Gelaserter Weinglashalter

Morgen ist in Sachsen Feiertag, also herrschte in Brummehausen heute Abend fast sowas wie Freitags-Stimmung. Ne Stunde vor’m Abendessen hatte ich mal nebenbei nen kurzen Blick in eine Hobbylasergruppe geworfen und stolperte – wiedermal – über was Bekanntes:

So’n Weinglashalterdingsbums.

Ihr wisst schon: Ein Brett, das man durch ein Loch in der Mitte auf ne Weinflasche steckt und wo dann seitlich zwei umgedrehte Weingläser reingesteckt werden. Die Idee ist ganz nett, es funktioniert in der Praxis auch – das heißt da fällt nüscht um oder raus oder so. Aber der praktische Nutzen ist eher …nur so mittelgroß. Für mich haben diese Dinger hauptsächlich nen dekorativen Wert. Das hat mich natürlich nicht daran gehindert, diese Teile vor Ja-ha-ren mit Bohrmaschine, Stichsäge und Schleifer per Hand aus Restbretteln zu basteln und zu verschenken. Heute ist das nüscht Neues mehr, gähn.

Aber!

Die kann man ja auch lasern…? Ach! (c:

Ja klar Daniel. Hast doch selbst geschrieben dass das ne Lasergruppe war!

Ja schon, hab ich. Aber manchmal braucht das Hirn nen Moment länger, bis es schaltet: Ich hatte einen Weinglashalter gesehen, aber nen Augenblick länger gebraucht, um zu kapieren was das bedeutet, dass man die scheinbar auch lasern kann. Gelasert sind die nämlich

  1. wesentlich schneller herzustellen als von Hand,
  2. deutlich besser, einfacher und schöner personalisierbar. Da kann ich quasi jedes beliebige Motiv drauf bringen.

Oh, und: Ich muss nach Feierabend nicht in die Werkstatt, sondern kann das quasi nebenbei machen (lassen).

Und ja: Man kann natürlich auch die Vorteile beider Macharten kombinieren: Erst so nen Halter ganz traditionell als nem Brett sägen und bohren (oder fräsen), das Ganze dann überall schön glatt schleifen. Anschließend mit dem Laser was Persönliches drauf gravieren und das gute Stück mit Öl, Leinölfirnis oder Bienenwachspolitur versiegeln.

TL;DR:

Das Design dauerte ne Viertelstunde, Gravur und Schnitt ca. 30 Minuten. Trotz dass das nur 3 mm Sperrholz ist, ist der Halter stabil genug. Hatte ich ehrlich gesagt nicht so erwartet.

Das fertige Ergebnis habt ihr ja schon im Foto oben gesehen, was folgt sind die langatmigen Details für die Bastler unter euch. (c;

Das Design

Saufi-Saufi Lasereien hatten wir ja schon, das ist also nix Neues für die geneigte Leserschaft*. Der Weinglashalter passt also gut zu den Untersetzern von Ende September.

* merkt ihr, wie heroisch ich der Versuchung, Laserschaft zu schreiben, wiederstan…achmistverdammt.

Ich hab zwar noch ein Dutzend dummer Alkohl- und Saufsprüche auf Halde, aber der mit den Forschern ist immer noch mein Favorit.

Die Form ist schnell erstellt, Lightburn ist für solche Aufgaben toll und die Lernkurve ist sehr steil – nach ein oder zwei Tutorials bei youtube für die absoluten Basics kann man loslegen und sammelt schnell Erfahrungen, um erste Projekte von Null auf selbst zu erstellen.

Die Parameter

  • Schneiden mit 450 mm/min bei 85% Power, 6 Durchgängen, Modus “Line”
  • Schriftgravur: 800 mm/min bei 50%, 1 Durchgang, Modus “Line”
  • beide Ebenen mit konstanter Geschwindigkeit und aktiviertem Air Assist.
  • Bildgravur: 1000 mm/min bei 50%, 1 Durchgang, Modus “Fill”, was bedeutet dass die grüne Fläche ausgefüllt wird. Dafür braucht man weitere Parameter, die es im Modus “Line” nicht gibt:

Memo an future me:
Aufpassen beim Gravieren mit Kreuzschraffur! Lieber erstmal mit weniger Power lasern. Der Laser fährt ja 2x über die Fläche, das sind also allein durch die Option “Kreuzschraffur” schonmal zwei Durchgänge. Fuffzich Prozent Powerwaren rückwirkend gesehen etwas zuviel.

Die Bilder sind locker 1mm tief eingebrannt, eher noch etwas mehr:

Bei nur 3 mm Sperrholzstärke kann das in anderen Projekten durchaus dazu führen, dass die Stabilität leidet. Hier ist das nicht so, aber ich habe die Power nachträglich von 50% auf 25% halbiert, so findet ihr das dann auch in der Vorlage.

Das sieht jetzt nicht schlecht aus oder so, war aber ungewollt und überraschend. Theoretisch könnte ich die jetzt mit nem schön intensiv gefärbten Epoxidharz ausgießen. Werde ich aber lassen – wenn da auch nur ein Spritzer daneben geht, ist das Stück versaut.

Das fertige Projekt

Und so sieht das gute Stück jetzt aus:

Gut, die Schmauchspuren sind jetzt nicht so prickelnd, klar. Aber für’n spontanes Projekt und den Prototypen isses absolut OK, damit kann ich gut leben. Vor allem weil’s nur sowas wie ne reichliche Dreiviertelstunde gedauert hat. Ich mag solche simplen Projekte.

Im praktischen Einsatz verwendet man den Halter dann so hier, aber das erklärt sich von selbst, denke ich.

Vorlage zum Nachmachen

Wer’s nachlasern will, hier gibt es die Vorlage zum Download als svg und im Lightburn Format. Kostenlos natürlich und zu entpacken mit 7zip.

…tja und jetzt?

Keine Ahnung. Ich hab jetzt einen Weinglashalter mit eigenem Branding. Nicht dass mir das wichtig war, aber ich fand’s witzig, das Blog dort drauf zu verewigen. Vermutlich werde ich den irgendwann mal verschenken; wir trinken zu wenig Wein und überhaupt haben diese Teile ja eher nen dekorativen Wert. Zusammen mit einer Flasche Wein, zwei Gläsern und einem Satz gravierter Schieferuntersetzer ist das ein schöner Präsentkorb. Sowas kann man ruhig mal auf Vorrat da haben, finde ich.

…und falls ich spontan mal einen mehr bräuchte, ist der mit ner halben Stunde Laserzeit ziemlich fix fertsch. (c:

One response to “Gelaserter Weinglashalter”

  1. […] Sagen wir bei Deko-Obekten auf’m Esstisch wie Untersetzer, Spiralschalen, Baumschmuck oder Weinglashalter, da erkennt man die typischen dünnen Linien natürlich ganz gut. Aber wenn man bspw. Deko für den […]

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