Der Brummsche Vertikalanzuchtlichtoptimierer

Geiles Wort, oder? Ist meins. Hab ich eben erfunden. (c:

Abgekürzt VALO.

Schöne Abkürzung, nor? Auch meine. Erstma hamm, wer weiß wozu man’s noch braucht.

Worum es geht? Gut dass ihr fragt.

Der VALO steht ab jetzt während der Anzuchtsaison im Wohnzimmerfenster und sorgt dafür, dass die Pflanzen an den Brummschen Anzuchtbrettern* mehr Licht abbekommen. Die Brummsche Kunstsonne hängt ja zwischen den beiden BABs und damit nicht direkt über denen – so wie es optimal wäre.

* abekürzt, ihr ratet es: BAB. Warum ist mir das nicht gleich beim Bretterbauen eingefallen? Oder spätestens beim Bloggen? Scheinbar werde ich alt – solcher Blödfug entgeht mir sonst nicht. Scary… (c;

Hier nochmal das Foto ausm Beitrag von vorgestern. Wobei mir gerade auffällt, dass die Brummsche Kunstsonne da gar nicht drauf ist. Optimierungsbedarf erkannt.

Wie ihr seht, ist es direkt unter’m Licht am hellsten. Wenig überraschend. Noch’n Optimierungsbedarf – erkannt und gleich ne Idee gehabt:

„A“-förmig ist ja nun recht unspezifisch und reicht dem Heimwerker nicht. Der Winkel ist entscheidend. Also kurz den Ankleidespiegel aus der Garderobe (Maße: 40cm breit, 1m hoch) geholt, ins Fenster gelehnt und solange damit rumgespie(ge)lt, bis klar war: 45° sollten es sein. Gut, wird’s eben ein breites „A“. Und: Da es unter’m „A“ dunkel sein wird und dort keine Pflanzen mehr stehen können, wird dem „A“ oben die Spitze gekappt, damit dort noch was Grünes drauf gestellt werden kann.

Jetzt hat der Heimwerker genügend Infos. Zeitpunkt des Postings: gestern, 16:59 – also noch ne knappe Stunde Zeit bis zum Abendessen. Ich entschuldige mich bei der Familie und begebe mich nach draußen. Zwanzig Minuten Material und Werkzeug zusammensuchen: Hin und her Pendeln zwischen halb ausgeräumter Werkstatt und halb eingeräumtem Werkstatt/Gartenhaus-Hybrid, immer schon durch den Matsch und im Dunkeln. Und jedes Mal, wenn ne Kleinigkeit fehlt, noch’n Gang durch den Matsch. Bitte entschuldigt mein Mimimi. Wird echt Zeit dass die Tage wieder länger werden!

Einfach zwei starke Bretter im rechten Winkel zusammenschrauben und dann mit Spiegelfolie bekleben wäre die absolute Minimallösung gewesen. Das wäre dann ohne Verstrebung nur so mittelstabil geworden, der korrekte sächsische Terminus dafür ist lawede.

Aber da ich oben ja keine Spitze will, muss ich mir eh was anderes einfallen lassen. Ein Reststück Balken vom Hausbau bietet sich an, das liegt seit Jahren in der Werkstatt und harrt seiner finalen Verwendung.

Die Seitenbretter müssen ordentlich steif sein. Zwei Siebdruck-Restplatten meldeten sich freiwillig, beide mit fast identischen Maßen, was Zeit spart. Oben und unten muss ne schräge Kante ran, sodass die von der Seite wie ein Parallelogramm aussehen. Der Winkel ist identisch mit dem des Restbalkens von gerade eben.

Die Bretter werden mit drei langen Holzschrauben am Holzblock befestigt. Da Siebdruckplatten sehr hart sind, muss man nicht nur vorbohren, sondern zwingend aus Senken. Also so nen kleinen Trichter ins vorgebohrte Loch reinmachen. Dafür gibt’s eigene Senkbohrer, mit denen das a) schnell und b) sauber geht.

Übrigens: Hat man so nen Senkbohrer nicht zur Hand (oder sich einen weiteren Matsch-Gang in die Werkstatt ersparen will), kann man auch einen großen Holzbohrer nehmen und die Bohrrichtung umkehren -also so rum, wie man den Bohrer aus dem Loch wieder raus drehen würde – damit kann der Bohrer im Holz nicht „greifen“ und sich selbst unkontrolliert ins Holz ziehen, sondern schabt nur leicht drüber. Das reicht vollkommen aus beim Senken. Netter Trick. Nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern in irgendeinem Lifehack-Video gesehen.

Genug gelifehackt, weiter im Text. So sieht das Ding mal ungefähr aus.

