Gartenrundgang Anfang September 2022

Dor Sommer is vorbei, das kammor nich mehr leugnen. Ich hab erste Schübe von Sommervorbeiblues, und dabei hilft es üüüberhaupt nicht, dass meine Tomaten schon wieder Sorgenkinder sind. Letztes Jahr die Kraut- und Braunfäule (wir sprachen darüber, mehrfach), dieses Jahr vermutlich die Tomatenwelke släsch Stengelfäule (beides dasselbe, wenn ich mir das korrekt zusammengeklaubt habe). Sonescheiße! )c’:

Manchmal hilft es auch, wenn man einfach mal ein Jahr zurückblickt: Der letztjährige Septemberrundgang fand zwar erst gegen Monatsende statt, aber manche Bilder gleichen sich, beispielsweise die Tomaten. Was kein Trost war, denn 2021 war eine absolute Tomaten-Vollkatastrophe. Na gut, Zurückblicken hilft also doch nicht immer… Aber wem sag ich das, ihr habt das ja auch durch. Außerdem will ich euch nicht gleich zu Beginn des Gartenrundgangs die Laune verderben. Das kommt später. (c;

Fangen wir lieber mit was richtig Schönem an.

Sonntag Vormittag, der Brumme frühstückt auf der Terrasse. Das hier ist meine absolute Lieblingsfrühstücksecke:

Da ist gegen dreiviertel zehn* die Sonne rum, die Nachbarn sind alle mal leise oder nicht da oder schlafen noch, die Kinder spielen drinnen leise und beaufsichtigungsfrei und meine Teuerste hat mich ausschlafen lassen. Dass das alles zusammenfällt, passiert so ein oder zwei Mal im Jahr. Das sind also ganz wertvolle Momente, und ich presse jedes Quäntchen Glück aus diesen Sonntagsvormittagsinruheaufderterrassefrühstücken raus.

* oder “viertel vor zehn, für euch Wessies… (c;

Die drei heiligen F:

  • Frühstücksei
  • Frühstücksbrötchen
  • Frühstückskaffee

Die gemütlichen Wollsocken sind übrigens von einer Wurzelwerkerin. Welcher, verrate ich nicht. Und: Das Foto war nicht einfach zu knipsen – ein wenig mehr vom brummschen Knie, und ihr hättet meine zerschlissenen Jogginghosen ertragen müssen. (c;

Das Kastenbeet mit den Löchern in der Seitenwand (erstes Frühstücksfoto)… hier ein Blick von oben rein. Da hab ich nämlich vor zwei Wochen Möhren in die freigewordenen Lücken gesät. Seht ihr die kleinen Keimlinge?

Nein? Ich auch nicht. Die lassen sich wie immer Zeit ohne Ende. Möhren, hmpf! Mal sehn ob das überhaupt noch was wird dieses Jahr…

Dafür legen sich die Erdbeeren nochmal so richtig ins Zeug! Die hatte ich nach der Ernte bis auf 4 cm überm Boden zurückgeschnitten, und zwei Wochen später waren die schon wieder dermaßen ausgetrieben, dass man den Rückschnitt kaum noch sehen konnte. Kurze Zeit später fingen sie dann an zu blühen, und jetzt sind Früchte dran, die langsam reif werden. Leider sind die Schnecken meistens schneller als wir.

Die Kinderbeete sind größtenteils verwildert. Die Gartenzwerge habe im Sommer irgendwie das Interesse verloren (überrascht mich nicht, und ich werd nen Teufel tun und sie zwingen), andererseits komme ich auch nicht hinterher, das Schilf dahinter zurückzuschneiden. Das wuchert mit seinen fiesen scharfen Blättern von hinten über die Beete drüber, da hätte ich auch keine Lust mehr zu Gärtnern. Also mindestens zur Hälfte mein Fehler.

Aber.

Die verwilderten Minitomaten da drinne, die legen jetzt so richtig los!

