
Eine kleine sommerliche Gartengeschichte…
Hintergrund
Neulich bin ich über das Kleine Monster gestolpert, eine allerliebste Miniserie von Chris Hallbeck:
In den Sprachstil hab ich mich instantly verliebt. Quasi sofort hat der Spieltrieb eingesetzt und der „ich will sowas auch machen!„-Reflex kickte hart. Sowas zu schreiben macht mir endlos Spaß, selbst wenn das Ergebnis vielleicht nur ein mehr ofer weniger billiger Abklatsch des Originals ist.
Mein Problem: Keine Zeit und viel zuviele offene und dringendere Nebenprojekte.
Also hab ich fix ne halbe Stunde an meinem ChatGPT rumgespielt: Die Transkripte einiger seiner Monster-Videos in einer Textdatei gesammelt, das dann GPT hochgeladen und den Sprachstil analysieren lassen. Ich wollte das Ganze aber auf Deutsch und nicht in „genau diesem“ Stil, sondern irgendwie anders. Wie genau, wusste ich selbst noch nicht so genau…
Nach ca. 10-15 Minuten sprachlicher Feinjustierung* war ich mit dem Stil halbwegs zufrieden. Ein erstes Brainstorming brachte Ideen für ein Dutzend kurze Geschichten: Szenen aus dem Tagesablaufs eines Kindes im Kindergartenalter (nur dass das Kind halt ein kleines Monster ist) – und weitere 5 Minuten später waren 12 Geschichten mit Mutter und Monster fertig.
* GPT grob beschreiben, was ich will – Beispiel schreiben lassen – am Ergebnis rum meckern und die sprachliche Richtung neu überlegen – neues Beispiel schreiben lassen – ad nauseum. (c;
GPT schrieb jede Geschichte am Stück, ich hatte meinen Spieltrieb erstmal befreidigt und hab nicht weiter an de GEschichten herum-optimiert. Jeden Abend dann 1 bis 2 (oder 3 oder 4) dieser Geschichten Kind Zwei (9 Jahre) zum Einschlafen vorgelesen. Beide Kids sind KI gegenüber sehr kritisch (gut so, imho), aber er fand die Geschichten trotz ihres Ursprungs sehr amüsant und möchte jetzt mehr.
Heute entstand die folgende Geschichte, und da es um’s Gärtnern geht, dachte ich, ich lade das mal hier ab. Kind Zwei ist gerade selbst sehr Gärtner-enthusiastisch (was wir natürlich nach Kräften fördern – du musst sie kriegen, solang sie jung sind!), und da passt es ganz gut, dass das kleine Monster auch ein Beet haben will… (c:
Ich will damit keine Grundsatzdiskussion über das Für und Wider von KI anstoßen (könnt ihr natürlich gern machen, aber dann ohne mich), sondern einfach nur was albernes, Gärtnerisches posten. Have fun.
Das kleine Monster und das eigene Beet
Das kleine Monster steht im Garten. Es trägt Gummistiefel, einen zu großen Strohhut und eine Schaufel über der Schulter.
Monster:
Mutter.
Mutter:
Ja, mein Schatz?
Monster:
Ich habe einen Entschluss von beträchtlicher Wichtigkeit gefasst.
Mutter:
Du möchtest einen Keks?
Monster:
Nein.
Kurze Pause.
Monster:
Also ja.
Doch der Keks ist nicht Gegenstand des gegenwärtigen Entschlusses.
Mutter:
Was hast du denn beschlossen?
Monster:
Ich werde Gärtner.
Mutter:
Ach ja?
Monster:
Ein bedeutender Gärtner.
Mit eigenem Beet, eigenem Werkzeug und möglicherweise einem kleinen Schild.
Mutter:
Was soll auf dem Schild stehen?
Monster:
„Betreten auf eigene Gefahr. Hier wächst Gemüse.“
Mutter:
Das klingt ein bisschen gefährlich.
