Wir lasern eine Leselampe

Ja ich weiß: Das muss Laserlampe heißen. Häschtag Flachwitz-Titel.

Vorbemerkung: Ich schreibe diesen Artikel parallel zum laufenden Projekt, also nicht nachdem alles “durch” ist. Das bedeutet, dass es während des Schreibens Änderungen geben wird. Ich könnte jetzt natürlich warten bis die Lampe fertsch ist und den Artikel dann entsprechend anpassen, habe mich aber dagegen entschieden. Ich hoffe das viele Hin und Her wird nicht allzu verwirrend für euch, aber so bekommt ihr einen Einblick, wie sich so ein typisches Laserprojektchen entwickelt.

Wobei das hier nicht typisch ist, sondern die bisher aufwändigste Laserei. Reine Laserzeit, ohne den Ausschuss: Ca. 9 Stunden. Rechnet nochmal 5 Stunden für falsch gelaserte Teile drauf und weitere 5 Stunden für diverse Tüfteleien. Ob sich das am Ende lohnt… Werd’sch sehen. (c:

Vorgeschichte Släsch Kontext

Auf Brummes Sofa lümmelt es sich – wie auf den meisten dieser Möbelstücke – sehr gut, allerdings gibt es ein lästiges Problem: Habe ich zu einem Buch gegriffen und mache ich mich auf besagtem Sofa lang, fehlt es an einer adäquaten Lichtquelle für die Lektüre, da die Wandlampe hinter dem Sofa ist und weder von seitlich links noch von seitlich rechts irgendein Leuchtobjekt meinen Schmöker illuminiert.

Also muss eine Leselampe her.

Natürlich nicht irgendeine Leselampe. Es gibt da nämlich ein umfangreiches…

Pflichtenheft

  • Die generelle Ästhetik: Entweder soll sich die Lampe dezent in die Einrichtung einfügen oder als Hingucker hervorstechen. Ersteres könnte ich lösen, indem ich Leuchtmittel und Schalter in die Seitenwand des direkt links neben dem Sofa stehenden Schrankes einbaue. Wer jetzt an Einbaustrahler denkt, denkt in die richtige Richtung. Das wäre sehr schön dezent, allerdings fehlt dann die Möglichkeit, die Lampe auf die rechte Seite des Sofas umzuräumen, denn hin und wieder liegt auch mal jemand andersrum aufm Sofa. Was zu Punkt 2 des Pflichtenheftes führt.
  • Transportabel: Die Lampe soll mobil sein, also ohne großen Aufwand von A nach B bzw. von der linken auf die rechte Sofaseite zu stellen sein. Also scheidet der Schankeinbaustrahler aus.
  • Materialien: Holz, Punkt. Was anderes kommt nicht in Frage. Ich habe lange geschwankt zwischen Wildholz (ich habe jede Menge schöne Treibholzstücke in der Werkstatt, die nur auf so eine Gelegenheit warten), einem rustikalen Design (alte, verwitterte Balken) und etwas Gelasertem. Es wurde – Achtung, Spoiler! – Letzteres. Der Laser wird also mal wieder ran dürfen.
  • Leuchtmittel: Unser neues Leucht muss zwingend ne LED sein. Einerseits wegen des (jawoll, Genitiv!) Stromverbrauches, andererseits wegen der geringeren Abwärme: Traditionelle Glüh- oder Halogenbirnen werden schlicht zu warm.
  • Dimmbar: Ich möchte nicht nur einen AN/AUS-Schalter haben, sondern die Helligkeit runterdimmen können. Bei LED’s muss man da ein bisschen aufpassen, da funktioniert nicht jeder beliebige Dimmer. Besonders als Nichtelektriker hat man da schnell nen falschen geordert. Später mehr dazu.

So, jetzt wisst ihr was mir so ungefähr vorschwebt.

Man könnte das Ganze jetzt noch ultimativ transportabel machen, indem man einen Akku verbaut: Dann würde das Stromkabel überflüssig und die Lampe wäre nicht mehr auf eine Steckdose angewiesen. Das klingt ziemlich verlockend, und vielleicht mache ich das demnächst auch mal. Aber ich habe gerade so gar keine Böcke auf die Recherche nach ner passenden Powerbank und dimmbaren(!) LED-Varianten, die ich dort ranbammeln müsste. Also wird’s erstmal ein Modell mit Kabel.

