
Alles Gute zum Vatertag, wenn’s euch betrifft.
Mich betrifft’s diesmal speziell: Mir wurde ja heute morgen* lieb gratuliert, aber ich selbst hatte vollkommen vergessen, für meinen alten Herrn ne nette Kleinigkeit zu besorgen, wie es bei Brummes eigentlich Brauch ist.
Maximalmöglicher shame on me!
* „morgen“ ist relativ, ich konnte bis Neun Fuffzehn ausschlafen. Der Rest der Bande war da natürlich schon lange auf.
Und das, nachdem mir dieser Fauxpax schon vor wenigen Tagen zum Muttertag passiert ist. In solchen Fällen bin ich dankbar für die brummsche Speisekammer, in dessen angebliche Area51-artigen Tiefen (was ich bei 7-8 m² Raumgröße für einigermaßen übertrieben halte) nicht nur das Bernsteinzimmer vermutet wird, sondern sich – neben der Jungpflanzen-Kita im Frühjahr – türlich auch diverse selbstgemachte Erzeugnisse aus dem Garten tummeln.
Meine Wahl fiel auf eine BBQ-Sauce (siehe auch diese hier) und den Holundersirup. Letzterer war noch unetikettiert, also musste schnell was nices her, das ich da draufbabben kann.
Rezepte für Holundersirup finden ihr hektoliterweise online, da hab ich ehrlich gesagt keinen eindeutigen Favouriten, den ich euch verlinken wöllte. Probiert verschiedene aus, bis ihr eure Lieblingsvariante gefunden habt. Und wenn ihr euer Lieblingsrezept teilen wollt, täte ich mich wie Hulle über einen Kommentar freuen.
Lifehack 1: Etikett erstellen mit der KI, ohne Grafikprogramm.
Inzwischen (Stand Mai 2026, ging aber auch schon eher) ist „die KI“ so weit, dass ihr mit etwas Glück in 5 Minuten ein druckbares Etikett habt. Ihr beschreibt einfach verbal, wie’s aussehen soll – und die KI (in meinem Fall ChatGPT mit dem „pro“ Abo für ca. 20€/Monat*) macht den Rest:
generiere ein bild: ich will ein etikett für eine flasche selbstgemachten holundersirup.
zutatenliste: wasser, zucker, holunderblüten, liebe
mindestens haltbar bis: ewig
auf dem etikett ist außerdem dieser herr, gezeichnet im stil von diesen straßenkünstlern, die so schräg überzeichnete protraits von passanten zeichnen. der dünne mann hält & präsentiert links eine kleine, schlanke flasche mit einem baumelnden etikett, mit der rechten hand macht er eine thumbs-up geste – das ganze soll so komisch marketingmäßig übertrieben aussehen.
* Das soll jetze keine Werbung sein, das geht sicher auch mit Glaude, Gemeni oder – entsprechend starke Hardware vorausgesetzt – einem lokal bei euch selbst gehostetem Cybergeist. Letzterer wäre mir am liebsten, aber ich hab keinen Gaming-PC, sondern nur preiswerte Stino-Mini-PCs und gebrauchte Laptops im Einsatz. Bei den aktuellen Hardwarepreisen bin ich da viel zu knauserig, aber geil wäre so ne lokale KI schon!
Ich hab ein Foto von mir hochgeladen, natürlich ohne explizit zu sagen dass ich das bin*, wobei sich „die KI“ das wohl selbst zusammenreimen kann. Das Bild als Vorlage, die ungefähre Beschreibung des Motives und des gewünschten grafischen Stils bringt euch inzwischen erstaunlich schnell ans Ziel, mit erstaunlich guten Ergebnissen. Und ja, der Typ auf dem Etikett sieht erkennbar nach mir aus.
* Müsst ihr selbst wissen, ob ihr der KI euer Aussehen preisgeben wollt. Ich hab das jetzt mal für mich so entschieden, verweigere mich aber bspw. derzeit noch komplett der Stimmenerkennungsfunktion, weil meine Stimme genau wie meine Fingerabdrücke und mein Irismuster ein biometrisches Merkmal ist. Ich tippe also und lese die Antworten, obwohl ich es endlos cool fände, wie Tony Stark mit Jarvis reden zu können. Wenn’s irgendwann mal erschwingliche lokale KIs gibt, bin ich all in! Privacy ist ein Thema für ne ganze Artikelserie – aber das lassen wir jetzt mal lieber außen vor…

Es lohnt sich, alles was wortwörtlich draufstehen soll, in Anführungszeichen zu setzen und 1:1 so wie der gewünschte Output zu schreiben. Also gerade nicht so, wie ich im obigen Prompt die Zutatenliste geschrieben habe – da hatte ich dann einfach Glück, dass es richtig auf’m Etikett gelandet ist. Über die random eingerückten Zeilen reden wir jetzt mal nicht. Das seht ihr, das sehe ich, aber die meisten sehen’s nicht.
Ich hab ein paar Iterationen gebraucht, bis es 100% so aussah wie ich’s wollte, denn ein paar Details hatten mir nicht gefallen. Beispielsweise war die Etikettenform nicht rechteckig, sondern hatte abgerundete Ecken. Die sehen schöner aus, sind aber beim Ausschneiden unpraktischer. Aus dem „Schnickschnack“ auf der Flasche wurde zwischenzeitlich mal „Schmickschnack“ und ich habe das erst nach dem Ausdrucken & Aufkleben bemerkt, aber das ist so klein, dass man’s kaum erkennt. Das bleibt jetzt so.
Lifehack 2: Milch als Etikettenkleber
Vermutlich hab ich das irgendwann schonmal erwähnt (jawoll, hier und da und dort unter anderem). Selbstgedruckte (oder beschriebene) Etiketten aus ganz normalem Papier brauchen nur rückseitig ein paar Tropfen Milch drauf und schon könnt ihr sie aufkleben!
Das hier ist schon wieder bissel zuviel Milch:

Die Etiketten halten dann – trockene Lagerung vorausgesetzt – jahrelang, und zwar bombenfest. Wenn ihr sie wieder loswerden wollt, einfach unter den Wasserhahn halten und abweichen. Mehr Öko geht kaum.

Mein alter Herr saß mit seinem gleichaltrigen Nachbarn bei einem Vatertags-Becherovka im Garten auf der Bank, hat sich über mein Vatertagsgeschenk gefreut und es stolz rumgezeigt. Mission accomplished.

Das war’s schon: Zwei schnelle Lifehacks.
Der 2026er Vatertag ist zeimlich kalt, hier sind gerade nicht viel mehr als 10°C, aber jetzt kommt gerade die Sonne raus und mich zieht’s in den Garten. Sollte es euch auf. Darum:
Weg vom Screen und ab nach draußen mit euch! (c: