Gartenrundgang Ende Juni / Anfang Juli

Die Anzuchtphase ist vorbei, The Big Rauspflanzening ebenfalls. Jetzt ist für ne Weile Durchschnaufen angesagt. Aber nicht lange, denn Schnecken und Kartoffelkäfer stehen schon in den Starlöchern. Gerade explodiert alles im Garten, es ist wiedermal absolut unglaublich, welches Tempo manche Pflanzen an den Tag legen!

Hier ein paar Highlights der letzten Wochen. Ich hab bestimmt noch einges vergessen, das füge ich dann später unten an. Aber auch so, nur mit den Bildern der letzten Woche, gibt es schon jede Menge zu zeigen auf das ich stolz bin. Gärtnern fetzt eben! (c:

Endlich wieder Johannisbeeren! (c:

Letzte Woche hat die Erbeerernte begonnen. Die ersten zwei Dutzend gingennatürlich an die Gartenzwerge, aber mittlerweile kann ich bestätigen, dass der 2021er Jahrgang ein sehr guter ist, trotz kaltem Mai und verregnetem Juni.

Aber ich liebe Johannisbeeren noch mehr als Erdbeeren. Weil die schön sauer sind und ein bisschen auch, weil sie wesentlich weniger Arbeit machen. Und dieses Jahr tragen die so richtig gut!

Sehrt ihr das Stachelbeerbäumchen? Nein?
Ihr würdet es hinter den weißen Johannisbeeren sehen, wenn es sich nicht vor lauter Stachelbeeren so tief runtergebeugt hätte.

Dieses Jahr scheint generell ein gutes Beerenjahr zu sein. Die Stachelbeerbäumchen sind sogar so voll, dass sie sich gefährlich umbiegen:

Das sieht auf dem Foto gefährlicher aus als es ist: Das Bäumchen kam damals schon angeknickst bei uns an, ist dann aber glücklicherweise wieder stabil verwachsen – nur eben recht krumm.

Die Gartenzwerge jedenfalls sind begeistert. Vor allem Zwerg Zwei, der meine Vorliebe für’s Saure geerbt hat, ist mit Eifer dabei.

Die Arme sind geraaadeso lang genug.

…so, und jetzt haben wir fast schon wieder ein Verwertungsproblem: Zum Naschen zu viel, für Marmelade zu wenig. Irgendwas ist immer! (c;

Aus der großen Schüssel haben wir mit Joghurt im Mixer ein leckeres Eis gemacht – Problem gelöst. (c:

Kartoffelblüten und Kartoffelkäfer

Neben Schnecken setzen meinen Knollen vor allem die Kartoffelkäfer zu. Es sind deutlich weniger Krabbler als Schleimer, aber ich weiß aus Erfahrung, dass erstere bei fortgesetztem Ignorieren zu unerwarteter und explosionsartiger Vermehrung neigen. Deshalb bin ich da genauso hinterher wie bei den Schnecken. Ich sammle also fleißig alle Kartoffelkäfer ab, finde aber natürlich nie alle. Bisher hab ich auch nur zwei oder drei Gelege entdeckt, und ein paar hatte ich scheinbar auch schon vor Längerem übersehen, denn ich hab gestern die ersten Larven entdeckt:

Die hier sind schon älter und zwischen 5 und 10mm lang. Ich hatte aber auch kleinere gefunden, die erst ca. 3mm groß waren.

Da die Gelege IMMER auf der Blattunterseite sind, müsste man theoretisch täglich ALLE Blätter umdrehen – leider vollkommen unrealistisch. Mir ist gestern was aufgefallen, das das Aufspüren der Gelege deutlich erleichert: Verräterische, charakteristische Flecken auf der Blattoberseite.

Achtet mal auf solche Flecken , denn darunter finden sich die Gelege!

Ebenfalls im Bild: Des Autors Daumen. Nur echt mit schwarzem Trauerrand.

Wenn man das Gelege vorsichtig zerdrückt, bleiben die Blätter relativ unbeschadet. Wobei die Kartoffelnpflanzen es locker verkraften, wenn mal einzelne Blätter entfernt werden. Die wachsen ja wie blöde! Hier, ein Bild von Ende Mai:

Die brummsche Kartoffelpyramide. Bauleitung hier.

…und jetzt ein Bild von gestern, ca. 5 Wochen später:

Irgendwo in diesem Bild ist eine Kartoffelpyramide versteckt.

