Sonnenblumen

Da ich weniger der Blumentyp bin, gibts für mich an Blüte-Tagen meist wenig zu säen und zu pflanzen. Tagetes und Ringelblumen sind schon in der Erde, ansonsten gibt’s wenig, um die juckenden Finger zu beruhigen.

Aber.

Sonnenblumen hatte ich bisher noch nicht gesät, also kamen die vor einer Woche dran. Sonnenblumen mag ich, die sind toll! In die bin ich inzwischen richtig vernarrt, ganz gegen meine sonstige Blumenignoranz.

2018 hatte der große Gartenzwerg auf seinem Kinderbeet einen wahren Giganten stehen. Zwar nur mit einer einzigen Blüte, aber die war dafür ca. 30cm im Durchmesser, vielleicht auch mehr. Als sie zu welken begann, haben wir von dieser Blüte einen Abdruck aus Silikon gemacht und ich hab aus transparentem Epoxidharz eine Kopie gegossen. Die ist jetzt quasi unsterblich, wiegt ca. 2kg… und harrt auf Weiterverarbeitung. Das wird mal eine schöne Gartenskulptur: Hintergrundbeleuchtet mit LEDs, die irgendwie solarbetrieben werden sollen. Für Stiel und Blätter hab ich noch keine Idee, also liegt das Projektchen auf Eis.

Von dieser Riesensonnenblume haben wir natürlich Samen genommen, und ich bin gespannt wie Bolle, ob einige dieser Nachkommen wieder so groß werden. Der Gartenzwerg natürlich auch – war ja seine! Eine befreundete Gärtnerin hatte 2020 von diesem Riesen Samen bekommen und die im Garten verteilt. Das Ergebnis: Giganten von mindestens drei Metern! Der Gartenzwerg-Gigant brachte es auf stolze 2m, immerhin.

Ich könnte mich in den Allerwertesten beißen, dass ich kein Foto des Giganten finde. Dabei könnte ich schwören, dass ich die geknipst hatte! Ich knipse doch sonst auch alles was nicht bei drei hinterm Busch ist. Und dann knipse ich eben den Busch…

Aber 2020 gab’s da noch die Hydra, die war ähnlich imposant und eignet sich mindestens genauso gut zum Angeben! (c:

Die Vorgeschichte:

Ich hatte Anfang 2020 drei schmale Hochbeete gebaut, die dann aber spontan für ein Jahr an meinen Bruder vermacht. Weil er auch mal gärtnern wollte, aber keine Zeit zum Beetbau hatte. Aus Zeitgründen blieb ein Beet unbepflanzt, aber nicht lange leer: Eine einzelne Sonnenblume hatte sich dort angesät. Die hatte dann ein ganzes Beet für sich allein und man konnte gar nicht übersehen, wie sehr ihr das gefiel!

Sie wuchs.

Und wuchste.

Und dann wuchstete sie noch ein bisschen weiter. Das Bild hier ist von Mitte Oktober:

Jawoll, das ist genau EINE Sonnenblume. Wahnsinn, oder? Man denkt direkt an eine Hydra – nur dass der hier wohl schon mehrfach wieder sieben Köpfe nachgewachsen sind! Dagegen kann sich das Gewüchs aus dem kleinen Horrorladen verstecken, würd ich sagen. (c:

Also hab ich am 6. Mai (Thun’scher Blüte-Tag) in meinen Saatgutkisten gekramt und eine Vorzuchtschale gedrittelt:

Links: Sonnenblumen von einer befreudneten Gärtnerin, die mir die Samen als Überraschungs-Bonus in den Saatgut-Tauschbrief gewichtelt hatte. Liebe Grüße an Melanie S. an dieser Stelle! (c:

Mitte: Riesensonnenblumen vom großen Gartenzwerg

Rechts: Eine kleinwüchisge Sorte von Bingenheimer (mein Einstieg in die wunderbare Welt der Sonnenblumen)

Fast forward: Genau eine Woche später (13.5. – also heute) passiert ordentlich was!

Die standen jetzt ne Woche lang im Wohnzimmer, weil’s da noch ein bisschen wärmer ist als in der Vorzuchtstation a.k.a. Speisekammer, und ich ihnen zum Keimen lieber noch ein paar Grad mehr gönnen wollte. Hauptsächlich aber standen die hier, damit wir sie täglich im Auge haben und ich den Gartenzwergen die Entwicklung zeigen konnte. Keimende Pflanzen wecken zuverlässig bei Kindern Interesse und Begeisterung, sind ideal um bei den Kleinen den Grünen Daumen zu fördern. Aber das muss ich vermutlich nicht extra erwähnen.

Wie ihr seht, hätte ich die schon ein paar Tage eher heller (und kühler, aber hauptsächlich wohl heller) stellen sollen, denn die sind ziemlich vergeilt! Na egal, besser spät als nie. Also ab unter die LEDs:

Jetzt bin ich mal gespannt, wie sich das Licht auswirkt. Man sieht ja gut, dass die ein völlig unterschiedliches Keimverhalten haben: Die von Melanie sind deutlich schneller gekeimt und haben 2-3 Tage Vorsprung. Könnte übrigens auch daran liegen, dass Melanie’s Samen ein Jahr jünger sind als meine.

Die Giganten in der Mitte und die von Bingenheimer kommen jetzt erst aus der Erde, und wenn die von Anfang an reichlich Licht bekommen und etwas kühler stehen, können wir ab jetzt beobachten, wie sich das auswirkt. Klar, ein sauberes Experiment ist das nicht, denn das sind ja alles unterscheidliche Sorten. Interessant wird’s hoffentlich trotzdem! (c:

Ich werde aller paar Tage ein Update anfügen, damit sich das nicht auf mehrere Beiträge zersplittert.

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