Monster:
Gartenbau ist eine Tätigkeit mit Erde, scharfkantigen Geräten und ungewissen Wurzelentwicklungen.
Ein gewisses Maß an Warnung erscheint angemessen.
Monster zeigt auf ein freies Stück Erde neben dem Gartenzaun.
Monster:
Dort soll mein Beet entstehen.
Mutter:
Das kannst du haben.
Aber du musst dich auch darum kümmern.
Monster:
Selbstverständlich.
Mutter:
Du musst es gießen.
Monster:
Ich werde eine regelmäßige Wasserversorgung gewährleisten.
Mutter:
Und Unkraut jäten.
Monster:
Unerwünschte Pflanzen werden aus dem vorgesehenen Wachstumsgebiet entfernt.
Mutter:
Und später ernten.
Monster:
Sofern die Pflanzen ihre Entwicklung erfolgreich abschließen.
Mutter:
Das werden sie bestimmt.
Monster:
Ich werde ihnen Mut zusprechen.
Mutter:
Den Pflanzen?
Monster:
Ja.
Pflanzen benötigen gewiss Mut.
Sie verbringen schließlich ihr gesamtes Leben in der unregulierten Außenwelt.
Das Monster setzt sich in die Erde und entfaltet einen zerknitterten Pflanzplan.
Monster:
Ich habe die Beetaufteilung bereits vorbereitet.
Mutter:
Dann zeig mal.
Monster:
Zunächst erfolgt hier vorne die Ansiedlung der Kicherkrallen-Karotten.
Mutter:
Kicherkrallen-Karotten?
Monster:
Jawohl.
Ihre Wurzeln sind ein wenig krumm und sehen aus wie winzige orange Monsterfinger.
Mutter:
Das klingt ungewöhnlich.
Monster:
Wenn man sie aus der Erde zieht, kichern sie ganz leise.
Mutter:
Karotten kichern nicht.
Monster:
Gewöhnliche Karotten nicht.
Darum pflanze ich Kicherkrallen-Karotten.
Das Monster zieht mit einem Stock eine Reihe in die Erde.
Monster:
Sie wachsen am Beetrand.
Mutter:
Warum dort?
Monster:
Damit sie vorbeigehende Personen an den Schnürsenkeln kitzeln können.
Mutter:
Ist das nötig?
Monster:
Es ist freundlich und zugleich abschreckend.
Eine seltene und wertvolle Verbindung.
Das Monster zeichnet einen großen Kreis in die Mitte des Beetes.
Monster:
Hier gedeihen die Mondmampf-Tomaten.
Mutter:
Was mampfen die?
Monster:
Mondlicht.
Mutter:
Mondlicht?
Monster:
In hellen Nächten nehmen sie große Mengen davon auf.
Dadurch werden sie dick und rund.
Mutter:
Und woran erkennt man, dass sie reif sind?
Monster:
Sie leuchten ein wenig und murmeln:
„Pflück mich nicht, ich schlafe noch.“
Mutter:
Und darf man sie trotzdem pflücken?
Monster:
Nach höflicher Vorwarnung, ja.
Mutter:
Was würdest du sagen?
Monster:
„Verzeihung, werte Tomate, aber du wirst nun Bestandteil meines Abendbrotes.“
Mutter:
Sehr höflich.
Monster:
Auch Gemüse verdient eine klare Mitteilung über bevorstehende Veränderungen seiner Lage.
Das Monster zeichnet drei kleine Hügel auf den Plan.
Monster:
Dort kommen die Purzelpilze hin.
Mutter:
Pilze gehören nicht unbedingt in ein sonniges Gemüsebeet.
Monster:
Diese schon.
Mutter:
Was ist an ihnen besonders?
Monster:
Purzelpilze wachsen niemals gerade.
Sobald sie groß genug sind, kippen sie um.
Mutter:
Und dann?
Monster:
Dann rollen sie ein Stück durch das Beet und bleiben irgendwo liegen.
Mutter:
Das klingt unpraktisch.
