The Big Rauspflanzening 2026

Wie bei den meisten (gewächshauslosen) Gärtnern der hiesigen Klimazone ist das Rauspflanzen der Tomaten, Paprika und Gurken kurz nach den Eisheiligen Tradition in Brummehausen. Und irgendwann nach diesem wichtigsten Ereignis im brummschen Gartenjahr gibt’s den nachgeschobenen Bericht hier im Blog.

So wie heute.

Der Plan

Ich hab mir den Freitag vor Pfingsten frei genommen, weil der thunsche Pflanzkalender* ab 13 Uhr „Frucht“ vermeldet – ideal also, um sich um Fruchtpflanzen wie Tomaten, Paprika, Gurken und Inkagurken zu kümmern. Tags drauf, am Samstag dauert die Fruchtphase nur bis 13 Uhr, am Sonntag ist dann wieder ganztätig Frucht-Zeit. Der Plan also:

  • Freitag vormittags alles vorbereiten: Alle Jungpflanzen nach Sorten sortieren (die stehen mehr oder weniger unsortiert im Gartenhaus) und dann gleich an ihre jeweiligen Standorte bringen. Klingt nach ner Kleinigkeit, aber in Summe kostet das richtig viel Zeit.
  • Ab 13 Uhr lospflanzen, beginnend mit den Kübeln auf der Terrasse und am Gartenhaus. Mal sehen wie weit ich komme.
  • Samstag bis 13 Uhr und Sonntag dann den Rest, voraussichtlich ins Freilandbeet. Außerdem müssen noch Bohnen und Inkagurken gesät werden.

* hier mehr zu Maria Thun und ihren Gärtnermethoden.

So zumindest der Plan.

Am Freitag morgen wachte Kind 2 mit Bindehautentzündung auf. Also ab zum Kinderarzt, der erst ab 8 Uhr öffnet und bei dem man erfahrungsgemäß 2-3 Stunden wartet. Wenn er denn nicht gerade über Pfingsten urlaubt. Da geht der Plan.

Also ab zur Vertretungspraxis, wo wir genauso lange gewartet haben. Der kleine Patient hat lobenswert durchgehalten, war aber am Ende genauso froh wie ich, als wir fertig waren und aus der Praxis raus waren. Zur Belohnung ging’s dann nochmal über den Markt bummeln, wo sich er was von den Gemüseständen raussuchen durfte. Wir landeten natürlich beim Stand einer Gärtnerei, die Jungpflanzen im Angebot hatte. Vater und Sohn im siebten Gärtnerhimmel! Wir haben uns zusammengerissen und diszipliniert beschränkt auf

  • ein Gold-Oregano
  • 6 Gurkenjungpflanzen (weil unsere nicht gekeimt sind)
  • ein dunkelviolettes Basilikum
  • eine Orangenminze

Wieder zuhause ging’s dann mit 4 Stunden Verspätung los. Kein Plan überlebt die Begegnung mit der Realität, kennt ihr sicher.

Tag Eins

Die ersten Kübel (ganz rechts) sind fix bepflanzt. Die Gartensalate und Roten Melden hatten sich selbst ausgesät, überwinterten hier drin und sind im Frühjahr schön gewachsen. Für die Rote Melde haben wir noch kein Lieblingsrezept gefunden, daher gehen die meist an die Kaninchen oder Hühner. Die Salate werden entweder umgesetzt oder stehen gelassen.

Mehrere schwarze Kunststoffwannen auf einem Regal vor einer Holzwand, bepflanzt mit Salat, Roter Melde und Tomatensetzlingen sowie schon blühenden Paprika. Die Erde ist mit grau-weißem Mulchmaterial bedeckt — erkennbar Schafwolle als natürlicher Mulch und Langzeitdünger. Tropfbewässerungsschläuche sind in mehreren Wannen verlegt. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Ich muss – mal wieder – ein paar Worte über die Schafwolle verlieren. Stammleser mögen mir die Wiederholung verzeihen.

Das Zeug ist als Mulch ein absoluter Gamechanger, das kann man gar nicht oft genug sagen. Ihr seht ja, wie dick die Wollschicht ungefähr ist: Gar nicht mal so viel – aber das reicht, um in Verbindung mit dem Blumat Bewässerungssystem in den unteren Kübeln und den eingebuddelten Ollas in den oberen Kübeln dafür zu sorgen, dass die Erde in den Neunzigliterkübeln selbst im heißesten Sommer auf der Südseite des Hauses nicht austrocknet.

