Das Hundehüttenbeet

Gestern war Ostersamstag – und damit der einzige Tag über das lange Osterwochenende, an dem man mal bissel laut werden darf.

Keine Sorge, ich bin weder im Jähzorn laut geworden, noch sonst irgendwie ausgetickt. Es blieb alles friedlich in Brummehausen. Ehrlich gesagt hätte ich gar keine Zeit zum Rumwüten gehabt, ich war nämlich von (einigermaßen) früh bis spät fleißig und möchte euch jetzt das neueste Haustier- und Gartenprojekt zeigen:

Die bepflanzbare Hundehütte

Die Idee fermentiert bei mir schon länger, und jetzt isses endlich so weit. Das Ganze war ein typisch brummsches Speedbuilding-Projekt: Gestern (also Samstag) Vormittag angefangen, bis abends mit allen lauten Arbeiten wie sägen, schleifen und schrauben fertig gewesen.

Heute am Ostersonntag vormittags nur noch paar leise Restarbeiten:

  • Niveauausgleich am Aufstellort
  • Noppenfolie zurechtschneiden & auskleiden
  • die Hütte an Ort & Stelle tragen
  • mit Erde füllen
  • freuen 🙂

Das Teil steht im Sommer im Halbschatten der großen Trauer- und der kleinen Korkenzieherweide und wenige Meter neben Haus und Terrasse. Deshalb folgender Plan: Vierbeiner wohnt unten, oben wohnen die Küchenkräuter.

Hier soll das Teil hin: Zwischen die kleine und die große Weide.

Hundehüttenbautagebuch

Also ehrlich gesagt ist „Bautagebuch“ ein zu großes Wort. Erwartet jetzt also keinen Zwölfteiler wie beim Gartenhaus. Auch das Kaninchengehege war aufwändiger. Das hier war in anderthalb Tagen fertsch.

Ich kann euch auch keine Baupläne zeigen, weder ausgefeilte CAD-Zeichnungen, noch urig-chaotische handschriftliche Gekritzeleien in irgendwelchen zerfledderten Skizzenbüchern. Ich hab mich diese Woche abends mal 20 Minuten durch Pinterest geklickt (die Plattform ist ja tatsächlich fast komplett mit KI-Slop geflutet, wtf?!?) und aus den Favoriten dann mein grobes Konzept erstellt:

Der Plan:

  • viereckig und ohne Schnörkel oder Zierelemente
  • oben bepflanzbar
  • eine Seite offen (aber überdacht)
  • mit „Windfang“ (wie in Bild 1 & 2)

That’s it. Keine maßstabsgerechte Zeichnung, nichtmal ne Skizze. Mit dem Bild im Kopf geht’s auf Materialsuche in den diversen brummschen Restholzlagern. Will heißen: Der Dachboden vom Gartenschuppen, das Gartenhaus und natürlich die Werkstatt, deren Grundfläche mit mehr Holz zugestellt ist, als ich zugeben möchte. Ergebnis: Ich hab noch geradeso genügend Lärchenbretter vom Bau des Gartenhauses übrig, der Rest (Balken und kräftige Latten wird irgendwie zusammengestückelt. Hauptsache außen hat die Hütte einen cleanen Look – das Innenleben sieht keiner, das muss einfach nur stabil sein.

  • Grobes Konzept: Check.
  • die wichtigsten Materialien: Check.
  • Der Rest ergibt sich dann beim Bauen. Trust the process.

Na dann los!

Eine Holzpalette wird das Fundament, sozusagen. Nein, das hier ist keine Europalette mit 80×120 cm, die hier ist etwas (ca. 10%) kleiner. Ich hätte noch die eine oder andere alte EP da gehabt, will aber nicht so nen großen Klopper bauen, daher war ich froh, als ich noch was dezent Kleineres gefunden hatte. Perfekt.

Die alte Sperrholzplatte kommt auf die Palette, damit untenrum alles schön dicht ist.

Die grün beschichtete Platte im Hintergrund ist der Boden des Beetkastens, der als Dach der Hundehütte dient. Dieser Kasten wird zwar mit wasserdichter Noppenfolie ausgekleidet, aber wenn die Platte selbst ne wasserabweisende Schicht hat, ist das sicher nicht verkehrt. Problematisch ist nur, dass diese Platte gut 10 cm kürzer als die Palette ist – aber dafür hab ich schon ne Idee – aus dem Problem wird ein cooles Feature! Später dazu mehr…

Die grüne Platte wiegt einiges (das ist solide, d.h. sehr dicht gepresste Spanplatte in guter alter DDR-Qualität – jawoll, so lange wartet die schon im brummschen Materiallager!). Dann kommen noch 2 cm starke Bretter Hartholzbür die Seitenwände dazu und die Füllung (2 Schubkarren Kompost) ist auch nicht gerade leicht.