Guckt euch das mal aus der Nähe an. Ist das nicht geil? Wenn wir nen halbwegs milden Herbst kriegen, wird das nochmal ne richtig schöne Ernte! (c:

Apropos “späte Ernte”: Die Inkagurke aus der Vorzucht war zwar ein toller Tänzer (guckst du hier) , ging aber später an massivem Sonnenbrand zugrunde. Schätze ich hätte mir mit dem Abhärten mehr Zeit nehmen sollen. Wie dem auch sei, ich hatte dann nochmal welche nachgesät, eine ging tatsächlich auf und wurde mit ca. zwei Monaten Verspätung rausgepflanzt. Die Kübel waren natürlich inzwischen rappelvoll, und so musste sich das kleine Inkagürkchen zwischen den anderen grünen Riesen erstmal behaupten.

Inzwischen rankt die Kleine fleißig nach oben, und heute hab ich die ersten Blüten entdeckt. Wenn der Herbst mild wird, können wir auch hier vielleicht noch was ernten:

Und jetze zu meinen Sorgenkindern, den Tomaten. Was die auch immer dieses Jahr befallen hat, die Kraut- und Braunfäule isses nich. Nach diversen Wurzelwerker-Tips hab ich den Verdacht, dass es ein Pilz namens Fusarium sein könnte, da passen die meisten Symptome und Schadbilder ziemlich gut drauf. Guckt mal hier, da und dort.

Die Kurzfassung: Kannste nüscht gegen machen, am besten alles raus, ab in die Tonne damit und die Erde austauschen, bzw. 4-5 Jahre keine Tomaten da rein. De-pri-mie-rend. Ich könnt’ heulen. Das zweite Jahr in Folge krieg ich so ne fiese Tomatenseuche ins Haus bzw. ins Beet. Soneshice!

Es heißt, zuviel Sonne und Hitze und Trockenheit würde dem Pilz bei der Ausbreitung helfen. Na toll… entweder isses wie 2021 zu nass und kalt und wir bekommen die Kraut- und Braunfäule, oder es ist zu heiß und trocken und wir kriegen was anderes. Brave new world. )c’:

Hier, das ist (sind) Patient Null. Diese beiden Bajajas kränkelten als Erste sichtbar rum, hatten aber noch fleißig getragen. Ja, das sind zwei Pflanzen. Die sind so ineinander verkeilt, dass die wie eine aussehen. Musste ich auch erst lernen, dass die mehr Abstand brauchen als Nichtbuschtomaten. Memo an future me: Nur noch eine Bajaja pro 90 Liter Kübel!

Die drei Bajajas um die Ecke rum sehen inzwischen auch nicht mehr sooo viel besser aus. Auch hier muss ich mich nächstes Jahr auf weniger Pflanzen für diese Kübel beschränken – dreie waren definitiv eine zuviel. Die wuchern dermaßen, dass sie sich selbst auf diese Breite (1,25 m) gegenseitig bedrängen.

Das hier war Patient eins, die sah also als zweite Pflanze krank aus. Allerdings schritt die Fäule (oder wasauchimmer das ist) hier viel schneller voran. Da die vielen Tomaten noch nachreiften, hab ich es erst heute übers Herz gebracht, sie raus zu machen. Spannenderweise sehen die benachbarten Bajajas (rechts im Foto, gleich nochmal aus anderem Blickwinkel) deutlich besser aus. Aber auch die haben jetzt erste Infektionsanzeichen.

Angeblich würde Fusarium auch die Wurzeln angreifen. Das hab ich weder bei dieser Pflanze hier bemerkt, noch bei der anderen Tomate, die ich diese Woche entfernt habe. Die Wurzeln wirken komplett in Ordnung, jedenfalls augenscheinlich. Wiedemauchsei, ab in die Tonne damit. Die Sporen von Fusarium bleiben nämlich 4-5 Jahre im Boden aktiv, also darf das Zeug im Gegensatz zur Kraut- und Braunfäule nicht aufm Kompost. Letztere benötigt angeblich lebendes Pflanzenmaterial zum Überdauern. Wobei ich mich frage, wie das im Winter in unseren Breiten gehen soll… Ich hatte meine notgeschlachteten Tomaten 2021 vorsichtshalber trotzdem in der Tonne entsorgt.

Hier, die Nachbarn der eben entfernten Bajaja. Nicht mehr ganz taufrisch, aber voller Früchte. Die kannste doch jetze noch nich rausmachen!