Nahaufnahme einer schwarzen Kunststoffwanne mit Schafwollmulch. Bepflanzt mit grünem Salat, Roter Melde und Gartensalat (Baquieu). Mittig ein eingesetzter Tontopf  als Gießhilfe (eine sogenannte "Olla") daneben ein Schieferstein als Abdeckung. Links eine Pflanzschaufel im Boden. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Ollas könnt ihr fertig kaufen (die Größe von 3 Litern ist für 90 Liter -Kübel ideal) oder für einen Bruchteil der Kosten aus Terracottatöpfen selbst bauen, siehe hier, da und dort.

Mal kurz in die Tiefe gebuddelt, damit ihr seht, wie gleichbleibend feucht die Erde ist. Tomaten und Paprika lieben konstante Bodenfeuchte und danken es mit besserer Ernte und robusterer Gesundheit.

Zwei schwarze Kunststoffwannen vor der Hohlzwand eines Einfamilienhauses. Die hintere Wanne ist mit Schafwollmulch bedeckt und bepflanzt mit mehreren Paprikapflanzen sowie jungen Gartensalaten. Die vordere Wanne ist zur Hälfte noch unbepflanzt mit frischer dunkler Erde, zur anderen Hälfte bereits mit Schafwolle gemulcht; mittig ein kleiner Tontopf als Gießhilfe mit einem Schieferstein als Abdeckung, daneben ein junger Paprikasetzling. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Wenn ihr keine Schafwolle habt oder organisiert bekommt (kleinanzeigen.de ist euer Freund!), könnt ihr auch Holzhackschnitzel nehmen oder Rasenschnitt. Da mir gerade die Wolle ausgegangen ist, hab ich jetzt einen grünen Farbtupfer auf der Terrasse. Mal sehen wie gut sich Rasenschnitt gegen die Wolle schlägt.

Zwei Reihen schwarzer Kunststoffwannen vor einer Holzwand. Die hinteren Wannen sind mit Schafwollmulch bedeckt und bepflanzt mit Paprika sowie vereinzelten Salatsetzlingen. Die vordere Wanne ist frisch mit Grasschnitt gemulcht, darunter erkennbar junge Tomatensetzlinge. Links im Vordergrund ein Blatt Roter Melde. Tropfbewässerungsschläuche sind in den vorderen Wannen verlegt. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Dieses Jahr probiere ich zum ersten Mal Microdwarf Zwergtomaten aus. Mal sehen ob die sich einen dauerhaften Platz in der brummschen Tomatenauswahl erobern. Passenderweise pflanzt man diese Zwerge natürlich ins Wichtelbeet, je zwei pro Kübel:

Holzterrasse mit einem kleinen selbstgebauten Tisch links, darauf mehrere Töpfe mit kleinen Tomatenpflanzen. Rechts ein auffälliges langes Hochbeet aus bunt bemalten Wichteln aus Holzlatten — jeder Wichtel in einer anderen Farbe (rot, blau, grün, gelb u. a.) — bepflanzt mit dicht gewachsenem Feldsalat. Im Hintergrund eine Natursteinmauer mit einem Streifen Erdbeeren und eine alte Metallgießkanne. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Jeder Kübel bekommt später noch ein halbes Dutzend Kletterbohnensamen rein, für die ich – wenn die Schnecken sie nicht wegsnacken – dann ein Rankgerüst bauen werde. Die hier gesäten Bohnen sind auch wieder ein Experiment: Ich hab erstmalig Spaghettibohnen ausprobiert, die angeblich 50-70 cm lang werden sollen! Genauer: Die Sorten Metro, Tapir und Red Noodle. Klar erntet man die eher, damit sie zart bleiben, aber in meinem Kopf sieht das trotzdem spektakulär aus. Mal sehen…

Noch sieht’s hier drin einigermaßen leer aus… die restlichen Feldsalate werden entweder in den nächsten Tagen geerntet oder bleiben bis zur Samenernte drin, je nachdem wie sehr die Tomaten und Bohnen Platz brauchen.

