Zweite Kartoffelernte 2021: Linda, Violetta, Weinberger Schloßkipferl, Rote Emmalie

Zwei Wochen Blogpause… bedeuten nicht, dass hier nüscht passiert ist. Online war Ruhe, offline nich. Eine Woche Urlaub in der (innerdeutschen) Ferne abgerechnet, in der ich zuhause tatsächlich nix machen konnte, kann sich die Bilanz der zu Ende gehenden „Urlaub auf Terrassien“-Woche sehen lassen: Der Rohbau vom Gartenhaus steht, inklusive 90% des Daches und einer fertschen Seitenwand, und – Trommelwirbel – die Kartoffelernte ist fast durch! Von Letzterem gleich mehr und ausführlich, die anderen Sachen werden später abgehandelt. Geduld, junge Jedis! (c;

Kartoffeln also, wiedermal. Die erste Ernte ist ja schon reichliche zwei Wochen her, mal sehen ob sich in der Zwischenzeit was getan hat. Spoiler: Ja, hat es sich.

Die Sorten die heute dran waren, standen nicht im großen Gemüsebeet zusammen mit dem anderen Grünzeug, sondern hatten alle ihre eigenen Hochbeete. Hochbeet bedeutet ja immer, dass man mehr gießen muss, weil die Erde da drin schneller abtrocknet. Dieses Jahr hab ich natürlich nicht einmal gegossen, und die bessere Drainage scheint gut den Kartoffeln gut getan zu haben. Die letzten paar Tage gab’s wenig Regen und viel Wärme (endlich!!!), daher war die Erde auch angenehm trocken. Ergebnis: Schön saubere Kartoffeln!

Ach, fast vergessen: Die Sorte Linda hatte ich schon vorgestern schon geerntet, und die stand nicht in einem Hochbeet, sondern lediglich in einem Kastenbeet mit knapp 20 cm Komposterde drin. Vorgestern war’s auch noch deutlich nasser, was zur Folge hatte, dass die Kartoffeln ordentlich verdreckt waren und ich die nach ein paar Stunden Abtrocknen im Gras nochmal durch selbiges gewuschelt habe, um den größten Dreck abzubekommen. Was ne knappe Stunde Arbeit im Hocken/Kauern war, demzufolge konnte ich heute die sauberen Kartoffeln so richtig wertschätzen.

Linda

Fangen wir mit Linda an und machen dann chonologisch weiter.

Die Lindas standen in der rechten Hälfte des brummschen Querbeetes, also hatten die ca. 2 m² Platz:

Das Laub ist definitv „durch“- ein sicheres Zeichen, das geerntet werden kann/soll.

Das Laub war welk und teilweise schon komplett getrocknet. Glücklicherweise ohne Braunfäule, während es die Experimentiertomaten, die direkt daneben in der oberen Hälfte desselben Beetes standen, voll erwischt hatte (wir sprachen darüber). Dort stehen auch jetzt übrigens noch Kartoffeln, die braunfäulefrei sind. Merkwürdig: Eigentlich hab ich mit dem Zusammenpflanzen beider Arten einen kapitalen Mischkulturfehler gemacht, weil die Braunfäule ja auf beide Sorten geht…

Die Ernte von 2 m²: Ca. 20 Liter, plus ein paar angedatschte. Endlich mal ne Sorte die Spaß macht!

Ordentlich verdreckt…

Also erstmal trocknen lassen und dann im Gras säubern. Mein innerer Monk lässt es sich natürlich nicht nehmen, die dann noch nach Größe zu sortieren. Wenigstens ein bisschen.

Die Miez ist üüüberhaupt nicht neugierig, ach wo!

Am Ende waren’s drei Eurobehälter (die 40×60 cm Größe). Ich lege die Kartoffeln nur einschichtig dort rein, damit die mir nicht wieder faulen, so wie die La Ratte – wobei ich mir bewusst bin, dass es bei denen an der Braunfäule lag, die in knapp der Hälfte der Knollen drin war. Trotzdem, sicher ist sicher.

