Zucchinichips selbermachen

Zucchinischwemme!

Allein das Wort lässt viele Gärtner zusammenzucken.

Ich hab ja dazugelernt und dieses Jahr nur noch eine Zucchini gepflanzt. Dass die dann aber ausreicht, um uns zu überschwemmen… damit hatte ich nicht gerechnet.

Hier, guckt mal, dieser Klopper ist in ca. 5 Tagen von fast null auf irgendwas zwischen 1,5 und 2 kg gewachsen. Ja, ich hab vergessen zu wiegen…

Und sobald man die jeweils Größte abgeschnitten hat, steckt die Pflanze alle ihre Energie in die nächstgrößere Frucht. Immerhin wird so immer nur eine Zucchini erntereif und nich etwa lange Zeit nüscht und dann fümpf solche Klopper auf einmal.

Kitchen knife for scale. Foto von Samstag Vormittag, mal sehn wie das Sonntag Abend aussieht…

Anfang der Woche hatte ich schonmal eine geerntet. Nicht weil wir die brauchten, sondern einfach damit die nicht weiter wächst. Das war die rechte im Bild, die wog 1,2 kg:

Heute Vormittag hab ich endlich mal Zeit genug, um Zucchinichips zu machen. Ich will gleich ein paar verschiedene Gewürzmischungen ausprobieren, muss sich ja lohnen.

Vorbereitungen

Aber vorher erstmal Dörrothea abchecken, ob die nach der Winterpause überhaupt noch will. Wäre ja doof wenn ich alle 10 Bleche belegt hätte…und dann ginge die Gute nicht an.

Unsere Dörrothea: Die BDA-15 von Beeketal.

Aber Entwarnung, Dörrothea läuft zuverlässig wie immer. Rechts oben hinter ihr seht ihr einen Energieverbrauchsmesser: Ich will nämlich wissen, wieviel kWh so eine Ladung Chips verbraucht. Und das nächste Mal stelle ich sie ins Gartenhaus, wenn’s da drin so richtig schön heiß ist. Mal sehn ob der Temperatursensor (ich vermute mal Dörrothea hat sowas eingebaut) der Heizspirale sagt, dass sie sich etwas zurückhalten kann. Die verbraucht nämlich wesentlich mehr Energie als der Ventilator, vermute ich.

Na gut, jetzt wo das geklärt ist, erstmal ab in die Küche!

Ich hatte mir ein paar Rezepte zum Würzen von Zucchinichips angeguckt, da gibt’s ja haufenweise VariantenDas hier will ich bspw. irgendwann mal ausprobieren, ist mir aber heute zu aufwändig. Direkt kopiert hab ich keines, ich wollte nur so ein Bauchgefühl entwickeln, in welche Richtungen die Zusammensetzungen gehen und dann einfach improvisieren. Also erstmal ein paar Grundzutaten zusammengesammelt:

Von links nach rechts:

  • selbstgemachte Knobipaste (Rezept hier)
  • Knobisalz (kleingeschnittener Knobi + Salz auf’s Backblech, im Ofen trocknen und dann mörsern)
  • Limetten-Chili-Salz (höllescharf, aber furchtbar lecker!)
  • Sojasoße (Shoyu Art von Alnatura)
  • Knobipulver
  • getrocknete Zwiebelflocken
  • Magic Dust, ein dry rub für’s BBQ (googelt da mal, davon gibts viele verschienene Varianten)
  • Geräuchertes Paprikapulver (vom Achterhof)
  • Cajun-Gewürz (nicht auf dem Foto, Details dazu weiter unten)
  • brauner Muscovadozucker von kamelur (nicht im Bild, mein Lieblingszucker mit leichtem Anisaroma)

Die Zucchini hab ich mit der Küchenreibe in ca. 2mm dünne Scheiben gerieben. 3mm wären besser gewesen fü die Stabilität, aber das gab die Mandoline nicht her.

1. Süß-sauer mit Chili-Limette

Die erste Soße / Marinade:

  • 2 EL Zwiebelflocken
  • 3 Prisen Chili-Limetten-Salz
  • 3 Prisen Knobipulver
  • 2 EL Soyasoße
  • 1 EL brauner Muscovadozucker

Lesson learned: Die Zucchinischeiben lassen gaaanz schlecht würzen, wenn das Würz-Zeuch nass bzw. ölig ist! Das dauert ewig, bis man da ne ausreichende Menge auf soner Scheibe hat, und man muss die festen Bestandteile quasi händisch da drauf kleben. Die nächsten Male spare ich mir die Mühe und nehme nur noch trockene Varianten zum Würzen.

…aber lecker sieht’s trotzdem aus, und schmecken tut’s auch gut!

