel. Zumindest sind sie schon deutlich kräftiger, obenrum.

In der kleinen Schale abgedeckten am rechten Bildrand ist übrigens der nächste Schwung Salat. Die Sorte Pirat diesmal, weil Baquieu eher ein Wintersalat ist. Der keimt sehr schnell, schon nach 2 Tagen sieht man da was. Mal sehn wann der ins Beet kommt, oder wohin auch immer. Mal sehn.

…und sonst so?

Spaß im Gartenhaus

Das Gartenhaus hat ein kleines Upgrade bekommen, innen:

Ich hatte noch 5 Einsätze aus einer alten Gefriertruhe übrig, die hab ich jetzt an die Wand zwischen zwei Balken gehängt. Mal sehn was dort reinkommt. Leer bleiben werden die Körbe sicher nicht.

Elektrogärtnern, die Zweite:

Oh, und noch ne Ergänzung zum Thema Pflanzlicht: Ich hab mir ein paar Pflanzlicht COB’s bestellt, für’n schmalen Taler.

COB steht für Chip on Board, und was das im LED-Kontxt bedeutet, könnt ihr bspw. hier, hier und hier nachlesen. Die Kurzfassung: Das sind ultrakompakte LED-Chips, bei denen das „Netzteil“ schon drauf ist. Man lötet also direkt den 220V Stromanschluss ran. Und muss für ne ordentliche Wärmeabfuhr sorgen. Ich hab ne ganze Kiste voller alter PC-Kühlkörper, ebenso Lüfter und passende Netzteile. Ich hab je ein COB-Modell mit 30W, 50W und 90W geordert (die „grow light“ Versionen), um die Leistungsunterschiede auszutesten. Wie ihr seht, gibt’s die Dinger für’n Appel und’n Ei. Bin gespannt ob das ne Fehlinvestition sein wird oder nicht.

Was ich damit überhaupt will? Pflanzlichter mit höherem Dekofaktor bauen – also solche, die man sich gern ins Wohnzimmer stellt, weil sie richtig gut aussehen. Mal sehn wann ich dazu komme. Ideen hab ich genug. (c:

Feuerholz-Jenga, oder: Pädagogisch wertvolle Kinderarbeit. Oder so.

Zum Schluss noch ein Tipp für die Kinderbeschäftigung: Wenn ihr mal Anfeuerholz hackt, das noch trocknen muss – lasst die Kinder Türme damit bauen. Ihr glaubt nicht, mit welchen, öhm… Feuereifer die Gartenzwerge das gestapelt haben. Natürlich wurde es ein Wettbewerb, wer den Höchsten baut – mit hochdramatisch engem Ausgang. Am Ende war’s ein Unentschieden, damit keiner heult. Die Türme stehen jetzt unterm Dachvorsprung, da kann es ruhig mal regnen. Mal sehn wie lange die brauchen, bis sie trocken sind.

Damit sind wir am Potpourri-Ende angekommen. Wurde auch Zeit, mir gehen nämlich die blog-baren brummschen Banalitäten aus. Schöne Ostern, y’all!

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