Die Stunde ist um, das Abendessen ruft. Schluss für heute (also gestern). Mir juckt’s in den Fingern, ich hätte das Ding zu gern fertig gebaut, wenn die Gartenzwerge im Bett liegen und die Küche abgehakt ist, aber ich hab mich dagegen entschieden. Auch, weil ich die Kreissäge bräuchte, und das will ich nach 21 Uhr dann doch nicht – nebenan schläft der kleine Neffe, und wenn ich die Säge starte, steht der im Bett und mein Bruder bei mir im Gartenhaus, beide sicher nur mäßig erfreut. Eilt ja auch nicht, und ein unproduktiver Abend ist ja auch mal schön.

Fast forward zum nächsten Feierabend, also heute. Das Grundgerüst steht ja, jetzt kommen noch die weißen Kunststoffplatten drauf. Also im Prinzip wie bei den „Römisch Zwo“-Modellen. Die Platten werden ebenfalls wieder parallelogrammt*. Muss man nicht machen, klar. Sieht aber schöner aus.

* Falls es dieses Verb noch nicht gab: Meins. Drei Begriffe an einem Abend. Nicht schlecht.

Ich habe die Platten so breit wie das Fensterbrett gemacht, aber nicht mittig auf die Unterkonstruktion geschraubt. Warum? Damit der Schwerpunkt des Ganzen möglichst weit hinten am Fenster ist. So richtig dolle elegant isses nicht, ich weiß. Mal sehn wie’s dann am Fenster aussieht. Achtung, Trommelwirbel – die Anprobe!

Nuja, ein bisschen gedrängt, das alles. Dekorativ geht echt anders. Und ein bisschen tun mir die Orchideen leid, auch wenn das so gar nicht meine Pflanzen sind.

Mal sehn was meine Frau dazu sagt. Ist ja nur bis Ende des Frühjahrs, …uff.
[please insert eyerolling smiley here]

Nächster Schritt: Die schrägen Flächen mit Spiegelfolie bekleben. Nix Aufregendes zu berichten. Die Folienrolle ist – reiner Zufall – genau doppelt so breit wie mein Fensterbrett und damit wie die Kunststoffplatten. Will heißen: Kein Verschnitt. Super. (c:

So, fertsch. Hier das VORHER-Bild:

Und so sieht’s aus mit dem VALO im Einsatz:

Die Angelsachsen haben dafür ein schönes Wort:

Underwhelming.

Also so direkt deutlich ist der Unterschied jetze nich zu sehen. Schade, ich hatte mir gleißendes Licht von unten erhofft, oder zumindest ne deutlich sichtbare Erhellung. So wie bei der Winkelfindung mit dem Garderobenspiegel. Aber ein echter Spiegel ist eben nochmal was anderes als diese Fenstertönungsfolie. Naja, schaden wird’s zumindest nicht. Und es waren ja auch nur zwei Stunden. OK, vier, wenn man das Bloggen mitrechnet. Kann ja auch nich immer alles ein voller Erfolg werden. Memo an mich selbst: Ich muss lernen, mit „bissel besser“ zufrieden zu sein. (c:

Paprika-Update

Erinnert ihr euch an meine Weihnachtspaprika und -chili? Die hier?

Besonders viel ist da bisher nicht passiert. Underwhelmingly wenig, um genau zu sein. Im linken und mittleren „Beet“ sind die am 25.12.2021 „turbo-gesäten“ Samen drin.

Guckt genau hin.

Noch genauer.

…nein, das Grüne da sind irgendwelche anderen Samen. Ja, trotz gedämpfter Erde. Hart im Nehmen, die Kerlchen. Tough fuckers!

Aber Paprika oder Chilis…?

Nüscht.

Man kann direkt die Grillen zirpen hören, wenn man nah ran geht. Und ich erwarte jedes Mal wenn ich nachgucke, dass so ein tumbleweed-Busch vorbei rollt…

Gestern Abend hatte ich die am 2.1. gesäten Paprika aus eigener Samenernte ausgewickelt. Die Panthos sind komplett nix geworden. Ich vermute, dass ich dort zu großzügig an den Samen rumgeschnippelt habe. Wer jetzt verwirrt ist, lese die Details bitte im oben verlinkten Blogeintrag nach, dort findet ihr zwei Erklärvideos.

Also zwomal nüscht.

Aber: Die eine Woche später gesäten Kings of the North kommen super! (c:

Beide Sorten lagen seit der Aussaat eingewickelt in feuchtes Küchenkrepp in den geschlossenen Ziplocbeuteln im Wohnzimmer aufm Esstisch. Also schön warm, und innendrin leicht feucht. Und: Komplett keine Schimmelbildung – was mich etwas überrascht hat, denn trotz dass ich die ja 10x in fast kochendes Wasser getaucht hatte, hätte ich erwartet, dass irgendwelche Schimmelsporen überleben, oder kurz danach wieder rankommen, oder in der Tüte lauern, oder in der Luft, oderoderoder. Schimmel entkommste nich, hab ich inzwischen gelernt. Dachte ich jedenfalls. Da lag ich wohl falsch.