Die Sorte “Vivagrande 2021” hatte ich extra angebaut, weil die nicht nur ne sehr robuste Freilandsorte sein soll, sondern auch der zwo-einser Kraut- und Braunfäule getrotzt hatte. Leider ist sie gegen wasauchimmer dieses Jahr bei mir zuschlägt nicht immun. Alle Blätter verdorren, und die Stengel bekommen so ne ungesunde Braunfärbung. Eine der beiden Pflanzen hab ich daher diese Woche rausgemacht. Die hatte keine einzigen Blätter mehr, aber noch jede Menge reife und fast reife Tomaten dran. Und besagte gesund wirkende Wurzeln. Doch kein Fusarium? Isch weeßes doch oooch ne!

Das hier sind die Tomaten vom kleinen Gartenzwerg. Die stehen unterm Dachvorsprung neben der Terrassentür im Halbschatten an der Westseite des Hauses, da kommt die Sonne also erst gegen Nachmittag rum. Will heißen: Die haben während der Juli- und Augusthitze definitiv nicht den gleichen Hitzestress gehabt wie die Tomaten auf der Südseite. Trotzdem sehn die ganz übel aus:

Diese Sorte* hat bisher allem widerstanden, war 2021 unter den letzten Pflanzen, die noch was trugen. Dieses Jahr… no such luck.

* den Namen kenne ich nicht, das ist irgendwas ausm Supermarkt gewesen, das sich vor Jahren wild in unserer Komposterde ausgesät hatte

Die Pflanzen sind so geschwächt, dass sogar die Blattläuse über sie herfallen:

Ich werde dem kleinen Gartenzwerg bald sagen müssen, dass er sie zum letzten Mal beernten kann. Hoffentlich isser tapfer und nimmt’s besser auf als sein Papa. Schnief.

Die Geiztrieb-Tomaten, die ich zu Pfingsten (Anfang Juni, in der Mitte des Artikels) an die Gartenmauer gepflanzt habe, haben seit 1-2 Wochen die ersten reifen Früchte. Bis Freitag sahen die frisch und fidel aus, aber heute am Sonntag finde ich auch hier erste welke Blätter:

Woher kommt dieses blöde Zeug nur?

Vielleicht liegt das ja daran, dass die irre Hochsommerhitze und -dürre so abrupt in eine nasse und vergleichsweise kühle Phase überging. Who knows. Jedenfalls isses seit Ende August nicht mehr so heiß, nächtens geht’s locker auf 10°C runter. Und geregnet hat’s auch mehrmals. Das war bitter nötig, klar. Aber das mögen Tomaten nunmal nicht. Schnecken umso mehr… die knabbern jetzt sogar die höherliegenden Tomaten an, und anschließend gehen die Obstfliegen da ran:

Aber gut, gegen Mitesser im Garten kannste nix machen. Also gegen alle, meine ich. Immerhin ist die Schneckenplage dieses Jahr etwa weniger schlimm ausgefallen.

Hier, so geht’s typischerweise los, wenn eine Pflanze infiziert ist: Einzelne Blattriebe werden erst gelb, dann braun, dann vertrocknen sie komplett und das Ganze breitet sich munter aus. Selbst die Früchte trocknen irgendwann ein.

Spannenderweise halten sich die später gesetzten Geiztriebtomaten deutlich besser. Diese hier steht knappe fümpf Meter weiter im Erdbeerbeet neben der Terrasse (im Norden ist unser Haus, also ne super geschützte Lage). Die Sorge heißt “Clementine Gelb”, eine kleine Cocktailtomate mit irre vielen Blüten. Bis jetzt isse vollkommen gesund.

Ich hatte ein halbes Dutzend Geiztriebe hier ins Erdbeerbeet gepflanzt, und jetzt nähern die sich alle der Ernte.

Diese Lektion hab ich dieses Jahr nochmal ganz deutlich gelernt: Im Juni gezogene Geiztriebtomaten sorgen nicht nur dafür, dass man weniger Pflanzen in der Vorzucht haben muss, sondern entzerren auch das Ernteaufkommen. Die werden 1-2 Monate später produktiv, damit hat man (hoffentlich!) länger was davon, falls die Elternpflanzen wie dieses Jahr aufgrund diverser Krankheiten eher schlapp machen. Kommt natürlich darauf an, wie lange die jetzt der aktuellen Seuche standhalten. Ich würde im Moment noch nicht meine Hand dafür uns Feuer legen, dass die durchhalten, bis die Tomaten reif sind. Abwarten.

