DIY-Dinos

Heute mal wieder was Basteliges, aber ohne Technik und ohne Gartenbezug. Dafür kommen alle Eltern, Erziehungsberechtigte und Verwandte von kleinen Dino-Experten auf Ihre Kosten.

Präludium

Kind Zwei ist gerade krank. Männergrippe. Die schlägt bei Männerkindern ja genauso erbarmungslos hart zu wie bei erwachsenen* Männern…

* Ja ich weiß schon was ihr bei „erwachsene Männer“ jetzt denkt: Jungs werden maximal 8 Jahre alt, danach wachsen sie nur noch. Ich widerspreche nicht.

Na jedenfalls war ich heute mit dem Drittklässler zuhause. Die Seuche hat ihr schon ein paar Tage im Griff, er ist aber auf dem Weg der Besserung und schon gar nicht mehr sooo nah an der Klippe des Todes (TM) – ich kann ihm also zumuten, dass das Papa-Verwöhnprogramm durch die eine oder andere Stunde unterbrochen wird, in der wir beide uns einer nützlichen Tätigkeit widmen.

Zum Beispiel Kinderzimmer aufräumen.

Dabei kommen erwartungsgemäß Sachen zum Vorschein, die selbst ein mit brummschen „das-ist-doch-noch-gut!“ -Genen vorbelastetes Männerkind in die Kategorie „damit werd‘ ich nicht mehr spielen“ tut.

Wie unsere selbstgebastelten Dinos, die will ich euch heute mal vorstellen:

Wer Zwei- bis Fünfjährige Dinofans in der Familie hat, findet hier vielleicht ne neue Anregung.

Die brummsche Dino-Vorgeschichte

Vermutlich hat jedes Kind mal das Dinofieber. Jungs scheinen davon häufiger, intensiver und länger befallen zu werden als Mädchen, wobei uns mangels Töchter der direkte Vergleich fehlt. Kind Zwei hatte das jedenfalls deutlich stärker und länger als andere Altersgenossen. Das ging, wenn ich mich recht erinnere, mit ca. 2 Jahren los und hatte ihn bis in die erste Klasse fest im Griff. Der Bub konnte dir mehrere Dutzend (jawoll, Vielfache von Zwölf) Dinoarten namentlich und mit Steckbrief runterbeten. Die Kiste mit den Dinos von Schleich und anderen Anbietern wog mehrere Kilo, aber naturgemäß war es nie genug.

Also haben wir welche gebastelt.

Das geht überraschend einfach: Ihr braucht

  • dieses Internet
  • einen (Farb-)Drucker (alternativ: SW-Drucker plus Stifte)
  • bissel alte Pappe und einen Leimstift
  • alte Deckel von Tetrapaks, Chipsrollen oder Schraubdeckel
  • ne Heißleimpistole

How to bastel your very own Spielzeugdinos

Die Bastelanleitung ist so simpel, dass sich die Komponente „anleitung“ verschämt unter dem Basteltisch versteckt und nicht mehr blicken lässt…

  1. PC an, den Dinoexperten auf den Schoß nehmen und aus der Online-Bildersuche ein paar Dinobilder aussuchen lassen.
  2. Die Bilder auf einer A4-Seite ausdrucken. Spoiler: es bleibt selten bei einer Seite. Entweder gleich farbig oder gezielt Schwarzweiß – dann schließt sich noch eine hochkonzentrierte Ausmal-Session an, in der die Eltern dankbar für ein paar Minuten Ruhe sind.
  3. Die Dinos auf Pappe Prittstiften lassen. Danach zeitnah den Tisch nass abwischen, damit der danebengeschmanderte Leim nicht erst hart wird.
  4. Die Dinos grob ausschneiden. Natürlich mit der Kinderschere selbst machen lassen, nur an schwierigen Stellen eingreifen. Bei Bedarf trösten, wenn versehentlich ein Bein oder Schwanz abgeschnitten wurde. Profis drucken jeden Dino sowieso mindestens 2x aus.
  5. Die Figuren auf die Deckel drauf-heißleimen. Ältere Kinder können evtl. unter konzentrierter(!) elterlicher Aufsicht selbst erste Erfahrungen mit Heißleim machen, aber Obacht. Das Zeug tut auf der Haut weh, und da geht selbst erwachsenen Bastlern schnell mal was daneben. „Lernen durch Schmerz“ muss man ja nicht immer wörtlich nehmen… Ich hatte das selbst gemacht. Dabei bin ich gleich noch flächig drüber und hab die meisten Figuren vorn & hinten mit Heißleim „laminiert“, statt sie nur auf die Deckel zu kleben. Das schützt nicht nur vor Feuchtigkeit beim Spielen im Garten, sondern gibt ihnen ein dringend benötigtes Zusatz-Quäntchen Stabilität.