Gestern Abend ab 21 Uhr war wieder Thun’sche Frucht-Zeit, also hab ich losgelegt und den kleinen Nord-Königen ein neues Reich gegeben:

Rechts am Rand regieren die Kings of the North. Mal sehn ob die beiden Nachbarn sich durch die wachstumsfreudigen Neuankömmlinge anregen lassen.

Nochmal ganz aus der Nähe:

Und, einen Tag später, vor anderthalb Stunden:

Der Wahnsinn! (c:

Damit sich die Keimblätter besser entfalten können, hab ich bei den drei Größten vo-hor-sich-tig die Samenkapseln abgezupft. Die saßen schon recht locker, aber das sollte man eigentlich lassen, weil man die zarten Blättchen dabei zu schnell beschädigen kann. Ich konnte mich aber nicht zurückhalten… und hatte Glück, dieses Mal.

Mal sehn wie’s mit denen jetzt weiter geht. Ich hab den Timer der Brummschen Kunstsonne auf 7:00 – 20:00 gestellt, auch wenn die Anzuchtbretter bisher noch leer sind. Nebenan steht noch ein Schälchen mit vor wenigen Tagen gesätem Salat der Sorte Baquieu, der keimt jetzt auch schon. Von den Stromkosten her immer noch völlig unvernünftig, ich weiß. Aber hey, das ist halt bei Hobbies so. (c:

Update 18.1.2022:

Die Erstmieter sind in die BABse eingezogen!

Die am 9.1. gesäten Salatkinder wachsen wie blöde, daher hab ich heute einige von ihnen vereinzelt. An jedem BAB (zur Erinnerung: Brummsches Anzucht-Brett) hängen jetzt 4 Dreierreihen mit jeweils einem kleinen Baquieu drinne:

Als Substrat habsch gesiebten Kompost verwendet, der vor ein paar Tagen mit Nematoden gegossen wurde, um die Trauermückenlarven zu neutralisieren, ohne (wie beim Dämpfen im Backofen) das gesamte Bodenleben zu killen. Die zwei Dutzend Dosen haben soviel Erde benötigt, wie in einen Eurobehälter (60x40x11cm) passt, wobei ich die Erde mit den Händen nochmal angedrückt habe, damit die später nicht so sehr nachsackt und die Dosen in ein paar Tagen halbleer sind.

Ungefähr genauso viele Jungpflanzen sind jetzt noch im Anzuchtschälchen. Vorbereitete Erde wäre noch da, also könnte ich noch ne Ladung in den ersten BAB-Prototypen pflanzen:

Der steht 3 m weiter am Westfenster, hat zwar mehr Tageslicht, aber kein Kunstlicht. Und: Die Almette-Becher dort sind etwas kleiner als die Konservendosen. Raumtemperatur und Erde wären identisch – ich kann also nen schönen Vergleich machen. Mal sehn ob ich das heute Abend noch bepflanzt kriege…

Update 21.1.2022: Noch’n Schwung Baquieu!

Natürlich habsch das Prototyp-Brett noch bepflanzt. Hätte mir keine Ruhe gelassen. Kam nur ein paar Tage nicht zum Knipsen, bzw. hatte kein schönes Licht. Gerade eben schein mal kurz die Nachmittagssonne rein, da bot sich das an. Die Salatbabies sind gut angewachsen!

Das waren die kleinen Keimlinge aus der Charge, denn die größten sind ja alle in die etwas größeren und kunstbesonnten Konservendosen gewandert. Die hier sind also kleiner und haben weniger Erde und weniger Licht. Mal sehn wie groß der Unterschied sein wird, den das ausmacht…

2 responses to “Der Brummsche Vertikalanzuchtlichtoptimierer”

  1. […] die Masse der Pflanzen werde ich vermutlich unbemalte Holzsstäbchen verwenden, ich hab ja schon die farbigen Anzuchtdosen. Soll ja kein optischer Overkill werden. Aber die hier werde ich sicher noch irgendwo verwenden, […]

  2. […] Den Brummschen Baquieu kennt ihr als Stammleser ja schon seit ein paar Wochen, der war ja quasi in jedem Vorzucht-Posting zu sehen, meistens an den BAB’s im Wohnzimmer. Zur Erinnerung: Am 9.1. wurden die gesät und am 18.1. kamen die kleinen Baquieu-Babies in die Töpfe an die Brummschen AnzuchtBretter. Guckst du hier. […]

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