Mein Schaaatz! (c:

Kurze Brummsche Abschweifung: Der Kartoffelstein

Earlier that day: Blick in den Pellkartoffeltopf meiner Mutter. Irgendwo da drin klapperte gut hörbar ein Stein herum, aber wir konnten ihn ums Verrecken nicht finden. Erkennt ihr ihn? Keine Sorge, ihr könnt so genau hingucken wie ihr wollt – keine Chance! (c;

Farbe und Form wie eine Kartoffel, ist aber ein Stein. Frechheit! ?

Weinberger Schloßkipferl

Heute ist nochmal Wurzeltag und ich hab noch drei Hochbeete abzuernten, aber auch zwei Gartenzwerge, die Ferien haben und bespaßt werden wollen. Es gilt also, das Angenehme (Gartenarbeit) mit dem Nützlichen (Kinderarbeit) und dem pädagogisch Wertvollen (Begeisterung wecken für Papas Hobby) zu verbinden. Bei der ersten Kartoffelernte waren die beiden ja auch schon ne Weile lang mit Feuereifer und Freude dabei, darauf kann man aufbauen. Also gleich nach dem Frühstück ab in den Garten mit den Knirpsen. Nochmal zu erwähnen, dass Kartoffeln ernten so ähnlich ist wie Ostereier suchen, kann sicher nicht schaden.

Kurz gesagt, ich hatte zwei sehr motivierte Helfer! (c:

Ja, das Bild ist gestellt. Gefühlte zwei Nanosekunden nach dem „Knips“ wollten die Zwei natürlich sehen ob das Bild „was geworden ist“. Ihr Urteil: Es gefällt ihnen genauso gut wie mir. (c:

Die Weinberger Schloßkipferl hatten sehr viele Früchte gebildet, die wir alle(?) eingesammelt haben. Darin sind nämlich Kartoffelsamen, und das reizt mich. Ich muss mich da noch aufschlauen, was es bei dieser Vermehrungsart zu beachten gibt, aber wenn wir die jetzt nicht gleich mit absammeln, isses zu spät.

Bei der Kartoffelfruchternte.

Hinter der Schiefertafel versteckte sich ein gern gesehener Gast:

Hallo Tigerschnegel! (c:

Später haben wir noch mehrere Tigerschnegel in der Erde entdeckt. Meistens erst dann, wenn sie in der Schubkarre aus der Erde flohen. Das Spannende daran: Die kleinen Schleimer kommen mitten aus der krümeligen Erde gekrochen und sind rundrum mehr oder weniger blitzeblank sauber! Wie zum Geier machen die das?¿!?

War eben noch in der Erde und ist …sauber. Den Trick soll er doch bitte mal den Kids beibringen.

Am Ende wurden es zwei Stiegen voll Weinberger Schloßkipferl. Schöne große Knollen – wir sind zufrieden! Jetzt müssen die nur noch schmecken.

Violetta

Als Nächstes sind die Violettas im Nachbarbeet dran. Wie der Name schon sagt, sind die dunkellila gefärbt, vor allem innen. Außen dagegen eher tarnfarben – es war deutlich schwerer, die in der Erde zu finden.

Camouflagekartoffeln.

Klar, man erkennt sie schon… irgendwie. Aber wenn nur ein kleiner Teil aus der Erde rausguckt, kann man die schonmal übersehen. Ich hoffe wir haben alle erwischt.

Die Ernte des Vormittags kann sich durchaus sehen lassen:

Rote Emmalie

Nachmittags war nochmal zwei Stunden Gartensauna angesagt: Knapp 30 Gräderiche im Schatten. Nur dass das Beet nicht im Schatten liegt.

Dieses Beet ist jetzt mittlerweile vier Jahre alt, die Erde liegt direkt am Holz an. Die Bretter sind nicht die dicksten – knapp 2cm waren die mal stark – und schüsseln schon seit Jahren nach außen. Ich hätte die damals anders herum befestigen sollen, dann wären die nicht so stark geschüsselt. Hängt mit der Anordnung der Jahresringe zusammen, muss ich nochmal nachlesen bei Gelegenheit – ich mache das immer wieder falsch rum, Erfolgsquote 50/50…

Na jedenfalls ist das Beet in die Jahre gekommen. Vor ein paar Wochen erst war die rechte vordere Ecke ausgeplatzt, weil der Eckpfosten da drin durchgefault war. Ich musste da erst den alten rausnehmen, dann die Erde am Nachrutschen hindern, nen neuen Pfosten einsetzen und alles wieder anschrauben – wobei möglichst wenig Erde rausfallen durfte. Klingt genauso schwierig wie es war, denn die Erde hier drin ist extrem locker und krümelig, weil ich damals mindestens ein Drittel Sand und noch anderes lockeres Zeugs wie Kokosfasern reingemischt hatte. Das Ergebnis ist eine super locker-fluffige Erde ohne die geringste Gefahr von Staunässe – ideal für Wurzelgemüse wie Kartoffeln und Möhren.

