Mangold: Der Pornstar im Gemüsebeet

Dass derbrumme.de eigentlich ein verkappter Mangoldfanblog ist, überrascht vermutlich niemanden mehr. Also werd‘ ich heute mal wieder dem Pornstar im Gemüsebeet huldigen.

Los geht’s mit nem Klassiker: Mangold in der Abendsonne.

Es ist faktisch unmöglich, bei so nem Motiv schlechte Bilder zu knipsen. Ich hab’s versucht, glaubt mir. Klar, außer du knipst versehentlich, während das Fon noch in der Tasche steckt. Hab ich geschafft, und nein, ihr bekommt das Bild nicht zu sehen.

Aber ernsthaft: Mangold im Gegenlicht rulez.

Und auch ohne Gegenlicht kannste eigentlich nichts verkehrt machen. Draufhalten, knipsen – tolle Bilder. Mangolt gönnt. Immer.

Das Zeug ist einfach geil, ich kenne kein anderes Gartengemüse, dass so viele Vorzüge auf sich vereint:

  • hat keine wirklichen Fressfeinde, selbst Schnecken lassen ihn meist in Ruhe. Blattläuse, Kohlweißlinge, Kartoffelkäfer, Rauben… Fehlanzeige, die ignorieren ihn und gehen auf alles andere ringsrum.
  • ist winterhart und vermehrt sich selbst ab dem 2. Jahr (ob ihr wollt oder nicht, es sei denn, ihr reißt ihr mit Stumpf und Stiel raus – aber dann hättet ihr kein Saatgut)
  • total anspruchslos (Kein Vorziehen, Umtopfen, Vereinzeln, Ausgeizen, Düngen)
  • wächst wie Hulle – ihr müsst einfach nur versuchen, mit dem Essen hinterher zu kommen. Spoiler: Werdet ihr nicht schaffen. Spätestens wenn er sich selbst ausgesäht hat, wird er euch über den Kopf wachsen und das Beet erobern. Aber er vermehrt sich nur über Samen und nicht über Wurzeln, also könntet ihr ihn – hypothetisch – leicht loswerden. Wenn (falls) ihr ein konsequentes Mangoldmassaker über’s Herz bringt, ihr Unmenschen.

Und damit ihr mir glaubt, dass die geilen Farben nicht nur an der Abendsonne liegen. Damit wäre dann auch abschließend geklärt, warum dieser Sortenmix „Rainbow“ heißt, nor? (c;
Im Ernst, den bekommt ihr exakt so zu kaufen. Guckt selbst.

Wichtig: Wenn ihr euer eigenes Saatgut erntet, achtet darauf, dass ihr Samen von jeder Farbe nehmt. Und auch immer von mehr als nur einer Pflanze, damit ihr keinen genetischen Flaschenhals bekommt. Da an jeder Pflanze ein paar hundert Samen hängen und ihr von jeder Farbe mehrere Exemplare beernten wollt, braucht ihr locker einen Fünflitereimer für das Saatgut. Verschenkt das großzügig an Freunde und Bekannte, oder fangt mit Guerilla-Gardening an und baut Samenbomben daraus. Aufgrund der genialen Farben wird das bestimmt lustig!

Auch einzeln sehen die Blätter spektakulär aus:

Und das Farbenspiel geht in der Küche weiter. Leider ist die brummsche Küchenbeleuchtung kein ideales Fotolicht, daher wirkt das hier bissel dunkel.

Die Stiele schnippel ich immer zuerst, weil die in der Pfanne ein paar Minuten länger anbraten müssen als die kleingehackten Blätter. So bunt – und das alles ohne Lebensmittelfarben…!

Natürlich Zwiebeln und Knobi anschwitzen, später die Blätter mit in die Pfanne, mit Salz & Pfeffer würzen. Wer’s mag (wie lieben es!), gebe noch Sahne, Schmand Creme Freche oder ähnliches dazu, dann wird’s schön sahnig und unfassbar lecker.

Das mit dem un-idealen Fotolicht trifft übrigens auch auf den brummschen Esstisch zu…

Und ja, ich weiß: Eigentlich sollte man Ende August draußen auf der Terrasse essen – dann hätte ich ein besser beleuchtetes Tellerfoto knipsen können. Aber dieser Sommer ist irgendwie cursed. Bis auf ne kurze Episode einfach zu kalt. Heute morgen (für zukünftige Leser: am 25.8.25) waren es 7°C am Thermometer. Sieben! Grad! Alter, echt ma… )c:

Aber das sollte ein Artikel im Zeichen der Dankbarkeit werden, also hör‘ ich jetzt auf zu motzen. Irgendwas ist ja eh immer.

Nachschlag: Mangold, TNG

Na, sind Trekkies anwesend? Die wissen selbstredend, wofür TNG steht. Allen anderen sei das Wortspiel kurz erklärt: TNG = The Next Generation. Es geht also um’s junge Gemüse.

Mangold sät sich ja fleißig selbst aus, wenn er im 2. Jahr schießt und pro Pflanze ungefähr eine Milliarde Samen bildet. Wir sprachen darüber, neulich. Hier nochmal das Bild aus dem verlinkten Artikel.

Ja, jeder einzelne dieser Knubbel ist ein Samen. Und ja, da fallen immer viele ins Beet, bevor ich zur Saatguternte komme. Ich brauche Mangold seit mindestens 5 Jahren nicht mehr zu säen, der hat längst das gesamte 5×8 m große Beet erobert.

Vor einer Woche hatte ich eine Zeile Radieschen gesät, und da ich mir nach dem Angießen das tägliche Gießkannengeschleppe sparen wollte, hab ich einfach für die ersten Tage ein paar alte Bretter über die Zeile gelegt, damit’s nicht zu schnell austrocknet.

Heute sah das dann so aus:

Links und rechts vom Brett quellen die kleinen Radieschen hervor – höchste Zeit zum Entbrettern also!

Untendrunter dann die Überraschung, die aber eigentlich keine ist…

…denn ich weiß ja, dass die Erde im Beet voller Mangoldsamen ist, die nur darauf warten, bei günstigen Bedingungen loszulegen.

Hier, aus dieser Perspektive sieht man’s bissel besser: Direkt unter den Brettern waren keine bzw. kaum weitere Radieschen – die sind tatsächlich alle zur Seite unter den Brettern raus gewachsen – dafür aber jede Menge kleine Minimangoldse.

Wahnsinn, selbst in diesem zarten Alter von nur wenigen Tagen sind die schon so kunterbunt!
(Bonuspunkte, wenn ihr die Assel findet, die sich erschrocken zusammengekugelt hat. Im Englischen werden die übrigens Roly Poly genannt, und ich liebe das total. (c:

Hier, ganz nah: Einer keimt schon, der andere sicher auch bald.

Wenn ihr jetzt angefixt seid und mehr Mangold-Content wollt: I got you covered.

Letzter Farbklecks für heute

Der Goldkolben blüht gerade, und obwohl es sicher nicht meine Lieblingspflanze in Brummehausen ist, ist er mir trotzdem lieb und teuer.

Auch wenn man es ihm nicht ansieht: Das ist eine der ältesten Pflanzen im Garten. Wir wissen es nicht genau, aber der steht exakt dort, wo er im ursprünglichen Gartenplan mal eingezeichnet war. Daher vermuten wir, dass er quasi von Anfang an hier stand – und damit wäre er so um die 80 Jahre alt. Demut…

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