Monster:
Im Gegenteil.
Man muss sie nicht ernten.
Mutter:
Nicht?
Monster:
Man wartet einfach, bis sie zur Küche gerollt kommen.
Mutter:
Sehr bequem.
Monster:
Es handelt sich um fortschrittlichen Gartenbau mit selbstständiger Erntebewegung.
Das Monster zeichnet gezackte Blätter in die hinterste Ecke.
Monster:
Dort wird der Schnappblatt-Salat angesiedelt.
Mutter:
Schnappt der Salat nach einem?
Monster:
Nur ein ganz klein wenig.
Mutter:
Wonach schnappt er?
Monster:
Nach Fliegen, Schnecken und Menschen, die ungefragt Blätter abreißen.
Mutter:
Also nach dir.
Monster:
Ich werde fragen.
Mutter:
Und wenn der Salat Nein sagt?
Monster:
Dann gibt es Brot.
Mutter:
Eine vernünftige Lösung.
Monster:
Man darf die Grenzen eines Salates nicht missachten, nur weil man größer ist als er.
Am Gartenzaun ist noch ein schmaler Streifen frei.
Monster:
Und dort wächst meine kostbarste Pflanze.
Mutter:
Welche?
Monster:
Die Flüsterbohne.
Mutter:
Was flüstert sie?
Monster:
Gartengeheimnisse.
Mutter:
Was für Gartengeheimnisse?
Monster:
Wer nachts sein Ohr an ihre Ranken legt, erfährt, wo die Regenwürmer feiern.
Mutter:
Regenwürmer feiern?
Monster:
Offenbar.
Mutter:
Was erfährt man noch?
Monster:
Worüber sich die Schnecken unterhalten.
Und welcher Kürbis heimlich der größte werden möchte.
Mutter:
Das könnte interessant sein.
Monster:
Sehr sogar.
Allerdings übertreiben Flüsterbohnen gelegentlich.
Mutter:
Ach ja?
Monster:
Letztes Jahr soll eine behauptet haben, der Komposthaufen sei ein schlafender Drache.
Die Mutter schaut zum Komposthaufen.
Mutter:
Und ist er das?
Monster:
Man sollte ihn sicherheitshalber nicht mit einem Stock pieksen.
Mutter:
Das hatte ich auch nicht vor.
Monster:
Eine weise Entscheidung.
Kompostdrachen reagieren möglicherweise empfindlich auf Störungen ihrer Verrottungsruhe.
Das Monster beginnt zu graben.
Monster:
Die Erdumformung beginnt.
Mutter:
Du gräbst dieselbe Stelle zum zweiten Mal um.
Monster:
Dieser Bodenabschnitt machte einen unzureichend gelockerten Eindruck.
Mutter:
Dort drüben hast du noch gar nicht gegraben.
Monster:
Dieser Abschnitt befindet sich noch in der Planungsphase.
Das Monster entdeckt einen Regenwurm.
Monster:
Mutter.
Mutter:
Ja?
Monster:
Ein unterirdischer Mitarbeiter wurde freigelegt.
Mutter:
Das ist ein Regenwurm.
Monster:
Er benötigt eine Pause vom Erdbau.
Das Monster legt den Regenwurm vorsichtig unter ein Blatt.
Monster:
Verharre dort, kleiner Bodenfachmann.
Dein weiterer Einsatz beginnt nach angemessener Erholung.
Mutter:
Sehr fürsorglich.
Monster:
Gute Arbeitsbedingungen erhöhen vermutlich die Wurmzufriedenheit.
Das Monster sammelt drei kleine Steine auf und legt fünf größere ins Beet.
Mutter:
Warum legst du größere Steine hinein?
Monster:
Zur Dekoration.
Mutter:
Du hast vorher Steine entfernt.
Monster:
Das waren unplanmäßige Steine.
Diese sind gestalterisch vorgesehen.
Nach einer Weile ist das Beet fertig. Es ist weder rechteckig noch rund.