Nahaufnahme des bunten Hochbeets aus dem vorherigen Foto, nun aus einer anderen Perspektive bei starkem Gegenlicht (leichter Lensflare). Die bunt bemalten Holzlatten mit Gartenwichtelmotiven sind deutlicher erkennbar. Das Beet ist in mehrere Segmente unterteilt, bepflanzt mit verschiedenen Pflanzen und Jungsetzlingen mit Pflanzsteckern. Im Hintergrund die Natursteinmauer, dahinter weiteres Grün und eine alte Metallgießkanne. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Die Paprikapflanzen sind dieses Jahr weiter als in den letzten Jahren: Alle blühen schon… ich habe es nicht über’s Herz gebracht, mehr als die erste Blüte – die sog. „Königsblüte“ – zu entfernen und sie stattdessen versuchsweise einfach machen lassen. Man soll, so hab ich das jedenfalls verstanden, ja anfangs alle Blüten abknipsen, damit die Pflanzen erstmal alle Energie ins Wachstum investieren. Tja, meine sind dieses Jahr spektakulär kräftig geworden UND blühen. Einige haben sogar jetzt schon die ersten Früchte!

Nahaufnahme einer blühenden Paprikapflanze in einer mit Schafwollmulch bedeckten Wanne vor der Holzfassade des Einfamilienhauses. Die Pflanze trägt zahlreiche kleine cremeweiße Blüten in verschiedenen Stadien — von geschlossen bis voll geöffnet — sowie bereits erste kleine Fruchtansätze. Ein Pflanzstecker ist am unteren Bildrand erkennbar. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Viele Tomaten dagegen sind arg vergeilt und deutlich unschöner als in den letzten Jahren. Die Ursache ist mir klar: Ich hatte sie zwar ins Gartenhaus mit seinem transparenten Acryldach gestellt, aber einige Standorte da drin waren trotzdem deutlich zu dunkel. Genau diese Pflanzen sind dann vergeilt. Das ist kein Beinbruch, die setzt man einfach tiefer ins Pflanzloch und lässt nur die Spitze oben aus der Erde gucken. Der Teil des Stängels, der dann unter der Erde ist, bildet dann neue Wurzeln, sodass die Pflanze sehr schnell aufholen kann. Ich wette, Mitte bis Ende Juli sieht man kaum noch Unterschiede zu den jetzt besser entwickelten Pflanzen.

Frisch eingepflanzter Tomatensetzling in einem Holzrahmen-Hochbeet vor einer Natursteinmauer mit Moosbewuchs. Der Setzling liegt noch flach und weit ausladend auf der dunklen Erde — typisch für tiefes Einpflanzen, bei dem der Stängel bewusst schräg oder liegend eingegraben wird, damit er zusätzliche Wurzeln bildet. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Immer mit beim Gärtnern dabei: Die brummsche Gartenmiez. Hart am Arbeiten!

Dreifarbige Katze (Schwarz-Weiß-Orange, Schildpattmuster) schläft ausgestreckt auf der Holzterrasse des Einfamilienhauses, neben einer Terrassentür. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Sie verträgt sich zwar nicht mit den beiden Nachbarskatzen (die gehen sich inzwischen einigermaßen konfliktfrei aus dem Weg), aber letztere sind ultraneugierig und eigentlich immer mit dabei, wenn ich an den Beeten gärtnere, die in ihrer Sichtweite sind:

Schwarz-weiße Katze balanciert auf dem Rahmen eines Hochbeets, das dicht mit blühendem Feldsalat bewachsen ist. Im Hintergrund sonniger Rasen mit Maschendrahtzaun. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Das weiße Blütenmeer ist übrigens Feldsalat. Den kann man (auch das hab ich vermutlich schon mehrfach erwähnt – mea culpa) in allen Teilen außer der Wurzel essen, auch wenn er blüht. Bei Gartensalaten sollte man ab der Blüte bzw. wenn er beginnt zu schießen nicht mehr ernten, falls man nitratreichen Boden hat. Feldsalat ist da unkomplizierter. Was nicht gegessen wird, versorgt die Bienen und später ernte ich hier das Saatgut für’s nächste Jahr.

Zwischenrein fällt mir auf, dass ich ja noch das Frostschutzvlies auf der Kartoffelzeile habe. Das ist nun wirklich nicht mehr nötig und kann jetzt definitiv weg.

