Vorzucht-Report: Paprika umtopfen, Salat abhärten

Die zweite Februar-Pflanzzeit ist seit gestern früh 7 Uhr vorbei, aber heute 13 – 17 Uhr ist nochmal thun’sche Frucht-Zeit. Und die im Januar/Februar gesäten Paprika sind inzwischen so groß, dass ich sie gern aus ihren Gemeinschaftstöpfchen vereinzeln würde. Nach der Kompostaktion von gestern gibt’s also auch am Sonntag was zu gärtnern. Also los. (c:

…oh, und der Salat (die Sorte Baquieu, für alle Nicht-Stammleser) muss dringend mal abgehärtet werden, das hätte ich schon viel eher beginnen sollen! Aber die letzten paar Wochen waren düschdsches Sauwetter (die Sturmtiefs Ylenia und Zeynep, ihr erinnert euch?), also blieben die Kleinen eben ne Weile länger drin. Jetzt aber nüscht wie raus!

Viel zu verwöhnte Baquieu-Teenies

Hier im Vergleich dazu Baquieu’s aus exakt demselben Saatgut, das ich einer Bekannten (Dafu Kijani ZimaZaa, für alle Wurzelwerker) geschickt hatte und die es offensichtlich deutlich besser gemacht hat als ich:

So muss das!

Hier ein paar Infos von Dafu dazu:

Die Januar-Nachzucht ist bei 16 Grad geschlüpft, sie wohnt auch bei 16 Grad unter 16 Stunden Kunstsonne in Pornolila. Jetzt werden sie abgehärtet für den Umzug in den Folientunnel. Der Farbunterschied zu Freilandpflänzchen ist bemerkenswert. Der Salat mag es gerne kühl. Die „Klein-Bertholdse“ sind für den Winter „gebaut“, daher würde ich sie definitiv immer kühl wachsen lassen. Meine September-Brut hat offenbar zu wenig Licht abbekommen und wirkt irgendwie nicht so stramm wie seine kleinen Geschwister. Auch die Keimrate war sehr viel besser bei der Januar-Aussaat. Mein Fazit: Kühl mit sehr viel Licht sind die idealen Bedingungen.

Dafu Kijani ZimaZaa, 27.02.2022

Also: Macht’s besser so wie sie und nicht wie ich. Die Vorzucht im WoZi ist schön und gut und ich mag es auch, den Pflanzen über ein paar Wochen beim Wachsen zuzugucken, aber wenn’s keine Idealbedingungne sind, mache ich das nächstes Jahr anders.

Mein Abhärtungsplan folgt mehr oder weniger den Wurzelwerk-Empfehlungen von Marie Diederich. Guckst du hier. Langsam anfangen mit einer Stunde im Schatten, dann schrittweise länger und auch mal in die Sonne. Später dann auch mal nachts draußen lassen. Also heute erstmal nur ne Stunde raus, idealerweise komplett im Schatten. Ich hab meine gleich 30 Minuten in die Sonne und dann 30 Minuten in den Schatten gestellt. Mal sehn ob die mir das übel nehmen.

Da ich das Vorzuchtbrett in der Fensterlaibung nicht ohne Weiteres abnehmen kann und die kleinen Töpfe auch nicht alle einzeln raustragen will, stelle ich die jetzt alle zusammen in einen 60×40 Eurobehälter. Da bleibt der Salat-Kindergarten die nächste Zeit drinne. Die Baquieus ziehen also um – ab in den Hauswirtschaftsraum unter die zweite Anzuchtstation mit euch! (c:

Weiter geht’s mit den Paprika-Teenies. Die hier sind die Corno di Torro Rosso, eine der neuen Sorten die ich dieses Jahr zum ersten Mal ausprobiere. Vor allem die Pflanzen im rechten Becher sollten dringend vereinzelt werden, bevor deren Wurzeln ineinander wachsen. Ich verwende gesiebten Kompost ohne irgendwelche Zusätze, jedenfalls jetzt erst einmal. Die Erde hatte ich gestern gesiebt und über Nacht ins Haus geholt, damit die nicht so kalt ist. Das Umtopfen ist schon stressig genug, da muss ja nicht noch ein Temperaturschock dazu kommen. Angegossen wird mit warmem Wasser. Jetzt werden die Kleinen noch verwöhnt, das Abhärten kommt später.