Der Kasten wiegt leer gut und gerne 40 kg. Zwei Schubkarren Kompost als Füllung, der ordentlich Wasser aufsaugen kann – ihr merkt, da kommt einiges an Gewicht zusammen, das dann über dem Haustier in der Hütte ist. Der Unterbau muss also bombenfest werden! Womit wir wieder beim Trägerrahmen wären.

Diese Hartholzbalken hatte ich noch vom Bau des Pyramidenbeetes übrig. Die wurden damals aussortiert, weil sie alle irgendwie schief, krumm oder verbogen sind. Aber hey, ich hab ja jetzt meine tollen 90°-Zwingen, damit wird das schon ordentlich, right?

Wrong.

Wenn man’s so wie oben auf dem Bild verspannt, sieht alles ganz nice and straight aus. Aber sobald man die Bretter ordentlich verschraubt, ist die Kacke am dampfen:

Guckt euch mal die linke hintere Ecke an, wie die schwebt. )c:

Erklärung: Die Balken sind in sich verzogen, im Sinne von „geschraubt“, d.h. sie sind leicht spiralförmig verdreht. Da helfen dann auch keine Zwingen mehr, das kriegste nur mit Kraft runtergedrückt. Was kein Problem sein sollte, denn dieser Beetrahmen trägt später mal den Beetkasten, und der wiegt wie gesagt einiges.

Aber vorher noch fix den Unterbau zusammenbasteln. Alles diverse Restbalken und Bretter, teilweise noch vom Hausbau vor 10 Jahren.

Die beiden dicken quadratischen Balken werden mal frei bleiben, das soll soll die überdachte Veranda werden. Daher wird aus dem untersten Brett zwischen den Balken was ausgesägt…

…damit das bündig mit dem Sperrholzboden abschließt:

Und auch hier seht ihr nochmal schön, wie verzogen der Rahmen hinten links ist. Ich hab mich auf diese Ecke draufgesetzt und konnte das Holz gerade so runterbiegen. Das Gewicht des Kastens sollte zwar ausreichen, um das wieder gerade zu biegen, aber ich bin dann doch lieber auf Nummer Sicher gegangen und hab mit nem kleinen Stahlwinkel den aufmüpfigen Rahmen an den darunter stehenden Balken geschraubt.

Auch an anderer Stelle passt nicht alles saugend, aber für alles gibt’s ne Lösung – einfach die Lücken ausfüttern und fertig:

Fast forward ein paar Stunden:

Erinnert ihr euch dass ich weiter oben erwähnte, die grüne Platte sei kürzer als die Palette…? Hier seht ihr die Konsquenz:

Es fehlen ca. 10 cm, aber das ist gar nicht schlimm, denn so kann ich dort ein Fach unterbringen, in das man …Dinge tun kann. Bewässerungsautomatisierungselektronikgedöns beispielsweise. (c:

Der Samstagabend nähert sich und es sieht tatsächlich so aus als würde ich rechtzeitig mit allen lauten Arbeiten fertig, hurra!

Jetzt nur noch fix einen Rahmen zur Abdeckung oben drauf, dann bin ich für heute fertig und zufrieden!

Ostersonntag: Leise bitte!

Die Hütte ist ordentlich schwer geworden, aber der Beetkasten ist abnehmbar – das macht uns das Tragen etwas leichter. Vorher muss aber noch Noppenfolie rein, damit das Holz länger hält. Ihr kennt ja die alte Gärtnerweisheit: Was Erde berührt, wird Erde. Ungeschützt wäre der Rahmen in spätestens 3 Jahren durch.

Aber Daniel, warum kaufst du extra diese Spezialfolie? Plastik im Garten ist voll doof, du hast doch sicher irgendwo noch ganz normale Folie, die täte doch auch Erde und Holz trennen!

Ja.

Und nein.

Ja, irgendeine Folie würde die Erde von den Brettern trennen. Hab ich schon gemacht, bei meinen ersten Kastenbeeten. Ergebnis:

Erstens ist irgendeine Folie in aller Regel nicht UV-stabilisiert. Nach 2-3 Jahren im Garten wird sie dank Sonnenlicht brüchig und bröselt euch in kleinen Flöckchen ins Beet. Sehr unschön.