Langes Gartenbeet mit weißem Vlies abgedeckt, mit Steinen am Rand beschwert. Ein schwarzer Pflanzstecker aus Schiefer trägt die handschriftliche Beschriftung „A3 Kartoffeln Purple Rain 27.4.26". Im Hintergrund weitere Beete mit blühenden Pflanzen im Abendlicht. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Darunter wächst, völlig unüberraschend: Der Erzfeind. Dieses Unkraut vermehrt sich über die Wurzeln und ich bekomme es seit Jahren nicht aus dem Beet. Lässt man’s wachsen, überwuchert es alle Nachbarn und erstickt sie mit meterlangen Ranken. Eine nur 10 cm große Pflanze kann gut und gerne ne über 50 cm lange Wurzel haben, und die reißen superleicht ab, selbst in Kompostbeeten mit ihrer lockeren Erde. Jeder Zentimeter Wurzel der im Boden bleibt, treibt neu aus. Habe das mal in einem Glas mit Erde getestet, ist also keine bloße Behauptung.

Noch ist das Beet größtenteils frei (der Spinat ist dieses Jahr nicht richtig aufgegangen, sonst wäre es hier schon deutlich voller), und ich komme überall gut hin, daher versuche ich – noch- jeden kleinen Mini-Erzfeind zu erwischen Sobald es auf’m Beet voller wird, werde ich diesen Kampf verlieren. Hmpf.

Dasselbe Beet „A3 Kartoffeln Purple Rain 27.4.26" nun ohne Vlies, im warmen Abendgegenlicht mit Lensflare. Die Kartoffelpflanzen sind bereits aufgegangen, aber auf dem Bild kaum zu erkennen, domoniert wird die Beetzeile von Beikräutern. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Leider fressen die Schnecken das Zeug nicht, und auch die Erdkröte ist an der Stelle keine Hilfe.

Erdkröte (Bufo bufo) gut getarnt zwischen Grashalmen, mit charakteristischen orangefarbenen Augen (im Foto nur schlecht zu erkennen). Wasserzeichen: derbrumme.de.

Am Ende des Tages sieht’s dann so aus:

Gesamtübersicht des Gartens im Abendlicht nach abgeschlossener Pflanzaktion. Entlang der Natursteinmauer eine große Anzahl nun wieder leerer Eimer und Töpfe verschiedener Größen und Farben — die Setzlinge sind bereits eingepflanzt. Rechts an der Holzfassade des Einfamilienhauses die Wannen mit Schafwollmulch und frisch gesetzten Jungpflanzen. Im Hintergrund links ein großes Kaninchenstall-Gehege aus Holz und Draht mit einem kleinen Solarpanel an der Seite, davor üppig bepflanzte Beete mit Erdbeeren und weiteren Pflanzen. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Aus einem anderen Blickwinkel deutlich idyllischer:

Claude hat geantwortet: Blick entlang der Holzterrasse zwischen Natursteinmauer (links) und Holzfassade des Einfamilienhauses (rechts).Blick entlang der Holzterrasse zwischen Natursteinmauer (links) und Holzfassade des Einfamilienhauses (rechts). Rechts eine Reihe von Wannen und Töpfen in einem Holzregal mit Schafwollmulch und frisch gepflanzten Setzlingen, Tropfbewässerung verlegt. Links auf der Mauer einzelne Töpfe und Pflanzkasten. Im Hintergrund der Gartenbereich mit blauem Eimer, Sitzgelegenheit und weiteren Kastenbeeten. Wasserzeichen: derbrumme.de.

…und nochmal von hier. Das wird in ein paar Wochen einen tollen vorher/nachher Vergleich geben! (c:

Holzterrasse eines Einfamilienhauses mit vertikaler Holzfassade, aufgenommen bei sonnigem Abendlicht. Entlang der Hauswand mehrere Hochbeete und Pflanzgefäße mit Jungpflanzen (erkennbar Tomaten), teils mit Wollmulch bedeckt. Eine Metallgießkanne steht auf der Terrasse. Links eine Sitzecke mit Hängesessel, Gartenstühlen und Sonnenschirm. Rechts üppig bewachsene Hochbeete mit Tomaten, rechts dahinter Beerenpflanzen. Im Vordergrund Töpfe mit frischer Erde und bunte Pflanzenstecker. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Ich bin einigermaßen knülle, aber zufrieden. Die Bilanz kann sich sehen lassen: 65 Jungpflanzen hab ich geschafft!