Na jedenfalls hatte ich dieses halbe Dutzend Erdbeerbeetgeiztriebtomatennachzügler nicht gerade verwöhnt: Ich hab sie weder ausgegeizt noch hochgebunden, nur hin und wieder mal mit gegossen. Heute hab ich zumindest diese Clementine mal hochgebunden. Damit die Schnecken es schwerer haben.

Zu Füßen von Clementine steht seit dieser Woche ein Französisches Estragon, das mit eine liebe Wurzelwerkerin geschickt hat. Danke, Yvonne! (c:

Meine Mutter macht immer Estragon-Essig, das kenne ich seit meiner Kindheit. Jetzt hab ich meinen eigenen Estragon und kann das selbst versuchen. (c:

Und weiter mit ein paar Dingen, die nicht zum Rummaulen sind. Also nicht komplett.

Paprika beispielsweise.

Da hab ich bisher auch nur wenig Glück gehabt, die meisten Früchte haben Sonnenbrand bekommen und sind vergammelt – am liebsten kurz vor der Erntereife. Zum Heulen war das! )c’:

Aber diese hier sind erstens unter einem dichten Blätterdach und zweitens hamm wir im Moment keine so irre Hitze mehr. Ich hab also Hoffnungen, dass die besser reifen…

…als die Paprika der Nachbarpflanze:

Die sind nämlich parallel zum Reifwerden eingeschrumpelt. Hmpf!

Übrigens: Warum wird eine Sorte, die “Kroatische Grüne Paprika” heißt, zur Reife eigentlich rot? Ob ihr mich verarschen wollt, hab ich gefragt! Echt ma, da fühlt man sich doch gefoppt…

Diese hier haben auch lange gebraucht, bis mal was Erntefähiges dran blieb. Die nächsten Tage kommen die abends auf den Teller. Tomaten haben wir inzwischen ja so viele, dass der abendliche Tomatenteller nix Besonderes mehr ist. Die werden einfach weggemampft. Die Paprika dagegen… da wird immer ganz genau und bewusst hingeschmeckt und dann über den Geschmack diskutiert. Willst du was gelten, mache dich selten. Isso.

Weiter zu den engen Verwandten, den Chilis. Das ist ja mein allererstes Chilijahr, daher ist das ganz besonders spannend für mich. Was ich gemerkt habe: Ich mag die typische Chilischärfe nicht. Aber das wusste ich schon vorher, deshalb hatte ich ja nur Sorten mit Schärfe Null genommen.

Die Sorte Naschzipfel zum Beispiel.

Was ich auch gemerkt hab: Wenn Chilis Stress kriegen, bspw. durch zuviel Sonne släsch Hitze släsch gelegenheitlichen Durst, weil der Brumme mal einen Tag (höchstens zwei, mehr aber nie, ischschwör!) das Gießen ausgelassen hat… dann werden die scharf. Sauscharf. Na toll.

Gehen die Stressfaktoren zurück, werden die nachfolgenden Schoten aber tatsächlich wieder unscharf. Habsch probiert. Das Problem: Welche sind denne nu scharf und welche nich? Erkennen kann man das nicht, zumindest ich nicht. Also wird das so ne Art Russisch Roulette. Na toll. Immerhin weiß ich jetzt, wie Kernfusion schmeckt.

Aber hey, zumindest sind die Naschzipfel was für’s Auge!

Aber Daniel, die sehen ja alle drei komplett unterschiedlich aus! Die können doch nicht alle drei dieselbe Sorte sein!

Seh ich wie ihr. Das war definitiv kein Beschriftungsfehler während der Vorzucht (der passierte an anderer Stelle), die kamen alle aus derselben Samentüte. Ich steh da genauso vor nem Rätsel wie ihr. Ist mir aber auch egal – mir genügt hier reineweg die Optik, allein dafür hat sich das gelohnt. Guckt euch mal diese Farben an!