Wahnsinn, oder? Noch welkt kein Laub, dann wäre die Ernte dran. Das wird sicher auch noch ne Weile dauern, denn aktuell blühen die Kartoffeln noch. Aus den Blühten werden manchmal (nicht immer) kleine, runde Früchte. Die sehen ein bisschen wie Tomaten aus, bleiben aber grün sind zwar generell nicht essbar- aber aus deren Samen kann man Kartoffeln ebenfalls vermehren. Das Landei hat ein Video dazu, falls es euch interessiert.

Überhaupt, die Kartoffelblüten! Ich bin ja eher nich so der Blumenfan – wenn ich was anbaue, muss es bei mir entweder essbar sein, heilen oder würzen. Wegen „nur schön aussehen“ was anbauen? Nope!

Jedenfalls war das so, bis die Sonnenblumen kamen. Seitdem ändert sich meine Einstellung jedes Jahr ein bisschen…

Dieses Jahr hab ich mich zu sieben (sieben! In Worten: Sieben! Zahlen: Auch 7!) Sorten Kartoffeln hinreißen lassen. Diese fiesen Probierpakete! Alle Sortenbeschreibungen dermaßen interessant, da konnte ich nicht widerstehen. Glücklicherweise hab ich die auch geraaadeso untergebracht im diesjährigen Beetplan, aber das war ein ganz schöner Krampf. Dafür gibt’s dieses Jahr keine Zucchini und nur eine Kürbispflanze. Wie gesagt: Irgendwas ist immer.

Lange Rede, kurzer Sinn: Hier ein paar Kartoffelblütenbilder, frisch aus der brummschen Dunkelkammer. Nicht alle der sieben Sorten blühen gerade, also nicht wundern wenn’s weniger sind.

Sorte Nemo

La Ratte – unsere absolute Lieblingssorte. Dieses Jahr besonders blühfreudig:

Angeblich sagen die Franzosen, es gäbe nur zwei Kartoffelsorten: La Ratte und die Anderen. Kann ich verstehen! Ich bin ja nun absolut kein Kartoffelgourmet (gewesen), aber nach dem ersten Biss in die La Ratte war’s um mich geschehen. Seitdem – vor zwei Jahren war das – müssen die Ratten jedes Jahr irgendwo hin. Ohne geht’s nicht mehr. Leider sind die nicht sehr ertragreich, das ist das einzigige Haar in der (Kartoffel-)Suppe.

Nochmal La Ratte, aus der Nähe diesmal.

Sorte Linda

Die Weinberger Schloßkipferl sollen so ähnlich wie die bekannteren Bamberger Hörnchen sein. Die hatten wir vor ein paar Jahren schonmal. Waren ganz OK, hatten uns aber nicht direkt vom Hocker gerissen. Nicht so wie La Ratte. Mal sehn ob die Kipferl da besser sind.

Sorte Weinberger Schloßkipferl

Und schlußendlich noch Violetta:

Sorte Violetta

Ich freu mich vor allem deshalb über die Blüten, weil ich damit nächstes Jahr mehrere Sorten einmal traditionell und parallel über die Aussaat vermehre könnte. Noch ist das nicht sicher, – das wäre ein recht platzintensives Experiment mit ungewissem Nutzwert – aber das Saatgut ernten werde ich auf jeden Fall wieder. Das kann man ja auch an andere experimentierfreudige Mitgärtner abgeben. Interesse? Kommentarfeld! (c;

Rhababer säen?

Und wo wir schon bei unkonventionellen Vermehrmethoden sind: Wie wär’s mit Rhababersamen?

Meiner Mutter ihrer* hat wunderschön geblüht (evtl. finde ich das entsprechende Foto später noch) und jetzt beginnen die drölfizig Fantastilliarden Samen langsam auszufallen.

*bzw. „meiner Mutter Rhababer„, falls ihr den hochdeutschen Genitiv bevorzugt. (c;

Also höchste Zeit, sich über Saatgut Gedanken zu machen – oder lieber doch das Rhizom teilen? Kurze Recherche (https://www.selbstversorger.de/rhabarber-vermehren/…) ergibt, dass das Teilen der Aussaat vorzuziehen sei, weil man dann nicht drei Jahre bis zur ersten Ernte warten müsse. Aber das ist graue Internet-Theorie. Hat jemand von euch Erfahrung mit beiden Varianten?

Rhababer will ich sowieso uuunbedingt haben, denn das Thema „Mehrjährige Nutzpflanzen“ rückt immer mehr in den Fokus. Spargel und diverse „dauerhafte“ Spinatsorten stehen genauso auf der Liste wie weitere Beerensträucher. Aber eins nach dem anderen..

Porree rauspflanzen

Ich hatte im Mai die Lauch-/Porreesorte „Blaugrüner Winter“ ausgesät, eine Sortenempfehlung von Marie war das. Aktuell sieht der noch aus wie dünner Schnittlauch, aber vermutlich hätte ich den erstens in ein tieferes Pflanzgefäß setzen und zweitens schon vor Längerem raus pflanzen sollen. Naja, besser spät als nie.