2. Die Südstaaten-Variante: Immer noch süß-sauer, aber schärfer

Die zweite Variante wird mit einer Cajun-Gewürzmischung aufgepeppt:

  • 1 EL geräuchertes Paprikapulver
  • 3 EL Soyasoße
  • 3 EL Zwiebelflocken
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Cajun-Gewürzmischung

Das Cajun Spice war ein Geschenk meines Bruders, das ist recht scharf und wird wegen der beiden Gartenzwerge so gut wie nie verwendet. Ich mache trotzdem etwas davon ran, weil a) hauptsächlich ich die Chips vertilgen werde und b) es ohne eine gewisse Schärfe langweilig schmeckt.

Auch hier wieder: Es dauert ewig, bis man genügend dieser Gewürzpaste an den Scheiben hat!

Ich hab jetzt genug von diesen feuchten Würzmischungen, das dauert schlicht zu lang – ich hab zwar den Vormittag Zeit, aber irgendwann musste ja auch mal fertsch werden!

3. Magic Dust

Also machen wir weiter mit Magic Dust. Weil das ne trockene Gewürzmischung ist, kann man die Zucchinischeiben sehr schön und vor allem schnell darin „panieren“.

…so, kurze Zeit später sind alle zehn Etagen voll – Dörrothea kann loslegen! (c:

Reichlich dausend Watt braucht Dörrothea. Einstellungen: 40°C (ich will Rohkostqualiät, daher nicht wärmer) und den Timer auf 24 Stunden. Vermutlich brauchen die Chips nur ca. 12 Stunden, aber ich kann ja eher abschalten.

Tatsächlich, ein paar Stunden später hab ich nochmal nachgeguckt: Dörrotheo zieht gerade nur noch etwas über 20 Watt. Aber mal sehn wie’s am Ende der Dörr-Session aussieht.

Ungefähr 10 Stunden später, also am späten Abend, hab ich Dörrothea in den Feierabend geschickt. Alles trocken, wenn auch nicht knusprig. Vermutlich kommen die morgen nochmal in den Backofen zum Aufknuspern. Energieverbrauch: 2,7 kWh. Bin gespannt wieviel Strom das Dörren braucht, wenn ich das demnächst mal im auufgeheizten Gartenhaus mache…

…oh, und: Erste Kostproben ergaben: Superlecker. (c:

Update Sonntag 3.7.2022

Nach der großen Dürre

…bzw. Dörre, aber wir wollen nicht kleinlich sein. Alle drei Marinaden sind sehr lecker, ich habe nach dem ersten Kosten noch keinen Favoriten. Abgesehen davon, dass der trockene Magic Dust wesentlich einfacher und schneller im Handling ist.

Was so’n Dörrgerät leider nicht kann, sind knackige Endprodukte: Die Chips sind zwar alle schön trocken, aber immer noch gummiartig labberig. Da knuspert nüscht. Also kommen die nochmal für ne Weile in den Backofen. Das eilt jetzt aber nicht, ich will den Ofen nicht extra dafür anmachen. Wir stellen unseren Essensplan so um, dass es morgen Abend was aus dem Backofen gibt und ich nutze die Restwärme für’s Aufknuspern der Chips.

Hier die fertigen drei Sorten.

Nr. 1: Süß-sauer mit Chili-Limette

Nr. 2: Die Südstaaten-Variante: Immer noch süß-sauer, aber schärfer

Nr. 3: Magic Dust

Ja ich weiß: Schön aussehen tun die alle nich so direkt… Aber das ist mir sowas von wurscht. Der Geschmack ist famos, ich finde alle drei total lecker.

Die Chips klebten arg an den Gittern und ließen sich nur sehr mühevoll abmachen – ich habe bestimmt 45 Minuten für die 10 Gitter gebraucht und muss die dann noch einweichen, damit ich die Reste runtergeschrubbt bekomme. Beim nächsten Mal muss ich die Chips definitiv dicker schneiden, damit die nicht wieder so leicht zerreißen… Interessanterweise gingen die Chips mit den „feuchten“ Marinaden etwas besser ab, ich vermute das liegt am Öl bzw. generell an der Feuchtigkeit… Allerdings sind diese feuchten Marinadan von ganz oben einmal durchgetropft, d.h. ich hab ein versaubeuteltes Bodenblech:

Aber das ist schnell eingeweicht und suabergeschrubbt.

2 responses to “Zucchinichips selbermachen”

  1. Antje sagt:

    Einfach noch länger dörren, irgendwann kleben sie auch nicht mehr an und sind auch knusprig…wenn auch nur direkt danach. Paar Stunden später wieder knautschig, klar, das Salz zieht die Feuchtigkeit aus der Luft wieder an. Da wird der Backofen auch nichts anderes ergeben …wie Chips eintüten und jederzeit verfügbar haben is nich…aber egal, lecker allemal!

    • Der Brumme sagt:

      Ich könnte sie – theoretisch – versuchsweise vakuumieren, das würde sie vermutlich zumindest länger haltbar machen. Aber knackig bleiben sie damit wohl auch nicht. Also ist das keine Konservierungsmethode, die sich skalieren lässt. Na gut… dann muss ich die eben alle zeitnah wegfuttern. Kein Ding, bekomme ich hin. (c:

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