Locker, luftig, nährstoffarm.

Aber.

Die Kehrseite ist, dass die Erde eben inzwischen wohl auch recht nährstoffarm ist, was für Kartoffeln nur so mittelgut ist. Folge: Die Rote Emmalie hat zahlenmäßig zwar extrem viele Knollen ausgebildet – deutlich mehr als die anderen bisher geernteten – aber die meisten davon waren Winzlinge, manche nur johannisbeergroß. Die kannste nichtmal als Pellkartoffeln essen.

Lauter rosa Winzlinge…

Gut, die waren nicht alle so. Es gab auch einige Größere:

…aber solche Giganten wie bei den Weinbergern waren nicht dabei, bzw. nur einer. Das wiederum zeigt mir, dass die Emmalie nicht von Natur aus zu kleinen Knollen neigt, sondern dass es an der unpassenden Erde lag. Mithin also an mir selbst, und das ist ja ne gute Nachricht, denn das kann ich leicht ändern. Also wird nicht nur geerntet, sondern das gesamte Kastenbeet komplett ausgehoben.

Die Krümelerde geht bis zum Boden durch, also muss alles raus.

Auch hier wieder so ein flüchtender Tigerschnegel, der den Titel „Wunder der Sauberkeit“ mehr als verdient hat:

Eben frisch aus der Krümelerde gekrochen…

Los, näher ran. Damit ihr mir glaubt dass die blitzsauber sind!

Da denkste bei den schleimigen Viechern immer, an denen müsste jeder Dreck kleben bleiben. Und dann so was.

Ergebnis: Ein Eurobehälter ist voll, ein altes Beet ist leer.

In Anbetracht der unpassenden Erde gar nicht mal schlecht!

Hätte ich die Kartoffeln auch wieder nur einschichtig reingetan, wären sicher zwei solche Stiegen voll geworden. Gut, die Roten Emmalies hatten knapp doppelt soviel Fläche zur Verfügung wie die beiden vorherigen Sorten, aber …so what. Vorbehaltlich der Geschmacksprobe werde ich die sicher wieder anbauen. Schonmal wegen der Farbe!

Ich muss mir jetzt noch überlegen, wie ich mit dem Beet weitermache. Die Bretter halten noch ein paar Jahre, aber die Pfosten werde ich wohl erneuern. Und dann so ne genoppte Hochbeetfolie reintun, damit die nicht wieder Erdkontakt bekommen. Die aktuelle Erde werde ich 1:1 mit unfertigem Kompost mischen, ein paar Prisen Bittersalt (googelt das mal!) sowie Urgesteinsmehl, und dann noch den einen oder anderen Kübel Pflanzenjauche drüberkippen. Das kann dann bis zum Frühjahr fertig verrotten – so zumindest der noch nicht zu Ende gedachte Plan. Möglicherweise kommt hier aber auch schon irgendein experimentelles Wintergemüse drauf, mal sehn. Jedenfalls steht die Hochbeeterneuerung für morgen auf dem Plan.

Jetzt fehlt noch die Kartoffelpyramide, in der alle möglichen Sorten drin sind. Deren Laub ist zwar auch schon angewelkt, aber noch zu frisch – da geht noch was! (c:

2 responses to “Zweite Kartoffelernte 2021: Linda, Violetta, Weinberger Schloßkipferl, Rote Emmalie”

  1. […] der gestrigen Kartoffelernte fiel mir auf, dass die Erde für Starkzehrer wie Kartoffeln eigentlich viel zu abgemagert ist. Als […]

  2. […] Kartoffelernte ist ja nun durch (wir sprachen ausführlich darüber: hier und hier), und bis auf die Kartoffelpyramide (Bericht vom Bau) sind alle anderen Kartoffelbeete längst […]

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