Die Schoten der linken Pflanze beginnen lila, werden dann orange und wenn sie reif sind, rot. Die rechte dagegen beginnt hellgrün, wird dann gelb, orange und ist dann ebenfalls rot reif. Diese beiden haben wenigstens noch dieselbe Schoten- und Blätterform. Guckt nochmal auf das Bild eins obendrüber und beäugt die ganz rechte Pflanze: Angeblich ebenfalls ein Naschzipfel, hat aber komplett andere Blätter, größere Schoten (erst grün, dann rot) und ist generell viel größer. Warumauchimmer.

Ne weitere Sorte, die ich probiert hatte, ist diese hier: Pimenta Barra do Ribeiro.

Die beginnen hellgelb und werden seit heute langsam hell-lila. Die hellgelben (unreifen) sind nicht scharf, schmecken aber eben auch noch nicht reif. Also nochn bissl abwarten.

Eine der drei Pflanzen dieser Sorte habsch diese Woche nem Kollegen geschenkt, weil ich die nicht alle im Haus überwintern kann. Eine weitere sucht noch treue Hände. Meldet euch gern, ihr müsstet sie nur abholen kommen. Die ersten Früchte sind bald erntereif – bequemer geht’s nicht! (c:

So, für heute genug gechillt. Weiter zu den Kürbissen.

Die sind inzwischen “durch”, denke ich. Die Blätter haben fett Mehltau; ob echten oder falschen, weiß ich nicht genau. Ich hätte mit Milch sprühen können, hatte aber zuviel Stress, als das losging… und irgendwann hab ich mir eingestanden, dass es inzwischen zu spät ist. Also hab ich der Sache ihren Lauf gelassen. Vier große Kürbisse sind’s geworden, zum Glück keine Dausendkilo-Boliden, so wie’s diese irren Superzüchter mit dieser Sorte veranstalten. Googelt bzw. youtubt das mal, “Atlantic Giant” heißt die Sorte.

Sobald die Stiele ausgetrocknet sind, kann geerntet werden. Wobei ich natürlich jetzt schon ernten könnte, aber dann sind die Kürbisse nicht gut lagerfähig. Momentan ist uns noch nicht so nach Kürbisessen, daher bleiben die noch so lange wie möglich dran.

Neben dem Kürbis hatte ich eine ausgeäte, aber erst sehr spät gekeimte Physalis eingepflanzt. Jetzt bekommt sie die ersten Früchte, natürlich ziemlich spät. Falls ich im Herbst noch Platz im Haus habe, nehme ich sie mit rein. Physalis kann man ganz gut überwintern, und die tragen auch im Winter weiter, wenn man Glück (oder Ahnung) hat. Wir hatten damit schon mehrmals Glück.

Etwas weiter unten stehen die Freilandtomaten. Die haben dieses Jahr bisher ordentlich getragen und dem Fusarium (wenn’s dieser blöde Pilz ist) besser widerstanden als die Terrassen-Diven, aber auch bei denen gehts jetzt langsam damit los. Trotzdem ist hier noch jede Menge zu ernten, ich hoffe dass die noch ne ganze Weile durchhalten. Drückt uns die Daumen!

Fümpf Meter weiter hinten/unten stehen die Geiztrieb-Tomaten des großen Gartenzwerges. Auch die fast komplett unausgegeizt, nur einmal, ein paar Wochen nach dem Auspflanzen hab ich mit ihm gemeinsam ausgegeizt. Aber auch das nur, damit der Große ein bisschen Routine mit dem Ausgeizen bekommt. Inzwischen hat er’s drauf – ich müsste ihn dabei nicht mehr beaufsichtigen. Die Ernte wird hier allerdings zur munteren Detektivarbeit, denn die reifen Tomaten siehste zwischen dem dichten Bewuchs fast nicht mehr:

Weitere 5 m weiter unten, am Carport stehen neben Gurken (dazu gleich mehr) auch noch ein paar Tomaten. Einige mickern etwas vor sich hin, andere dagegen geben so richtig Gas, wie diese “Iris Rot” hier:

Die Gurken dagegen sind langsam durch, der Mehltau schlägt halt irgendwann zu. Ich lasse die letzten Früchte jetzt ausreifen, damit ich Saatgut nehmen kann.