In den drei großen gelben Töpfen und dem lila Becher sind die am 25.12. gesäten Paprika der Sorte King of the North. Die stehen schon seit Wochen in diesen größeren Gefäßen. Zwei von denen sind richtig durchgestartet, die beiden anderen mickern rum. Ich vermute dass die mit einem Trauermückenbefall an den Wurzeln kämpfen, kann das jetzt aber nicht ohne Umtopfen nachprüfen. Memo an mich selbst: Beim nächsten Gießen wieder Neemöl 1:100 beimischen. Inzwischen hab ich kaum noch Trauermücken rumfliegen, Nematoden, Gelbtafeln und Neemöl haben scheinbar gewirkt. Gottseidank!

In den drei hellblauen Töpfen wohnen ab jetzt Paprika der Sorte Oda, ausgesucht hauptsächlich wegen des genialen Lilas . Die sind zwar noch kleiner als die eben Erwähnten, aber wenn ich einmal am Umpflanzen bin, kann ich die gleich auch mit abfrühstücken. Ich hab noch nen zweiten Anzuchtbecher, wo noch kleinere Oda’s zusammen drin stehen, und die bleiben auch erst einmal da drin stehen. Mal sehen wie sich beide Gruppen im Vergleich entwickeln – gesät und ausgepflanzt wurden sie ja jeweils am selben Tag. Immer wieder spannend, solche kleinen Experimente. (c:

Im Hauswirtschaftsraum wird’s langsam eng. Ein Eurobehälter mit Erbsensprossen wurde heute geleert – nach der dritten Sprossenernte haben die einfach keine Kraft mehr und 90% der Pflänzchen gehen ein. Der Platz wurde sofort von der Baquieu-Kindergartengruppe belegt.

Oh, und: Zwischen den Erbsen und auch in den Paprika-Gemeinschaftstöpfchen wuchsen diverse Mysterytomaten, -paprika und eine …tja, was eigentlich? Vermutlich eine Physalis, möglicherweise aber auch eine Aubergine. Alles Zeuch, dessen Samen im Kompost überlebt haben und dann spontan keimen. Erfahrungsgemäß werden das sehr vitale Pflanzen, das hab ich die letzten zwei Jahre bemerkt. Ich bringe es nicht übers Herz, denen aus dem Leben zu helfen – eigentlich sind die mindestens einen Monat zu früh dran und machen später Probleme, weil sie vergeilen.

Glücklicherweise freut sich der große Gartenzwerg darüber. Erstens hat er jetzt die allerersten Tomaten und zweitens kann er endlich seine neue Topf-Kollektion in Betrieb nehmen, die wir zusammen vor nem Monat oder so angesprayt haben. Ich finde, er hat sich ne schöne Farbkombination ausgesucht. Geschmack hat er! (c:

Und ich hab ebenfalls was davon: So kann ich nämlich Ende Mai sehen, wie sich die frühen Pflanzen im Vergleich zu denen entwickelt haben werden (schon wieder Futur Zwo…), die ich planmäßig erst im März säe.

Übrigens, noch was zu den Trauermücken: Da oben rechts seht ihr so eine elektrische Fliegenfalle hängen. Im Gegensatz zu den beiden Pflanzen-LEDs hängt die nicht an der Zeitschaltuhr, sondern läuft 24/7 durch. In Kombination mit Gelbtafeln, Neemöl und Nematoden hilft das ganz gut.

One response to “Vorzucht-Report: Paprika umtopfen, Salat abhärten”

  1. […] Menge Konservendosen oder anderes Zeuch für die Anzucht aufgehübscht hätte, die letzten Jahre. Oder. darüber. gebloggt. hätte. Ach […]

Kommentar verfassen