Entwurf & Kostruktion

Die Umrisse der Kiste entwerfe ich mit dem genialen kostenlosen Tool von boxes.py. Das ist das Grundgerüst, auf das ich dann aufbaue.

Nebenbei: Am Artikelende gibt’s wie immer die kostenlose Vorlage für das fertige Projektchen zum Download, das müsst ihr nur noch an eure Bedürfnisse anpassen. Ihr wollt vermutlich ein anderes Muster (oder gar keins) und eure Schalter und Leuchtmittel sind sicher auch andere als meine. Falls euer Lichtwürfel andere Außenmaße haben soll, müsst ihr euch das Grundgerüst über den Generator fix neu entwerfen. Ist absolut kein Hexenwerk und schnell gemacht, auch wenn man das zum ersten Mal probiert.

Damit habe ich jetzt die Umrisse der Seitenteile und des Deckels (aber keinen Boden*), und sogar mit stabilen Zinkenverbindungen (finger joints).

Ja, man könnte die Zinken selbst konstruieren, aber das würde mir viel zu lange dauern, und ich hab gerade keine Motivation, mich da in alle Details reinzufuchsen. Finger Joints sind nicht ohne, mit dem Thema kann man sich ne ganze Weile beschäftigen… Das überlasse ich jetzt gerne mal dem Generator. Der ist sowieso der absolute Wahnsinn, mit dem kannste unzählige Varianten von Kisten und Kästchen bauen. Dass der kostenlos ist, finde ich unheimlich toll – das könnte nämlich auch problemlos ein kostenpflichtiges Programm sein, so gut wie der funktioniert!

* Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich eine gelaserte Bodenseite will oder nicht. Einerseits kann ich das Kisteninnere nicht einfach offen lassen (weil… Strom!) und brauche demzufolge definitiv einen Boden. Und da wäre es am einfachsten, den Boden einfach spiegelbildlich zur gegenüberliegenden Deckelseite zu machen, nur halt ohne Löcher/Durchbrüche, sondern eben eine massive Platte. Andererseits kann ich mir auch gut vorstellen, statt einer gelaserten Boenplatte aus 3 mm Sperrholz eine etwas massivere und damit schwerere Holzplatte einzufügen, damit der Schwerpunkt des Würfels möglichst tief liegt und das ganze Ding schön stabil steht.

Das Zwischenergebnis sieht in Lightburn dann so aus:

Jetzt brauche ich noch Löcher für meine kleine Einbauleuchte und den Touch-Dimmer. Die Platte, die später mal eine Seitenwand des 10x10x10 cm großen Würfels werden wird, sieht dann erstmal so aus:

Natürlich wird erstmal nur ein Prototyp gelasert, weil ich mir sicher bin, dass es beim ersten Mal nicht gleich perfekt wird und mein Entwurf noch gar nicht komplett steht: So will ich bspw. noch Lüftungslöcher gegen den Wärmestau im Würfel haben, und das schlichte Sperrholz soll noch irgendwie verziert werden. Nach einer gelaserten Mandala-Katze von neulich…

…habe ich wieder so was Mandalamäßiges im Kopf, aber noch keine konkreten Vorstellungen. Das kommt dann, wenn ich mir sicher bin, dass die Würfelseite konstruktiv solide ist, d.h. alles passt und nix wackelt.

Beim ersten “Anprobieren” merke ich schon, was ich vergessen habe: Die Federn gehen viel zu straff durch das Loch, für die muss ich noch zusätzliche Aussparungen in den Kreis bringen:

Also wird die Würfelseite nochmal eingelegt (und ich achte penibel darauf, dass die Grundplatte auf GAR KEINEN FALL wieder verrutscht!) und der Kreis um zwei Aussparungen erweitert:

OK, die Federn gehen perfekt durch. Jetzt brauche ich noch zwei kleinere Aussparungen für die Schrauben, denn die stehen noch etwas weiter vor als die Federn:

Fertsch. So sieht der Entwurf jetzt aus:

Der grüne Kreis markiert den Außendurchmesser der ca. 12 mm breiten Blende des Einbaustrahlers, also das was auf der Außenseite des Würfels das Loch verdeckt und damit wie bei Einbaustrahlern üblich für eine cleane Optik sorgt. Der Kreis wird nicht gelasert, ich habe den nur zur Orientierung da reingelegt – damit ich sehe, wie nahe sich Strahler und Schalter außen kommen. Eigentlich hätte ich einen ähnlichen Kreis auch um den Dimmerschalter setzen sollen, aber das habsch mir gespart, weil dessen Blende nur ca. 2 Millimeter breiter als das Loch ist.