Im großen brummschen Gemüsebeet isses leerer geworden, seit der Baquieu und der alte Mangold raus sind. Der junge Mangold steht aber schon in den Startlöchern. Die Geiztriebtomaten gedeihen erstaunlicherweise nur so mittelgut, ich hab keinen Schimmer, was denen fehlt… Ordentlich Sonne, luftig isses auch, ordentlich gemulcht hasch ebenfalls. Aber gut, das kann ich bei um die hundert Pflanzen verkraften. Kann ja nicht alles perfekt werden.

Auch die Bohnen zeigen erste Ermüdungsanzeichen. Wir können noch mehrmals ernten und sie blühen auch noch, aber ihr seht selbst, so ganz taufrisch sehen die nicht mehr aus.

Was dagegen im Bohnenbeet noch vor Leben strotzt, sind die Spontantomaten: Die hab ich erst im Juni oder Juli zwischen den Bohnen entdeckt (kann mich gerade nicht mehr so exakt erinnern) und hab die einfach machen lassen. Weder ausgegeizt noch angebunden. Vermutlich werde ich die demnächst doch noch ans Klettergerüst ihrer Nachbarn lehnen, hoffentlich brechen die mir dabei nicht ab. Aber wenn ich das nicht mache, ist das quasi ein Allyoucaneat für die Schnecken. Und das gönne ich denen nicht.

Im selben Beet: Spontanmangold. Strotzt nur so vor Vitalität, wie eigentlich alles was sich selbst aussät. Permakultur at it’s best.

Ein 2021er Sellerie, der überwintert hat und nicht abgeerntet wurde. Jetzt blüht er und ich bekomm Saatgut. Die Kartoffeln wollen hier dieses Jahr nicht so recht, aber ich hatte auch keinen Kompost mehr übrig und konnte sie daher nur in die halbwegs aufgelockerte Gartenerde setzen. Anhäufeln fielt dann auch flach, aus …Gründen. Na jedenfalls bin ich auf die Ernte gespannt. Mal sehn was unter solchen suboptimalen Bedingungen rauskommt.

Damit wären wir am Ende des Gartenrundgangs angekommen. Diesmal eher durchwachsen, wobei mir klar ist, dass ich hier auf gaaanz hohem Niveau jammere. Und damit die Tour nicht mit Gejammere endet, zeig ich euch noch was Allerliebstes.

Darf ich vorstellen: Birnchen, Bernadette Birnchen.

Jaja ich weiß… Mit Essen spielt man nicht. Herrjeh. Das Motiv gefällt mir so gut, dass ich mein jahrelang genutztes Profilbild bei FB geändert hab.

Ursprünglich Bernadette, wurde sie auf Initiative einer Mitgärtnerin in Birnadette umgetauft, worüber Frau Birnchen sehr froh war. Die Freude wärte aber nicht allzu lange, denn Birnadette wurde wenig später geviertelt und gemeinschaftlich verspeist. Sie war eine der schönsten Früchte, also, daher bleiben ihre Samen erhalten.

Und dabei ist mir gleich eine neue brummgeniale Geschäftsidee gekommen: Das Reichwerden mit der Viertelmillion Baquieusamen hat ja nun nicht geklappt. War ja eigentlich auch klar – mit “Masse statt Klasse” wird man auch schwieriger reich.

Der neue heiße Shice: Promisamen! …wartet, das ist weniger versaut als es jetzt klingt.

Passt auf… Birnadette ist ja nun wirklich eine VIP-Tomate gewesen. Hat’s sogar zum Profilbild geschafft, und hey, das ist noch ausbaufähig, da geht noch was! Wenn ich um solche freche Früchtchen eine Fangemeinde aufbaue, dann ist deren Saatgut gleich viel mehr wert. Jeder will was…

Ich seh’s deutlich vor mir: Dutzende, ach was sag’ ich – HUNDERTE tobender Toamtenfans, die hysterisch “Birnadette, ich will ein Kind von dir!” kreischen und bei denen Ration und Geld keine Rolle mehr spielten. Shut up and take my money. Die Menge der Ware ist limitiert, irgendjemand twittert oder instagrammt den Hype, dann geht der Irrsinn global viral. Die Preise steigen ins Astronomische, ich kann kündigen und mich mit Promisaatgut selbstständig machen…

Oder so ähnlich.

[häschtägg tagtraumzumsonntagabend]

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