Wir lasern einen Weihnachtsbaum, die Zweite. Und Dritte.

Die Vorgeschichte habt ihr vermutlich im Sneak Peak gelesen. Da ging der erste Versuch ja schief: Ich hatte mit der Variante, die jeweils ca. 20 Minuten langen Durchläufe beim Schneiden einzeln zu starten, Twitter gekauft* und zwischen drittem und viertem Durchgang das Werkstück leicht verschoben. Damit war der Baum ruiniert.

* Twitter kaufen: Sprichwort für Ohne Not und durch eigene Dummheit ein Projekt versaubeuteln.

Also nochmal neu. Seufz.

Diesmal mit we-he-sent-lich mehr Vorsicht, ich schwör!

Der Daniel, schlau wie er ist, bemerkt dass einige der innen ausgeschnittenen Elemente schon “durch” sind. Die müssen in den letzten Wiederholungen ja nicht nochmal gelasert werden, also nehme ich die mega-vorsichtig raus…

…freue mich wieder über diese tollen Formen, für die ich ganz sicher irgendeine tolle Verwendung finden werde…

…und lösche die fertschen Formen aus der Vorlage:

Das spart mir reichlich 5 Minuten pro verbleibendem Durchgang, super. Schlau bin ich, oder?

…natürlich nicht. Saudoof war das, wiedermal!

Natürlich hab ich auch dieses Mal unbemerkt die Sperrholzplatte verschoben. Das war soooowas von vorauszusehen. Ich möchte mich fazialpalmieren und fühle keine Fremd-, sondern massive Eigenscham. Peinlich ist das, echt ma.

Ich versuche wie beim letzten Mal, die Verschiebung nach Augemaß zu korrigieren. Aber das geht schief, im wahrsten Wortsinn.

Wenig überraschend ist der Schnitt an zuvielen Stellen nicht vollständig…

… sodass sich der Baum nicht aus der Platte lösen lässt und ich den Versuch abbreche. WIEDERMAL! )c:

Jawoll, ich war ordentlich frustriert. Natürlich über mich selbst und nicht über den Laser. So dumm kann man doch eigentlich gar nicht sein, oder? Denselben Fehler 2x zu machen?!¿!?

Na gut, beim dritten Versuch nehme ich nix mehr zwischendrin raus. Ich berühre nichtmal das verdammte Gehäuse. Isch schwör.

Aber ich ändere die Reihenfolge jetzt mal, indem ich erst graviere und dann schneide. Damit im Falle eines komplett erfolgreichen Schneidens nicht der gesamte Baum nach unten durchfällt – dann läge er nämlich ca. 1 mm tiefer und damit würde der Fokus nicht mehr stimmen, also der Abstand zwischen Laserkopf und Holz. Im Optimum ist der bei 20 mm, und auch wenn man diesen Abstand absichtlich erhöhen kann, um mit einem “breiteren Strich zu malen (gravieren)” – wir sprachen darüber – will ich das hier nicht, denn die filigranen Schneeflocken möchte ich mit einem möglichst dünnen Strich graviert haben.

Ich will immer noch nicht alles auf einen Ritt machen, denn das wären ca. 3 Stunden die ich ununterbrochen an den Laser gebunden wäre, wegen Aufpassen und so.

Dieses Mal wird also zuerst das Innenleben graviert (knapp 1 Stunde) und dann werden die Schneidedurchläufe halbiert. Damit hab ich die Laserzeit auf 3x 1 Stunde aufgeteilt und bin einigermaßen flexibel. Ich mache das ja in der Regel abends nach Feierabend, und der beginnt selten vor 21 Uhr, wenn die Kinder im Bett und das meiste im Haushalt abgehakt ist. Wenn man früh zeitig raus muss, sind 3 Stunden recht lang und die Nacht recht kurz.

Das Gravieren klappt hervorragend, auch wenn das Zwischenergebnis kurios aussieht:

So, und jetzt schneiden.

Oh, ah, das sieht vielversprechend aus! (c:

Keine einzige Verschiebung am Ende! Könnte das dieses Mal…?