Zweitens fehlen bei normaler Folie diese Noppen. Noppenfolie ist sehr dick und stabil, die Noppen halten also dem Druck stand, mit dem die Erde sie gegen den Rahmen eines Kastenbeetes drückt. Ergebnis: zwischen Folie und Beetrahmen bleibt eine durchgehende Luftschicht bestehen, die dafür sorgt, dass das Innere eines Kastenbeetes belüftet wird und sich dort keine stehende Nässe sammelt. Meine ersten Kastenbeete mit der Nullachtfuffzehn-Folie waren nach drei Jahren durchgefault und fielen regelrecht auseinander, weil dieses dauerfeuchte Holz ein Paradies für Pilze war, deren Myzel im wahrsten Sinne Kleinholz aus dem Rahmen gemacht hatten.

Durchgefault nach drei Jahren? Ach komm Daniel, du übertreibst doch!

Tu ich nicht. Hier, guckt selbst.

Bei Noppenfolie passiert das nicht, da bleibt keine dauerhafte Nässe stehen.

Und dafür nehme ich etwas mehr Plastik gern in Kauf. Ja, irgendwann ist jedes Holzbeet mal „durch“. Aber das dauert deutlich länger, und dann kann man die Folie für’s nächste Beet wiederverwenden.

So, genug geworben. Ich hab übrigens keinen Werbevertrag mit irgendeinem Noppenfolienhersteller. (c;

Ich hab schnell noch den brummschen Bauhof geplündert und ein paar alte Gehwegplatten und Ziegelsteine zusammengesucht, um die Grundfläche einigermaßen in Waage zu bringen, danach wurde das Osterprojekt an Ort und Stelle geschleppt.

Fehlt nur noch die Füllung. Zwei Schubkarren Kompost gehen hier oben rein… Der wird sich in den nächsten Wochen noch setzen, dann kann ich nochmal nachfüllen.

Bepflanzt wird jetzt erstmal noch nicht, die Nächte sind noch nicht zuverlässig frostfrei. Mit knapp 20 cm ist das sogar für einige Wurzelgemüse tief genug – ich könnte mir hier drin sogar Möhren vorstellen (Radieschen sowieso). Aber hauptsächlich sollen hier Küchenkräuter rein.

Ich bin voll und ganz zufrieden. Für knapp anderthalb Tage rumbasteln ein schönes Projekt.

Einziger Nachteil: Es verdeckt uns vom Esstisch aus etwas den Blick auf den Teich, aber damit können wir leben.

Ausblick: Upgrades für die Hundehütte

Die Hütte wird wohl noch ein paar Gimmicks bekommen, aber die fliegen derzeit alle noch als Ideen durch unsere Köpfe und werden daher irgendwann später präsentiert, wenn wir die technischen Grundlagen beherrschen – derzeit ist das alles noch komplett neu für uns beide.

Beispiel: Es wurde schon spekuliert, dass ich nen automatischen Futterspender und ne Wassernapf-Auffüllung im Sinn hätte, aber daraus wird nichts. Die brummschen Haustiere werden weiterhin persönlich gefüttert.

Anders sieht’s obenrum aus, im Kräuterbeet. Da könnte man tatsächlich was automatisieren:

Kind 1 (Achtklässler) interessiert sich – Schule sei dank – gerade für Arduino-Projekte und hat zu Ostern ein entsprechendes Bastelset bekommen. Wir überlegen jetzt, ob wir in das Beet einen Bodenfeuchtesensor reintun (die gibt’s auch im Set für größere Projekte als nur einen einzelnen Blumentopf), der dem Arduino sagt, wann er über ein Relais eine kleine Pumpe anschalten soll, die dann Wasser aus’m Teich da hoch befördert. Der Nutzen ist überaschaubar, aber zum Lernen und Probieren sicher ganz nett. Für Bastler gibt’s fertige Sets, wo die komplette Hardware dabei ist.

Aber Daniel, wo willst du da denn die Elektronik unterbringen? Die regnet’s doch nass!

Wie gesagt: Dank der zu kleinen grünen Bodenplatte blieb auf der rechten Seite des Beetkastens ein Hohlraum. Daraus wurde ein Fach, wo man solches elektrisches Gedöns unterbringen könnte…

Wenn euch so ne automatische Bewässerung interessiert: Holt euch Anregungen beim Videoplattformmonopolisten eures Vertrauens. Vermutlich gibt’s auch jede Menge andere leicht zu findende und hilfreiche Seiten, ich bin nur noch nicht soweit, dass ich euch da was präsentieren könnte.

Falls wir das umsetzen, erfahrt ihr es hier als Erste. (c:

2 responses to “Das Hundehüttenbeet”

  1. […] hinten, am anderen Teichufer. Konzentration jetzt bitte, nicht von der fantastischen brandneuen bepflanzbaren Hundehütte im Vordergrund ablenken lassen! […]

  2. […] dem Hundehüttenartikel von […]

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