Jetzt passt alles rein, und der Prototyp sieht ganz OK aus:

Ich werde den Strahler allerdings später doch noch mittig in das Quadrat setzen. Ich hatte mich beim Prototyp dagegen entschieden, weil ich Bedenken hatte, Strahler und Schalter könnten zu dicht beieinander stehen und ein …nennen wir’s “ästhetisches Gedränge” verursachen. Aber so asymmetrisch sieht’s noch schlechter aus, also korrigiere ich das.

Allerdings will ich vorher noch am Prototypen ausprobieren, wie sich ein Mandala auf der Würfelseite macht.

Damit kommen wir zum…

Mandalamuster

Mandalas gibt’s online Dausende, und wer nix Geklautes verwenden will, der greife auf einen der Dutzend Mandalageneratoren zurück und schaffe sein Eigenes. Meins hab ich als Grafikdatei per drag & drop in Lightburn gezogen und mit “Bild verfolgen” / “trace image” in ein Vektormuster umgewandelt.

Links die Rückseite mit Loch für die 12V-Buchse, rechts die Seitenteile und der Deckel:

Schneide- und Gravurparameter

Das Muster kommt auf den Würfeldeckel, die linke und rechte Seitenwand und mit einem Loch in der Mitte für die 12V-Buchse auf die Rückseite. Jeweils 12 Durchgänge mit 85% Leistung und 800 mm/min Geschwindigkeit, aktivem Air Assist und konstanter Leistung. Auf der Vorderseite wird es nicht ausgeschnitten, sondern nur graviert (3000 mm/min, 85% Leistung, aktiver Air Assist und konstante Leistung).

Nachtrag/Ergänzung/Erklärung:

Im folgenden findet ihr andere Parameter, nämlich beim Schneiden die halbe Geschwindigkeit (400 mm/min) und auch nur 6 statt 12 Durchgänge sowie beim Gravieren 4000 statt 3000 mm/min. Die oben genannten Parameter sind die finalen Werte, alles was jetzt folgt, sind Werte, die ich während des Ausprobierens verwendet hatte. Ihr werdet sehen, warum ich vor allem die Schnittparameter modifizieren musste, um ein gewichtiges Problem aus der Welt zu schaffen. Sorry für das Durcheinander – das ist der Preis dafür, wenn man einen Projektbericht schreibt, während das Projekt noch läuft. Aber auf diese Weise bekommt ihr einen realistischen Einblick in den brummschen “Versuch- und- Irrtum”-Lernprozess. Ich hoffe das isses wert. (c;

Zurück zum gravierten Muster

Ich bin ja mal gespannt, wie das Muster graviert aussieht. Dafür lege ich die Prototyp-Platte wieder ein, aus Spaß an der Freude lege ich auch die beiden ausgeschnittenen Kreise dazu, weil ich das Muster schön finde und auf den Kreisen haben will. Irgendeine Verwendung fällt mir für die beiden Kreise schon ein. Irgendwann.

Ist ganz OK so… Jep, das passt. (c:

Das Gravieren des Musters geht sehr schnell, weil ich mit maximaler Leistung (also 85%) losballern und deshalb auch ne sehr flotte Geschwindigkeit fahren kann: Der eine Durchgang benötigt weniger als 10 Minuten.

Die Seiten und das Oberteil sollen dasselbe Muster bekommen, aus erwähnten Wärmeabfuhr- und Lüftungsgründen wird es allerdings ausgeschnitten und nicht nur graviert. Das braucht deutlich mehr Zeit: Die 6 Durchgänge fahre ich mit 400 mm/min und benötige etwas mehr als 90 Minuten dafür. Das sind rechnerisch 7.5 Stunden reine Laserzeit für das gesamte Projekt… uff. Na hoffentlich lohnt sich das dann auch!

Der fertige Entwurf sieht ganz gut aus und macht Vorfreude:

Ups, es bleiben ja doch ein paar Schmauchspuren! Entweder lasse ich die – vielleicht sieht das am Ende gar nicht mal so schlecht aus – oder ich schleife die später noch ab. Mal sehen…

Nuja,… soviel Schmauch sollte es definitiv nicht sein! Das bedeutet, dass der Laserkopf untenrum dringend gereinigt werden muss.