Das Frühbeet stand dieses Jahr mehr oder weniger leer, kaltem Frühling und suboptimaler Anzuchtplanung sei Dank. Aber ich hab gemerkt, dass es ein absoluter Segen ist, wenn man in der Beetplanung einige Flächen frei lässt – die füllen sich definitiv und garantiert im Laufe des Frühlings/Sommers! Ich werde versuchen, das irgendwie beizubehalten.

Der im Herbst gesäte Spinat ging nur unvollständig auf, und ist sowieso schon lange „durch“. Dem gigantischen Löwenzahn weint auch keiner ne Träne nach, im Gegenteil: Die Hühner freuen sich darüber, die lieben den.

Also den Hackschnitzelmulch zusammengekratzt und noch ne Schubkarre Kompost drauf verteilt, damit wieder ein paar Nährstoffe reinkommen. Der Beetkasten war ursprünglich bis zur Oberkante gefüllt, das Zeug ist ganz schön zuasmmengesunken! Mehr als ein paar wenige zusätzliche cm brachte die eine kleine Schubkarre mit Kompost aber auch nicht. Da gingen noch locker 2-3 Karren rein, aber ich hab kaum noch Kompost übrig und will den Rest für eventuelle Spontanbedarfe aufheben.

…oha, der hätte wirklich schon lange ins Beet gemusst!

Vorbireitung: Pflanzlöcher machen. Ich hab ca. 15cm Abstand gewählt, mal sehn ob das reicht. Die Pflanzen hab ich vereinzelt, indem ich die Erde einfach ausgewaschen habe:

So sehen die Porreebabies nach dem Fußbad dann aus. Ganz schönes Durcheinander!

Man soll einen Teil der Wurzeln abtrennen, das regt wohl das Wurzelwachstum an. Bonuspunkte, wenn ihr auch was vom Lauch selbst abschneidet: Wer Wurzeln kürzt, soll auch das Grünzeuch kürzen. Sagen jedenfalls die Profis vom Gartengemüsekiosk. Hab ich nicht gemacht, weil ich die Pflänzchen nicht obenrum und untenrum belasten wollte. Aber vielleicht traue ich denen einfach zu wenig zu, wer weiß…

So, da isses: Ein fertig bepflanztes Porreebeet! In einem englischsprachigen Blog wäre jetzt die perfekte Gelegenheit, das Wort „underwhelming“ zu verwenden.

Bisschen mickrig, oder? Man sieht kaum was. Ich hoffe ja ganz stark, dass das noch besser wird. Ich mache ja generell sehr gern den Fehler, Grünzeug zu dicht zu pflanzen… Das ist mein allererster Porree, daher… keine Ahnung, bin gespannt! (c:

Und weil man den Lauch vor der Zwiebelfliege schützen soll, hab ich noch fix ein paar Tomaten ausgegeizt und die Geiztriebe als Senker da reingesetzt. Das hatte ich 2020 das erste Mal probiert (wir sprachen darüber) und es hatte wunderbar geklappt: Ein paar Tage lang ließen die den Kopf hängen, aber dann berappelten sie sich und wuchsen super an. Dafür, dass sie drei Monate Rückstand aufzuholen hatten, haben sie bis Saisonende eine bemerkenswerte Ernte gebracht.

Ein Tag nach dem Einsetzen: Fünf Senker der Sorte „Vesennij Mieurinskij“, eine sehr leckere Cocktailtomate.

Aber auf Ernte bin ich bei denen gar nicht aus: Der Tomatengeruch soll die Zwiebelfliege verwirren, also den Lauch olfaktorisch tarnen. Klingt erstmal komisch, hat 2020 aber mit Kohl super funktioniert: Ich hatte genau in diesem Beet mehrere Tomaten (die wucherten ohne Ende!) und mittendrin einen Blumen- sowie einen Rosenkohl. Während im „richtigen“ Gemüsebeet der Kohl unterm Schutznetz dezimiert wurde (die 2020er Kohlapokalüppse war mein persönliches Gartentrauma!), fand kaum ein Kohlweißling und auch deutlich weniger Weiße Kohlfliegen auf die Kohlse, die zwischen den Tomaten wuchsen.

Vergessener Salat

Genauso wie ich die Lauchse vernachlässigt hatte, erging es auch der Anzuchtplatte mit den Salaten: Die Baquieus hätten schon vor Wochen… ach was sag ich… vor Monaten…! Na jedenfalls habsch die komplett vergessen rauszupflanzen. Immer schön im Schatten stehen lassen und gegossen, aber das nützt ja nüscht, wenn die in den kleinen Quickpots vor sich hin dümpeln.

