Mauerbienenpaarung

Ja ich weiß, der Titel ist voll enttäuschend. Ihr seid gewohnt, dass da irgendein niewoloser Flachwitz steht, der euch fast davon abhält, den Artikel zu clicken. Aber dann tut ihr’s natürlich doch. Und dann das. Volle Kanne die Sachebene, kein bisschen lustig, oder niewolos. Sorry for that.

Wie wäre es damit?

Blutjunges süßes Bienchen wird von haarigem Typen vernascht!

Besser? Stellt euch das am besten in BILD-typischem Layout vor. Naja, jetze isses zu spät, der Titel ist geschrieben, der Drops gelutscht und der Keks gegessen. Nächstes Mal wieder.

Also, worum geht’s?

Um Bienen und Blüten. Beziehungsweise Bienen und Baquieu. Wobei der Salat nur ne Nebenrolle spielt. Es folgt der Tathergang in allen Details.

Heute nach Feierabend hab ich zuhause bemerkt, dass in der Schüssel mit den Kokons (Kontext: hier und hier) ein Rostrotes Mauerbienen-Weibchen liegt. Da es heute wesentlich kälter war als gestern und die letzten beiden Wochen, ist auch ar***klar, warum die sich kaum bewegt. Arme Kleine.

Frisch geschlüpftes Rostrotes Mauerbienen-Weibchen

Viel machen kann man da nicht, höchstens mal kurz anhauchen. Nein, nicht um sie zu wärmen, sondern um zu prüfen, ob sie fit ist: Bienen (vermutlich auch andere, verwandte Insekten) reagieren auf das CO² in der Atemluft mit einer Abwehrhaltung, die denken nämlich dass sie angegriffen werden. Ich erschrecke das Bienchen also kurz, um zu sehen ob sie noch darauf reagiert. Tut sie’s, dann ist ihre Langsamkeit lediglich auf die Kälte zurückzuführen und alles ist gut. Mal sehn…

OK, der Kleinen geht’s soweit gut. Prima.

Und wo ich schonmal da war, kann ich ja auch nochmal die einzelnen Hotelplatten anheben. Nur um sicherzustellen, dass ich beim Rausholen der Kokons am Samstag nicht etwa einen übersehen habe. Und siehe da: Gleich unter der ersten Platte krabbelt ein Männchen in einem Gang rum, der vorne einen fiesen Lehmdeckel hat, durch den der Arme garantiert nicht rausgekommen wäre. Also – ZACK! – wieder ein Bienenleben gerettet. Gibt nen nicen Karmapunkt.

Apropos Karma.

Die kleine Biene sitzt unten im Salatbeet neben dem Baquieu, der Bienerich (erkennbar am weißen Fell auf der Nase, ernsthaft!) oben auf der MDF-Platte. Dank der Kälte sind die beiden nur wenig beweglich. So wird das nüscht, so gibt’s nie ein Happy End. Da muss jemand eingreifen und Amor spielen.

Für’s Protokoll: Nein, ich bin nicht nur mit Pfeil und Bogen bekleidet über die brummsche Terrasse marodiert. Ihr nu wieder. Ich hab lediglich beide nebeneinander gesetzt. Fünf Zentimeter Höflichkeitsabstand.

Fuck Höflichkeitsabstand – die 5 cm waren im Nullkommanichts überwunden. Das muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein! Oder Triebe?

Egal ob Liebe oder Triebe oder beides, die zwei haben sich unter’s Baquieublatt verzogen, und ich hab sie dort in Ruhe gelassen. Was weiter geschah, ist eurer schmutzigen Fantasie überlassen. (c;

Aber ernsthaft: Ich staune, dass die beiden frisch geschlüpften Bienen sofort zur Sache kommen. Ich hätte gedacht, dass die …nee, keine Ahnung ehrlich gesagt. Ich habe bei genauem Überlegen gar keine konkrete Vorstellung davon, wie deren Liebesleben aussieht. Ob die warten bis es wärmer wird, ob die sich erst einen Pollen-Energievorrat anfuttern oder wasauchimmer. Jedenfalls haben sich hier zwei gefunden, und ich verbuche mir mal einen Karmapunkt. (c:

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