Hoffentlich lässt sich das gut wegschleifen, sonst waren die anderthalb Stunden für die Miez. Aber das hat Zeit – erstmal nachgucken, wie verdreckt der Laserkopf jetzt ist:

Nach dem Abschrauben bestätigt sich die Vermutung: Dodahl versifft. Und ich weiß auch warum: Ich hatte den Fokusabstand nicht auf die optimalen 20 mm eingestellt, sondern ca. 1-1,5 mm tiefer. Damit liegt der exakte Fokus ein Stück weit im Sperrholz statt auf dessen Oberfläche – das soll die Schneidleistung etwas verbessern, hatte ich in diversen Lasergruppen gelesen. Der Nachteil ist, dass damit scheinbar nicht mehr genügend Luft zwischen der Unterseite der Düse und der Werkstückoberfläche zirkulieren kann. Bei 20 mm Fokusabstand wären das nur wenige Millimeter, und wenn man dann nochmal 1,5 mm tiefer geht… passiert eben genau sowas.

Begünstigend kam hinzu, dass ich mit 400 mm/min eine relativ langsame Schneidgeschwindigkeit gewählt habe. Ich werde beim nächsten Mal also wieder die doppelte Geschwindigkeit wählen und dafür die Anzahl der Durchgänge ebenfalls verdoppeln. Die Gesamtdauer ist dann zwar ein wenig länger, dafür sollten solche unschönen Überraschungen ausfallen.

Aber jetzt erstmal putzen. Und da hilft nur… Alkohol! (c:

Genauer: 99,9%iger Isopropanol. Und Wattestäbchen. Mit denen wird der Dreck geduldig weggeschrubbt, bis alles wieder frei ist. Lässt man das so, setzt sich die Düse irgendwann komplett zu, die Rauchgase werden dann nicht mehr durch den Luftstrahl des Air Assist weggeblasen und setzen sich auf der Oberfläche der Laserlinse ab. Dadurch erhitzt sich der Glaskörper und die Linse springt. Ende.

Also regelmäßig und penibel untenrum sauber halten.

Nach längerem Hin & Her hab ich mich jetzt doch nochmal umentschieden und möchte die Unterseite ebenfalls gelasert haben. Dafür gibt’s im oben verlinkten Generator ebenfalls ne Auswahlmöglichkeit. Die Variante mit meinen Parametern findet ihr hier.

Aber Daniel, warum denn jetze doch noch mit gelasertem Boden?

Weil, wenn ich ne dickere Holzplatte einsetze (wegen des tieferen Schwerpunktes und so), dann sieht man diese Platte durch die ausgelaserten Ausschnitte des Mandalas durch. Und das wäre doof.

So, hier also nochmal die Grundform, wie der Generator sie für Lightburn ausgibt:

Das ist mein Grundgerüst, und da kommen jetzt wieder alle die Add-Ons rein, die ihr oben in den Prototypen-Fotos schon gesehen habt: Die Mandalas, die Ausschnitte für die Einbauleuchte und für den Dimmerschalter. Jetzt wo ich weiß wie das geht, ist das ne Sache von Minuten.

Aber vorher noch ein paar Worte (und Bilder) zur…

Bodenplatte

So’n Würfel hat ja nu sechs Seiten, und ich bring’s einfach nicht über mich, die Unterseite frei zu lassen. Muss wohl ne Ego-Sache sein. Dem Würfel untenrum ein Mandala zu gravieren ist recht sinnbefreit, das wäre nur noch steigerbar, wenn ich das Mandala wie seitlich und obendrauf ausschneiden würde. Also kein Mandala… Aber was dann?

Wie wäre es mit einem Link zu diesem Artikel hier? Na, bin ich ein KV* oder was? Und: Ich beanspruche Bonuspunkte für die Idee, die URL gleich noch als hippen QR-Code da droff zu gravieren!

* KV = Cleverer Fuchs. Ja, ich weiß…

Passende & kostenlose Generatoren dafür gibt’s viele, ich hab QR-Code Monkey verwendet.

So, damit wäre auch die letzte Seite fertsch, zumindest im Design.