Ich bringe noch schnell ein paar Tomaten für morgen an ihren zukünftigen Wohnort, stelle dabei fest, dass hier vor’m Pflanzen erstmal Platz geschaffen werden muss…

Gemüsebeet mit Frühlingszwiebeln und Roter Melde, dazwischen kleines Beikraut. Im Hintergrund blühender Feldsalat. Rechts eine graue Transportkiste mit einem Topf-Tomatensetzling, bereit zum Einpflanzen. Links ein Maschendrahtzaun. Wasserzeichen: derbrumme.de.

…und erkläre dann den Gartentag offiziell für beendet.

Morgen geht’s weiter!

Tag 2

Hmmm… die 65 Pflanzen waren scheinbar ein paar zuviel: Ich wache auf mit schmerzendem rechten Unterarm. Und jetzt bitte keine Witze über Chemnitzer mit überanstrengtem rechten Arm – bittedanke… 😉

Erstmalig in der Geschichte des Großen Rauspflanzenings hab ich mir wohl ne Sehnenscheidenentzündung eingefangen. Überhaupt isses das erste Mal dass ich sowas hab. Na gut, man wird halt nicht jünger. Muss gehen, heute muss ich eigentlich nur noch die restlichen Jungpflanzen in die Erde bringen, und gestern hab ich bestimmt so um die 2/3 geschafft. Zähne zusammenbeißen, Indianer kennen keinen Schmerz, Gärtner sowieso nicht, und Männerkinder halten tapfer durch (während sie jammern). (c;

Los geht’s mit dem Freilandbeet.

Szene aus einem Gemüsegarten: Links ein dicht bepflanztes Beet mit Frühlingszwiebeln, roter Melde und im Vordergrund unscharf Wildblumen (gelbe Hahnenfußblüten). Mittig eine graue Transportkiste mit Jungpflanzen zum Einpflanzen, daneben weitere Töpfe mit Tomatensetzlingen. Rechts mit Holzhäcksel gemulchter Boden mit zusätzlichen Pflanzgefäßen. Im Vordergrund Gartenwerkzeug: blauer Eimer mit Grünschnitt, weißer Eimer mit Gartenhandschuhen und einer kleinen Pflanzschaufel, dahinter ein Spaten und eine Grabegabel. Aufgenommen bei sonnigem Wetter. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Bevor ich hier loslege, muss ich erstmal die vertrockneten Stängel des Fenchel wegschneiden, die ich den Winter über stehen gelassen hatte, weil das prima Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten sind. Die ausladende, knapp 2m hohe Pflanze geht mittlerweile in ihr drittes Jahr. Wo die herkam, ist mir bis heute ein Mysterium – ich habe noch nie Fenchel gesät…

Nahaufnahme eines Beets mit jungem Fenchel (feinfiedrige, zarte Triebe), daneben Frühlingszwiebeln und weiteres Grün. Im Vordergrund eine schwarz-orange Gartenschere (Fiskars). Im Hintergrund blühende Stauden. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Für die Pflanzen schön, für mich eher ungünstig: Das Beet liegt morgens und vormittags in der Sonne, und die diesjährigen Pfingsttage sind ordentlich warm. Aber hey, ich will nicht meckern – wir müssen uns eh langsam an die Sommertemperaturen gewöhnen, und mir fehlt noch die 2026er Gartengrundbräune.

Nach einer schnellen Aufräumaktion (Hasen und Hühner bekommen heute mehrere außerplanmäßige Haufen Grünzeug) kommen die Tomaten zwischen die Bewohner, die hier schon seit Herbst wohnen: Zwiebeln, Garten- und Feldsalat, Rote Melde. Ich musste mich arg zusammenreißen, um nicht noch drei Dutzens solcher Gardenporn-Fotos zu knipsen…

Bodennahe Nahaufnahme eines Mischkulturbeets: Rote Melde, Frühlingszwiebeln und kleines Beikraut wachsen dicht nebeneinander in dunkler, feuchter Erde. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Mischkultur und Wintergärtnern rulez!