Mutter:
Welche Form hat dein Beet?
Monster:
Eine organische.
Mutter:
Es sieht ein bisschen wie ein großer Fußabdruck aus.
Monster:
Dann besitzt es eine naturbezogene Grundform.
Mutter:
Bist du zufrieden?
Monster:
Vollkommen.
Mutter:
Du hast noch gar nichts eingepflanzt.
Monster:
Das ist der nächste Schritt.
Mutter:
Hast du denn Samen für all diese Pflanzen?
Monster:
Selbstverständlich.
Das Monster durchsucht seine Taschen.
Monster:
Einen Augenblick.
Es findet einen Knopf, einen Keksbrösel, zwei Murmeln, einen kleinen Zapfen und ein altes Gummibärchen.
Mutter:
Sind das deine Samen?
Monster:
Noch nicht.
Mutter:
Du hast gar keine?
Monster:
Die Beschaffung des Pflanzenmaterials weist eine geringfügige Planungslücke auf.
Die Mutter holt fünf Samentütchen aus ihrer Gartenschürze.
Mutter:
Ich hätte Karotten, Tomaten, Pflücksalat, Bohnen und Radieschen.
Das Monster betrachtet die Tütchen.
Monster:
Ausgezeichnet.
Mutter:
Aber das sind ganz gewöhnliche Pflanzen.
Monster:
Das sind lediglich langweilige Tarnnamen der Züchter.
Mutter:
Natürlich.
Monster:
Die wahre Pflanzenidentität zeigt sich erst nach erfolgreicher Ansiedlung.
Gemeinsam säen sie die Samen aus. Das Monster stellt selbst gemalte Schilder auf.
Monster:
„Kicherkrallen-Karotten – Kitzeln verboten.“
Mutter:
Sehr deutlich.
Monster:
„Mondmampf-Tomaten – Nachts bitte leise.“
Mutter:
Damit sie schlafen können?
Monster:
Mondlichtaufnahme erfordert Konzentration.
Monster:
„Purzelpilze – Rollbahn freihalten.“
Mutter:
Damit niemand darüber stolpert?
Monster:
Damit der selbstständige Küchentransport nicht behindert wird.
Monster:
„Schnappblatt-Salat – Vor dem Pflücken anklopfen.“
Mutter:
Salat hat keine Tür.
Monster:
Dann klopft man vorsichtig an ein Blatt.
Es geht um die Geste.
Monster:
Und zuletzt:
„Flüsterbohnen – Geheimnisse werden vertraulich behandelt.“
Mutter:
Das ist wichtig.
Monster:
Ohne Vertraulichkeit entsteht kein belastbares Verhältnis zwischen Gärtner und Bohne.
Mutter:
Und nun?
Monster:
Nun beginnt die Wachstumsphase.
Mutter:
Nun müssen wir warten.
Monster:
Wie lange?
Mutter:
Einige Tage, bis man das Erste sieht.
Monster:
Einige Tage?
Mutter:
Ja.
Monster:
Das ist eine bemerkenswert lange Zeit für eine sichtbare Bodenveränderung.
Mutter:
Pflanzen brauchen Geduld.
Monster:
Dann werde ich hier bleiben und die Lage überwachen.
Mutter:
Die ganze Zeit?
Monster:
Selbstverständlich.
Nicht dass die Kicherkrallen ohne mich zu kichern beginnen.
Die Mutter geht ins Haus.
Eine halbe Stunde später sitzt das Monster noch immer neben dem Beet. Der Strohhut ist ihm ins Gesicht gerutscht. Es schläft.
Vor seiner Nase bewegt sich ein winziger Erdkrümel.
Vielleicht ist es ein Käfer.
Vielleicht ist es ein Regenwurm.
Oder vielleicht beginnt dort bereits die erste Kicherkrallen-Karotte ganz leise zu lachen.
[…] Kind 2 wollte ne Fortsetzung. Teil 1 hier. […]