Damit’s jetzt auch fein leuchtet, fehlt nur noch…

Die Elektrik

Und die ist denkbar einfach, denn sie besteht aus nur drei Komponenten:

  1. Ein dimmbarer 12V LED-Einbaustrahler mit niedlichen 7 Watt Leistung (gekauft bei aliexpress.com für knapp 5€)
  2. Dimmerschalter mit Touch-Funktion, ebenfalls ein Einbaumodell (gekauft bei aliexpress.com, 3 Stück für knapp 8€)
  3. Netzteil mit 220V Input (also der Teil, den man in die Steckdose knüppelt) und 12V DC / 2A Output (lampenseitig)

Das Netzteil hatte ich noch rumliegen, der Rest wurde neu gekauft und war quasi “Pfengkram”. Ich habe den Strahler und den Dimmer oben verlinkt, aber da solche Artikel selten das ewige Leben haben, hier die technischen Details.

Der Einbaustrahler

Von den Strahler gibt’s verschiedene Modelle, ich habe mich für die jeweils unterstrichenen Varianten entschieden:

  • dimmbar vs. nicht dimmbar
  • warmweiß, kaltweiß, neutralweiß
  • 3 / 5 / 7 / 9 / 12 / 18 Watt Leistung

Die detaillierte Artikelbeschreibung:

Der Dimmerschalter

Ist ebenfalls ein Einbaumodell und speziell für LED’s gedacht. Damit kann man also keine 220 Volt Lampen dimmen, da wäre zuviel Brühe off dor Schnure und das Teil täte euch durchbrennen.

Beim Dimmerschalter müsst ihr beachten, dass ihr ihn mit dem richtigen Netzteil kombiniert, nämlich eines das Konstantspannung (12V DC in meinem Fall) liefert und nicht Konstantstrom. Die Artikelbeschreibung hatte dankenswerterweise explizit und auch für elektrische Laien wie mich verständlich darauf hingewiesen:

Anmerkung zu “Chinaware”

Im Laufe der letzten Jahre sind die Artikelbeschreibungen auf solchen “Wildwest-Platformen” wie aliexpress im Schnitt (d.h. nicht immer, aber immer öfter) deutlich besser geworden. Das hier ist aktuell so das obere Ende des Spektrums, man findet alles Wichtige (oder ich Elektrolaie übersehe schlicht, dass da irgendwas Relevantes fehlt). Und auch die Qualität der Artikel selbst ist inzwischen fast immer erfreulich* gut.

* oder aus Sicht des Standorts Deutschland: erschreckend gut. Meine Meinung: Wer heute noch einen “made in Germany“-Dünkel hat, ist schlicht aus der Zeit gefallen. Ich rede jetzt nicht von Industriequalität, die kann ich mangels Erfahrung (noch) nicht beurteilen. Aber im B2C Bereich gibt’s immer weniger “Chinaschrott”. Oder ich hab entweder Glück mit meinen Käufen bzw. kaufe nur Dinge, die das nicht betrifft. Durchaus möglich dass ich hier einen Bias habe, den ich nicht bemerke.

Hier ebenfalls: Sowohl am Schalter als auch an den Strahlern Strahler finde ich rein optisch und haptisch absolut nix zu meckern. Gut, der Strahler hat an der Blende nen kleinen Lackierfehler, aber damit kann ich gut leben. Wie die Qualität der eigentlichen Technik ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Und was die Lebensdauer der Produkte und der Hersteller selbst angeht… sagen wir mal so: Ich bin mal gespannt, ob ich die angegebenen 5 Jahre Garantie in Anspruch nehmen muss und ob dann noch jemand da ist, der die einlöst. (c;

Aber in Anbetracht des sehr schmalen Talers nehme ich das jetzt einfach mal in Kauf. Ja ich weiß, Globalisierung und so, Geiz-ist-geil-Mentalität, etc. Ihr habt vollkommen Recht und ich will mich da auch gar nicht rausreden.

Aber.

Ich up- und recycle schon ziemlich viel, baue eigenes Gemüse an, wir verzichten zunehmend auf Fleisch, sparen an vielen Stellen Strom & Wasser, haben Solarthermie, nen Kachelofen (befeuert mit selbst geschlagenem Holz aus’m Garten), ein supergedämmtes Haus am Start, fliegen nicht in den Urlaub und erziehen unsere Kinder umweltbewusst. Manchmal erlaube ich mir dann halt solche kleinen Sünden. Mea culpa.

