Platzsparende Anzucht-Lösung

Na, Langeweile? Über die Feiertage nix im oder für den Garten gemacht? Entzugserscheinungen? Dem kann ich abhelfen! (c;


Über’n Mittag war ein bisschen Zeit, und da hab ich mir Gedanken gemacht, wo die Chili- und Paprikapflänzchen hinkommen werden tun, wenn die dann irgendwann mal groß genug zum Pikieren sind. Die hier meine ich.

Die sollen ja warm und hell stehen. Also Südfenster im Wohnzimmer, im Idealfall. Dumm nur, dass da schon alles voll steht mit dem Weihnachtsbaum und drei großen Physaliskübeln. Viel Platz ist da nicht mehr!


Aber.


Direkt am Rand, bei der Fensterlaibung, da knallt immer sooo schön die Sonne hin. Wenn man dort irgendwie… vertical Gardening und so…

[please insert Glühbirnen-Pictogramm here]

Also habsch mir ein Restbrett geschnappt, eine Seite abgeschliffen (320er Körnung, wer’s genau wissen will), mit Tung-Öl eingeölt (Leinölfirnis wäre die zweite Wahl gewesen, beides ist aber vollkommen optional und dient nur der Optik – weil Wohnzimmer und so) und dann ein paar Nägel schräg reingekloppt. Dort hänge ich dann meine neuen, fröhlich-bunten Anzuchttöpfchen auf: Ich hab das ganze Jahr über Frischkäseverpackungen (Almette) gesammelt und mit diversen Sprühfarben veredelt. Ich wusste bis jetzt nicht, wie genau ich die verwenden werde, aber das ist ja jetzt klar… (c:


Vermutlich hat niemand außer mir diese Dinger gesammelt am Lager, also müsst ihr was anderes nehmen. Konservendosen kann man mit Sprühfarbe schön veredeln, und es gibt bestimmt noch dausend andere Dinge, die man dafür nehmen kann. Ihr findet schon was. (c;

Überhaupt, das ist ne ganz wichtige Sache, die man als Heimwerker recht schnell lernt: Dinge sammeln und aufheben. Bonuspunkte, wenn ihr so gut organisiert seid, dass ihr im Bedarfsfall sofort wisst, wohin ihr greifen müsst, um besagte Dinge wiederzufinden. Lacht nicht, der Grat zwischen „gut sortierter Materialwirtschaft“ und „Messie“ ist schmal. Ich hab beispielsweise erst Schraubhaken verwenden wollen, musste nach einer Stunde(!!!) Suchens frustriert aufgeben und habe in allerletzter Sekunde dann doch zähneknirschend zu den schrägen Nägeln gegriffen. Allerletzte Sekunde bedeutet, dass ich mich schon mit Autoschlüssel, Geld, Maske und 2G-Nachweis bewaffnet hatte und nen mittäglichen Spaziergang zum Baumarkt antreten wollte. Glücklicherweise wurde mir der Irrsinn dann doch noch klar: Nägel gehn ganz genauso, wenn ich mich von den Schraubhaken verabschieden kann. Dabei hab ich die Schraubhaken erst vor ca. 2 Wochen verwendet – weit können die nicht gekommen sein. Irgendwann tauchen die wieder auf, aber ich hätte die eben jetzt gebraucht…


Das Brett selbst steht press an der Fensterlaibung und wird unten von einem großen Blumenkübel eingeklemmt:

Vertical Gardening im Wohnzimmer

Das sollte selbst mit befüllten Töpfchen stabil genug sein. Und wenn nicht, muss ich eben noch eine Bodenplatte nebst Winkel anbringen, damit das nicht kippt.

Wenn’s dann soweit ist, werde ich von oben noch ne Pflanz-LED runterbammeln lassen, damit die Pflanzen auf genügend Licht kommen. Den daneben stehenden Physalis tut das bestimmt auch gut. Effizienzsteigerung, hurrah!

Diese Vertical-Gardening-Anzuchtbrett-Lösung kann ich noch an mehreren Südfenstern im Haus einsetzen, wenn sich das mit den Paprika & Chilis bewährt. Das Schöne: Wenn die Anzuchtsaison rum ist, kann so’n Brett relativ platzsparend verstaut werden. Was ja auch nicht ganz unwichtig ist.

Nachtrag:

Die nächsten Varianten für die anderen Fenster müssen keinen Schönheitspreis gewinnen, und das ist auch gut so: Die werden nämlich mit Spiegelfolie beklebt, damit die Pflänzchen mehr und vor allem nicht einseitig Licht abbekommen. Außerdem hab ich eben fix noch ein paar Zeitschaltuhren bestellt…

Noch’n Nachtrag:

..aber Daniel, wie machst du das mit der Drainage?