Diese Art der Mischkultur ist einer der größten Gamechanger in meinem Garten-Leben geworden. Nicht nur dass bestimmte Pflanzen gute Nachbarn sind (der Klassiker: Möhren vertreiben die Zwiebelfliege, Zwiebeln die Möhrenfliege – also pflanzt man beide nebeneinander), der zeitliche Versatz bringt auch große Vorteile.

Beispiel: Zwiebeln steckt man im Herbst in die Beete, wenn die Tomaten abgeerntet sind. Die wachsen dann langsam über den Winter und Ende Mai pflanzt man dann die Tomaten dazwischen. In den kommenden 1-2 Monaten werden die Zwiebeln erntereif. Den Zwiebellauch könnt ihr vorher schon ernten, aber am besten immer nur eine Lauchstange pro Zwiebel, damit sich die Pflanze erholen kann. Wenn die Zwiebeln dann erntereif sind und rauskommen, sind die Tomaten groß und füllen schnell die entstehenden Lücken (die, zugegeben, bei den schlanken Zwiebeln gar nicht sooo groß sind).

Lasst ruhig ein paaar Zwiebeln blühen, sammelt das Saatgut ein und verwendet es anstelle der (i.d.R. gekauften) Steckzwiebeln. Mehr dazu ein andermal.

Übrigens: Für Mischkultur braucht ihr keine großen Beete, das geht auch auf kleinstem Raum. Hier, guckt mal in die 90 L großen Maurerkübel:

Vier schwarze Kunststoffwannen aufgereiht an der Holzfassade eines Nebengebäudes (helles, horizontales Schalholz). Bepflanzt mit Tomatensetzlingen, Salat und vereinzelten Frühlingszwiebeln, mit Pflanzsteckern beschriftet. Kein Schafwollmulch — die Erde liegt offen. Links daneben einzelne leere Töpfe. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Der Gartensalat wurde im Herbst gesät und wuchst über den Winter. Dito der Feldsalat (den hab ich vorher schon geerntet, daher fehlt er hier). In einem Kübel steht noch ein einsamer Porree, und vor ein paar Wochen hab ich hier noch Rucola gesät – mal schauen ob der noch kommt. Jeder Kübel hat noch ein halbes Dutzend Buschbohnen bekommen. Die Tomaten werden in die Höhe wachsen und brauchen den Platz im Untergeschoss nur kurzzeitig.

Ähnlich in diesen Kastenbeeten: Feldsalat und Zwiebeln wachsen über den Winter, jetzt kommen ein paar Tomaten dazu und ich hab ebenfalls Bohnen gesteckt. Da ich hier ein Klettergerüst habe, sind’s Stangenbohnen geworden. Die konkurrieren zwar ein bisschen mit den Tomaten um den Platz in der Höhe, aber aus den Erfahrungen der letzten Jahre weiß ich, dass das nicht so wild wird. Außerdem habe ich zuviele Sorten Stangenbohnen und zu wenige Standorte dafür, also müssen die paar Tomaten hier durch. (c;

Holzrahmen-Hochbeet mit dicht gewachsenen Zwiebeln oder Lauch, umgeben von einem dunkelgrünen Metallgerüst als Kletterbogen. Ein Pflanzstecker steckt im Beet. Im Hintergrund ein Gartenteich mit einem schwimmenden Entenhäuschen und eine blühende Wiese, u.a. mit Löwenzahn. Links ein alter Baumstumpf. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Auf diese Weise boostet ihr die Flächeneffizienz um ein Vielfaches, ohne irgendwelche Nachteile. In den Kübeln ist reine Komposterde, die kann gut und gerne vier Jahre drin bleiben, ohne dass ich düngen müsste. Hin und wieder gieße ich im Sommer mal mit verdünnter Brennesseljauche, aber dort wo ich das weg gelassen hatte, konnte ich keine Mangelerscheinungen feststellen.

Noch ein paar Worte zu den Bohnen

Anfangs hab ich ja „nur“ bei den Tomaten eskaliert. Dieses Jahr wurden ca. 30 Sorten gesät, wobei mir ein paar komplett ausgefallen und nicht gekeimt sind. Aber 2 Dutzend verschiedene Sorten sind’s sicher immer noch.

Seit so ca. 3 Jahren zeigt sich dieses Phänomen auch bei Bohnen. Leute, da gibt’s ja dermaßen viele Sorten…! Ich muss mich regelmäßig arg beschränken und ganz bewusst aufhören, online zu recherchieren. Dieses Jahr sind knapp 10 neue Sorten dazu gekommen, und am meisten bin ich auf die schon erwähnten Spaghettibohnen Metro, Tapir und Red Noodle gespannt.

Sammlung von Saatgutpäckchen, u.a. des Herstellers Reinsaat (biologisch-dynamischer Anbau, Demeter-zertifiziert) auf einem Holztisch mit laser-gravierten Gartenillustrationen, u.a. ein Zitat von Cicero: "Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, hast du alles, was du brauchst". 

Sichtbare Sorten:
Stangenbohnen: Blauhilde, Neckargold, Neckarkönig, Neckarlkönigin, Domaci Cucan, Forellenbohne, Trebona, Spaghettibohne Red Noodle,  Metro und Tapir.

Buschbohnen: Saxa, Maxi, Purple Teepee, Dalmatin

Dazu selbst beschriftete Tütchen mit handschriftlichen Notizen sowie lose Samen in Klarsichtbeuteln. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Hier kommen Stangenbohnen der Sorte Neckargold rein, die ranken dann an Nylonschnur hoch und bilden einen lebendigen, wenn auch kurzen Wandelgang zwischen Kastenbeet und Gartenhaus. Weiter hinten in dem Kasten wohnt dieses Jahr eine Zucchini, daher habe ich hier vorsorglich keine weiteren Tomaten gepflanzt. Das grüne Gekröse, das in der Mitte wuchert ist – ihr ratet’s – Feldsalat.

Holzrahmen-Hochbeet mit dicht blühendem Feldsalat (Mitte) und frisch ausgesäten Bereichen mit weißen Bohnen (vorne), die gleichmäßig verteilt auf der offenen Erde liegen. Ein Saatgut-Tütchen lehnt an der vorderen Beetkante. Rechts im Hintergrund, größtenteils verdeckt vom wuchenden Feldsalat, steht eine frisch eingepflanzte Zucchinijungpflanze. Wasserzeichen: derbrumme.de.

Damit sind wir am Ende des 2026er Rauspflanzenings. Schön dass ihr bis hier durchgehalten habt. 🙂

Belohnt wird das mit einem Update zu den am Ostermontag geschlüpften Enten:

Gartenteich mit schwimmender Europalette, auf der ein selbstgebautes Entenhaus aus Schichtholz steht. Sieben Jungenten vor ihrer ersten Mauser — daher alle noch im braunen Jugendgefieder — drängen sich auf der Palette, mehrere vor dem Eingang des Hauses. Rechts  daneben steht  die Entenmutter, fast gleich groß wie ihre Kinder. Im Inneren ist Stroh als Nestmaterial sichtbar. Im Hintergrund üppige Teichbepflanzung mit großblättrigen Wasserpflanzen und Iris. Wasserzeichen: derbrumme.de.

In den gut 40 Jahren, die ich in diesem Garten wohne, kam es vielleicht 2 oder 3 mal vor, dass eine Entenmutter nicht spätestens am 3.Tag nach dem Schlüpfen ihrem Wandertrieb erlag und mit den Küken loszog. Wenn (falls!) sie wiederkam, dann sowas wie 2-3 Wochen später und immer mit stark reduzierter Kinderzahl.

Dieses Jahr hatten wir 2 Entenfamilien, und während die eine Mutter nach und nach alle 10 Küken an die Kälte und diverse Räuber verloren hatte, haben es von der zweiten Familie über die Hälfte der Küken bis jetzt geschafft. Seit dieser Woche sind die kleinen im Teeniealter, deutlich erkennbar an den Rüpeleien: Während sie bis jetzt von anderen erwachsenen Enten gerne mal gejagt und gedisst wurden, hat sich Anfang der Woche der Spieß umgedreht: Die Teens vertreiben jetzt die erwachsenen Enten und beanspruchen den Teich für sich.

Dieses Jahr ist Tänzer dabei, leider haben wir den Moonwalk nur einmal zu Gesicht bekommen und seitdem nicht nochmal. Sehr Schade!

s

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