Rechts die Salate, das lauchartige in der Mitte sind Lauchzwiebeln „Ischikrona“, vorn links ist noch ein vergessener Rotkohl. Shame on me!

Guckt mal wie sehr die ihre kleinen Quickpots schon durchwurzelt haben:

Ich habe derzeit (noch?) genügend Salate in den Beeten, weil ich die nicht im Ganzen ernte, sondern immer nur die äußeren Blätter nehme, sodass die permanent nachwachsen. Daher versuche ich jetzt mal etwas Neues mit denen: Ein paar von denen kommen in Fünflitereimer mit Kompost und bleiben im Halbschatten stehen. Die parke ich auf der Terrassenmauer hinter dem Kastenbeet, da sehen wir die Eimer nicht so.

Die übrigen Salate kommen oben ins Kastenbeet. Zwischen den beiden Paprikapflanzen sollte noch Platz sein. Außerdem habe ich dort den einen vergessenen Rotkohl reingesetzt. Ja ich weiß dass der deutlich mehr Platz haben sollte und dort maximalschlecht steht… Wenn der tatsächlich gut wachsen sollte, wird er entweder nochmal umgepflanzt (und ich lerne, wie Rotkohl spätes Umpflanzen verträgt) oder sehr jung geerntet und irgendwie vertan. Mal sehn. Hauptsache raus aus dem Quickpot.

Wirsing und Spinatmulch

Vor einem Moant hatte ich Wirsing/Wirz (die Sorte „À Pied Court De Plainpalais„) gesät, von denen fast alle Samen aufgegangen waren. Vom gleichzeitig gesäten Grünkohl „Westlandse Winter“ ist nur eine Pflanze gekeimt. Weiß man vorher eben nie. Jedenfalls musste der jetzt dringend mal vereinzelt werden, also hab ich meine Konservendosen wieder rausgekramt und bezugsfertig gemacht:

Am 4.Juni hatte ich Weiß- und Rotkohl ins große Beet gepflanzt und mit improvisierten Schneckenkragen (Zaziki-Becher mit rausgeschnittenem Boden) umgeben. Die Idee an sich war schonmal gut…

Aber.

Der beste Schneckenkragen nützt den kleinen Jungpflanzen nüscht, wenn links und GIGANTISCHE KARTOFFELN stehen und alles dicht machen! gut, hätte man sich vorher denken können, eigentlich. Außerdem hatte ich hier die Spinat-Reihensaat stehen lassen, wegen der Samen für 2021. Spinat wird riesengroß…

Ergo hamm die armen kleinen Babykohlse absolut ungenügend Licht bekommen und konnten nicht richtig wachsen. Gar nicht, genau genommen. Später wurde es noch schlimmer: Die Kartoffeln, Spinatse und auch ein paar der Ringelblumen wucherten obendrüber – und bildeten „Pflanzenbrücken“, auf denen die Schnecken entlang kriechen konnten. Ihr erratet, wohin? Genau.

Das Ergebnis:

Ein Trauerspiel: Der Rotkohl.

Hmpf!

Gut, Schwamm drüber. Gibt’s dieses Jahr eben wieder keinen Rotkohl. Oder Weißkohl. Lesson learned, hoffentlich. Aber die Zeile muss ich trotzdem roden, damit demnächst der nachgezogene Wirz dort Platz hat. Das mache ich lieber jetzt gleich, auch wenn der noch ne Weile in seinen Konservendosentöpfchen stehen wird.

So sieht’s nach der Rohdung aus.

Hauptsächlich der Spinat musste weichen, und ein paar Ringelblumen. Ein veritabler Haufen kam da zusammen!

Das Zeuchs hab ich kleingerupft und als Mulch Schrägstrich Flächenkompost wieder hingeworfen:

Nach ein paar Wochen wird das dann ungefähr so aussehen:

Also wenn ich’s genau bedenke, esse ich Wirsing viel lieber als Rot- oder Weißkraut. Klar, dann kann ich halt kein Sauerkraut mit selbstgezogenem Weißkraut mache. Aber hey, wenn man das zum ersten Mal macht, ist das Risiko das was schief geht, eh ziemlich groß – und da wäre es ums Eigengemüse doch ziemlich schade. Vor allem wenn es sich um Kohl handelt, der Endgegner in der brummschen Gärtnerei. Dann lieber erstmal mit nem gekauften Weißkraut ausm Bioladen rumprobieren.

Seht ihr? Wieder was erfolgreich schön geredet! (c;

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