Die meisten der Innereien sind sichtbar durchgefallen und demnach vollständig geschnitten:

Mal sehn ob das an den Außenkanten auch geklappt hat. Ich bin ganz hibbelig. Meine Hibbeligkeit teile ich mit dem großen Gartenzwerg, der das Ganze filmen darf – ich hab ja nur zwei Hände – und mindestens so aufgeregt ist wie ich.

Endlich. So sollte das aussehen! (c:

Kind eins und ich highfiven uns und freuen uns beide über gleich mehrere Dinge:

1. Den gelungenen Baum natürlich:

2. Die vielen coolen Squiggles (mir fällt tatsächlich “squiggel” eher ein als “Schnörkel” oder “Kringel”), die wir irgendwie verbasteln werden:

3) Und die Restplatte, zu der mir sofort ne coole Anschlussverwendung einfällt:

Ich werde den Baum aus Fehlversuch #2 doch noch irgendwie ausschneiden, also entweder manuell mit dem Cuttermesser oder solange mit dem Orbitalschleifer die Rückseite runterschleifen, bis alle Schnitte durch sind.

Auf Schönheit kommt’s mir da nicht mehr an, denn ich werde den zusammen mit der Platte wo die Baum-Umrisse drauf sind, als Schablonen für Grafitti verwenden. Oh das wird toll! (c: Grafitti hab ich dieses Jahr so gut wie gar nicht gemacht, nachdem wir 2021 recht viel Weihnachts-Zeuch gesprayed hatten. Das Schneemann-Makeover beispielsweise.

So, jetzt aber endlich gucken, wie das Bäumchen dort aussieht, wo ich es geplant habe: Am Wohnzimmerfenster.

Jep, passt. Steht aber noch ein bisschen verloren dort, vor und neben dem vielen Holz. Also muss er noch ein bisschen aufgepeppt werden.

Aber Daniel, womit willste das denn jetzt noch aufpeppen?

Mit LEDs natürlich. Womit denn sonst? (c;

Ehrlich mal. Alles wird besser mit LEDs. Oder Neodym Magneten. LED Lichter und Lichterketten hab ich in so vielen Varianten, dass es mir zu peinlich ist, euch die Kiste zu zeigen. Und das von dem Typen, der 2x denselben dämlichen Fehler macht und dann nen Artikel drüber schreibt. Tut aber auch nix zur Sache. Ich heißleime hinten also ne Lichterkette drauf, sodass man die von vorn nicht sieht:

Da war ziemlich viel Geduld gefragt, das dauerte ungefähr ne Stunde. Das Ergebnis ist bei Tageslicht natürlich eher underwhelming:

Aber abends, wenn’s dunkel wird, dann löppt dat!

Sag mal Daniel, was ist das denn eigentlich für ein drolliger Wichtel daneben???

Ach kommt, den hab ich euch doch schon mehrfach gezeigt. Zum Beispiel Mitte April 2021, zusammen mit seiner Familie. Ihr seid ja noch vergesslicher als ich! (c;

Das ist ein Pottie, also einer der brummschen Topfhalterwichtel. Sein Freund steht links neben ihm auf’m Fensterbrett und trägt unsere Küchenkräuter:

Ja, im Blitzlich sieht das nur so mittelgut aus, das Foto. Beleuchtungsfetischisten mögen mir verzeihen.

Aber ihr seht was die machen, und wie sie’s tun: Sie klemmen sich Blumentöpfe unter die Arme und tragen sie dann geduldig tagein, tagaus. Ich würde ja auch gern jedem der Wichtel einen Topf geben, dann müsste nicht einer alles alleine schleppen. Aber Potties sind strikt beidhändisch veranlagt: Gibste einem Pottie nur einen Dopp, kippt er um und ist dann nur noch am Maulen. Und du auch, denn du muss den umgefallenen Topf aufräumen. Also stehen auf dem brummschen Fensterbrett derzeit ein vollbeschäftigter und ein arbeitsloser Pottie rum.

Aber ich schweife ab, zurück zum Laserbaum.

Wie weiter jetze?

Ganz klar: Jetzt muss da noch ein bisschen* Deko rangebammelt werden. Dafür sind ja die ausgeschnittenen Kreise da.

* merkt ihr, wie tapfer ich widerstanden habe und nicht “ä bissl” geschrieben habe?

Mal sehn wann ich euch da Vollzug melden kann. Die Kinder scharren schon mit den Hufen…

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