Fertsch!

Wie ihr seht, bleichen die Drucke mit den Jahren aus und bekommen den üblichen Blaustich. Das passiert aber erstens graduell und zweitens wird’s vermutlich erst dann deutlich blasser, wenn das Dinofieber längst abgeklungen ist.

Die Figuren hatten wir lange Zeit in so nem ca. 5 cm flachen Karton gesammelt. Die Innenseite des Deckels hatten wir mit einem Dino-Landschaftsbild beklebt, sodass man die Urviecher zusammen mit selbstgebastelten Felsen, Büschen und allerlei Spiel-Terrain in die Kiste stellen konnte und ein tolles Dino-Diorama hatte. Damit war das Dinorama gleich die Transportbox. Das ist praktisch, funktioniert aber nur so lange, bis es zu viele Figuren werden.

Die Pilze im Vordergrund? Die bestehen aus Heißleim und sind – Überraschung – ebenfalls selbstgebastelt. „Spaghetti“ aus der Gluegun in kaltes Wasser drücken, wo sie zu Kringeln erkalten, die man auf Länge schneiden und als Pilzstiele verwenden kann. Die Pilzköpfe sind Heißleim-Blobs, die auf Backpapier auskühlen und dann auf die Stiele geleimt werden.

Bemalt werden die Pilze natürlich vom Kind selbst. Erstens weil’s Spaß macht, zweitens weil’s das Bemalen trainiert, drittens weil damit die Bindung zum selbstgemachten Spielzeug viel größer ist, als wenn’s die Eltern gebastelt & bemalt hätten und viertens, weil man so die kleinen Künstler noch ne Weile länger beschäftigt hält und nebenbei was anderes machen kann: Essen machen, Wäsche aufhängen, fix durchsaugen, verkleckerte Malfarbe von Tisch und Boden wischen, bei Mal-Maleuren trösten & helfen. You know the drill.

Manchmal haben wir auch gleich einen kleinen Scharm Mini-Dinos aufgeklebt, so wie diese drei Pterodaktylen:

Langhälse wie dieser Brontosaurus knicken leicht, also kann man sie rückseitig bissel versteifen:

Ich war ja überrascht, dass die Dinos heute so problemlos in die Kiste auf den Dachboden wandern durften. Der Bub hatte damit seine gesamte Vorschulzeit über hingebungsvoll gespielt, jetzt aber schon sicher drei Jahre lang nicht mehr. Trotzdem hatte ich mit mehr „emotional baggage“ gerechnet. Aber nein, er konnte sich ganz einfach davon trennen (klar, wir haben sie ja auch nicht entsorgt, sondern nur weg geräumt – sie sind also noch da). Trotzdem, das bewundere ich.

Das war’s schon. Keine große Sache, aber bei uns war das ne Weile lang der heiße shice. Funktioniert sicher nicht nur mit Dinos, sondern mit allen möglichen und unmöglichem. My Little Pony, Ninjago, Shawn das Schaf, Paw Patrol, oder was auch immer gerade angesagt ist:

Ausdrucken, ausschneiden, aufkleben, spielen!

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