Herzlichen Glückwunsch: ihr habt die Schwachstelle gefunden. (c;

Klar könnte ich Löcher in den Boden bohren, und dann tropft das Wasser nach unten in den nächsten Topf rein. Und auf das dort wachsende Pflänzchen. Oder das Wasser läuft am Boden entlang bis zum Rand, hinten am Brett, siefert dann am Brett entlang und hinterlässt unschöne Spuren auf dem Weg nach unten. Ihr seht schon, das ist nicht so meine Optimal-Lösung…

Die Alternative: Eine kleine Drainageschicht mit Kies unten rein, dann ein Tuch drüberlegen und anschließend mit Erde befüllen. Aber da die Becher schon jetzt recht klein sind, fehlt dann ja noch mehr Volumen…

Für die Plastikbecher hab ich noch keine Lösung gefunden, mit der ich so richtig zufrieden bin. Aber vermutlich haben eh die wenigsten von euch spontan ausreichend leere Frischkäseverpackungen daheim. Viel schneller hat man Konservendosen gesammelt, jedenfalls fallen die bei uns häufiger an als die oben gezeigten Plastikbecher. Und Konservendosen kann man wunderbar mit (Sprüh-)farben verschönern.

…und: Konservendosen sind magnetisch! (c:

Darauf baut nämlich meine Drainagelösung auf:

Schritt eins:

Man nehme zwei Neodym-Magnete und einen möglichst hohen Twist-off Schraubdeckel. Hier im Beispiel von einem Marmeladenglas.

Schritt zwei:

Fertig! (c:

Ja, wirklich. Mehr gibt’s da nicht zu machen.

Solche Deckel hebe ich prinzipiell auf, entweder zum Verbasteln oder weil ich die dazugehörigen Gläser eh aufhebe. Die habe ich also in ausreichenden Mengen da.

Neodym-Magnete kosten mittlerweile nur noch ’n Appel und’n Ei. Die hier gezeigten sind Ø 5 mm und 1,2-2 mm dick, 80 Stück davon kosten im Onlineauktionshaus eures Vertrauens aktuell gerade mal 6,29 €. inklusive Portokosten bei innerdeutschem Versand. Die sind also in 2-3 Werktagen bei euch. Und: Ich hab jetzt nur die allererste mir angezeigte Auktion gecheckt, möglicherweise bekommt man die auch noch preiswerter.

Für’s Protokoll: Nein, Neodyms sind nicht ressourcenfreundlich. Das ist dann kein reines Upcyclingprojekt mehr. Aber ich nehme gelegentliche kleine Umweltsünden in Kauf. Ich kann mir das ja auch schönreden:

  • Es ist nur ne sehr kleine Menge, die ich da kaufe.
  • Die Magnete sind – solange die Beschichtung intakt bleibt – rostfrei und halten ewig.
  • Ich kann die Magnete für dausend andere Sachen zweit- und drittverwenden.
  • Alternative magnetfreie Lösungen wären unter Umständen noch Umweltbelastender gewesen.

…gut, nicht alle Argumente überzeugen jetzt gleichermaßen… Ich sach‘ ja: Schönreden. (c;

Außerdem habe ich diese Magnete eh schon zum Basteln da – die werden also nur „ausgeborgt“ und kommen nach ihrem Einsatz wieder zurück in die Bastelecke.

Falls ihr andere Lösungen findet, wie man die Drainage an so einem Anzuchtbrett besser hinkriegt, oder gleich ne komplett andere Anzuchtlösung findet: Das Blog hat ne Kommentarfunktion! (c;

7 responses to “Platzsparende Anzucht-Lösung”

  1. […] Die Erde habsch jetzt gedämpft. Mal sehn ob das in Sachen Trauermücken tatsächlich einen Unterschied ausmachen wird. Und ich bin sogar schon einen Schritt weiter: Wenn die Pflänzchen dann irgendwann mal pikiert werden müssen, brauchen die ja eigene Anzuchtgefäße, die wiederum ne Menge Platz wegnehmen werden… Dafür habsch spontan ne feine Vertical-Gardening Lösung gefunden. Guckst du hier. […]

  2. […] Bevor wir mit Römisch Zwo weitermachen, hier noch ein Update zum Prototyp des brummschen Anzuchtbretts. Das von neulich. […]

  3. […] Also eigentlich jetzt – die neu erdachten und gemachten brummschen Anzuchtwände römisch I, II und III stehen bereit, ebenso der Vertikalanzuchtlichtoptimierer. Habt ihr ja sicherlich […]

  4. […] Jungpflanzen sind noch im Anzuchtschälchen. Ich hab noch Erde, also könnte ich noch ne den ersten BAB-Prototypen […]

  5. […] und nochwas: Wenn ihr ein Anzuchtbrett nur locker in die Fensterlaibung stellt statt es richtig zu befestigen, und das Teil nur unten mit […]

  6. […] nutze (–> die BAB’s a.k.a. „Brummsche Anzuchtbretter“ – guckst du hier, hier und hier… und hier), aber das reicht noch nicht. Es reicht nie. NIE! Ihr kennt […]

  7. […] an den BAB’s (Brummsche AnzuchtBretter, guckst du hier, hier und hier… und hier) im Wohnzimmer vorgezogenen und dann in die Tomatenkübel auf der […]

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