Der Zusammenbau

Die Elektromontage ist so einfach, dass ich mir und euch einen Schaltplan erspare. Der Dimmerschalter hat einen eindeutig gekennzeichneten Eingang (der mit dem “Input” Label), die anderen beiden Adern müssen demnach zur Lampe gehen. Jetzt kommt’s eigentlich nur noch darauf an, die Farben der Adern nicht zu verwechseln. Rot auf Rot und Schwarz auf Schwarz (bzw. Schwarz auf Weiß). Easy peasy.

In die Rückseite des Würfels kommt die Buchse für das Netzteil:

Und so sieht das Ganze dann von außen aus:

Wer geometrisch begabter als ich ist, kann auf diesem Bild erkennen, dass ich einen weiteren Fehler gemacht habe. Ich selbst hab’s erst bemerkt, als es zu spät war und ich die Rückseite einsetzen wollte…

Na, seht ihr’s?

Ich hab für die Rückseite den falschen Außenumriss verwendet, da muss mir ein Copy&Paste-Fehler passiert sein. Mit anderen Worten: Ich hab geguttembergt.

Also, der Umriss der Rückseite müsste mit der Vorderseite identisch sein. Und wenn ihr die Ecken vergleicht, werdet ihr feststellen, dass die nicht übereinstimmen. Irgendwie hab ich da versehentlich eine Seitenwand hergenommen. Setzt man das dann zusammen, passiert das hier:

Oben passt’s, seitlich nicht.

…ooookay. Das war jetzt die dritte Ausschuss-Würfelseite.

Also nochmal neu. Nützt ja nüscht. Und inzwischen hab ich ja auch Routine. Und hey – am Ende krieg ich vielleicht nen kompletten zweiten Würfel zusammen? Haha.

Der Boden

Dafür macht der Boden Spaß!

Wozu die vier Kreise in den Ecken da sind, erkläre ich euch weiter unten. Der QR Code wird am Monitor schon mal vom Wischkästl erkannt und leitet auf die URL um. Fein, soweit.

Mal sehn ob auch der gelaserte QR Code erkannt wird…

Puh, funktioniert! (c:

Jetzt muss die Seite nur noch zu ihren Nachbarn passen. Nich dass da wieder was schief ging… Hibbel!

Hurra!

Die Seiten passen so straff ineinander, dass ich eigentlich auf Leim verzichten kann. Der Würfel soll aber in Sofanähe wohnen, und das bedeutet, in unmittelbarer Nachbarschaft zu spielenden Kindern. Ich sag nur Kissenschlachten. Also wird der verleimt, Punktausende. Ich lasse allerdings den Boden unverleimt, damit ich bei Bedarf zerstörungsfrei an das Innenleben rankomme. Dafür bekommt der Boden noch vier Löcher, in die ich reingreifen und die Platte vorsichtig raushebeln kann. Ich hoffe allerdings, dass ich das nie machen muss, denn das sitzt alles dermaßen straff, dass ich Bammel hab, dass mir da irgendwas zerbricht. Und das wäre der Supergau.

Die fertige Lampe

Boah, was bin ich…

a) stolz auf die fertige Lampe und

b) froh, dass das endlich fertsch ist! (c:

Das Foto ist kurz nach 23 Uhr entstanden und ist ähnlich wie das Video wohl erstmal nur ein Platzhalter, bis ich was besseres geknipst & gefilmt habe.

Das Video ist in Sachen Beleuchtung ebenfalls nicht so doll, vermutlich schiebe ich da nochmal eins hinterher. Dass ich da was dimme, “korrigiert” die Handykamera einfach weg… Aber da die Lampe im Halbdunkeln am brummschen Sofa ihren Dienst tun so, sind das schonmal halbwegs realistische Lichtverhältnisse.

Eyecandy / Bookporn: The finished project

So, jetzt nochmal bei Tageslicht…

Von vorn:

Von hinten:

Untenrum:

Die Lampe an ihrem Arbeitsplatz:

Die Lampe bei der Arbeit. Selbst runtergedimmt immer noch hell genug zum Lesen, auch wenn das auf dem Bild vielleicht zu dunkel aussieht:

Vorlage zum Nachbasteln

Hier die wie immer kostenlose Vorlage, einmal als Lightburn-Datei und einmal als .svg. Entpacken bitte mit 7zip.

Falls ihr die Lampe nachbaut, würde ich mich wie Bolle freuen, wenn ihr mir euer Werk zeigt! (c:

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