Das Brummsche Anzuchtbrett II

Bevor wir mit Römisch Zwo weitermachen, hier noch ein Update zum Prototyp des brummschen Anzuchtbretts. Das von neulich.

Das steht ja nun im Wohnzimmer und harrt auf seinen Einsatz. Es wird zwar noch ne Weile dauern, aber die bunten Becher hängen schonmal dran:

Dem großen Gartenzwerg fiel natürlich sofort auf, dass die Farbpalette unvollständig ist und zu kalten Farbtönen neigt. Wer regelmäßig malt und bastelt, merkt sowas eben sofort. Parenting done right, Lob den Eltern. Ergo musste nachgebessert werden. Und nun trocknet ein halbes Dutzend Eimerchen friedlich vor sich hin:

…und noch ein paar in edlem Bordeaux:

Seit die Kids wissen, was Papa mit den leeren Eimern macht, wird der Frischkäse mit noch mehr Begeisterung verspeist. Auch nicht schlecht. (c:

Jetzt aber zu Römisch Zwo. Ich hatte heute Nachmittag ein unerwartetes freies Zeitfenster*, und das habe ich genutzt, um die nächsten beiden Anzuchtbretter anzufangen. Die bestellte Spiegelfolie und die preiswerten Zeitschaltuhren sind inzwischen geliefert worden, aber soweit werde ich heute nicht kommen. Morgen ist ja auch noch’n Tag.

* Übersetzung: Ich habe andere Punkte auf der Jahresend-to-do Liste ignoriert, wie zum Beispiel den Schreibtisch aufzuräumen, damit ich organisierter ins neue Jahr starten kann.

Als “Brett” für vorne will ich Reste von Kunststoffplatten verwenden, die bei meinem Arbeitgeber übrigbleiben und normalerweise im Recycling landen täten. Das Material nennt sich Simopor, falls das jemanden interessiert. Ihr könnt aber sicher auch normale MDF-Platten nehmen, Sperrholz, Siebdruckplatten (also beschichtetes Sperrholz) oder einfach zusammengeschraubte Bretter. Whatever floats your boat, bzw. was ihr gerade da habt.

Falls ihr wie ich Spiegelfolie verwendet, ist es lediglich wichtig, dass die Oberfläche vorne, wo die Folie draufgeklebt wird, halbwegs glatt und eben ist – aber selbst das ist nur ne Frage der Optik: Hauptsache die Spiegelfolie hält auf dem Untergrund. Wenn die ein bisschen wellt aber sonst hält, ist das den Pflänzchen sicher total wurscht.

Auf die Simopor-Rückseite schraube ich der Länge nach drei Bretter, jeweils eins bündig außen und eines mittig:

Da meine Bretter nicht breit genug sind, bleiben zwischen den Brettern Lücken. Ausführliche mechanische Belastungstests haben ergeben, dass der Wabbelfaktor hinreichend klein und damit zu vernachlässigen ist, mit anderen Worten: die Dinger sind trotzdem stabil, auch ohne Querverbindung. Und: die Lücke hat nen großen Vorteil, denn dort kann ich ein Stromkabel für ne Pflanz-LED nach oben ziehen und verstecken. It’s not a bug, it’s a feature.

So sehen die Azuchtbretter von vorn aus:

Warum die unterschiedlich hoch sind? Weil der Simopor-Rest nunmal gerade dort geteilt wurde und ich keine Höhe verlieren wollte, indem ich die auf gleiche Höhe bringe. Lieber hab ich ein Brett etwas länger. Die stehen mal hinter ner Gardine bzw. in verschiedenen Räumen, da kommt es nicht auf Einheitlichkeit an.

Weitergehen wird’s mit dem Aufkleben der Spiegelfolie:

Ich hab erst beim Auspacken bemerkt, dass die bestellte Folie nicht komplett blickdicht ist. Ich hoffe trotzdem, dass die ordentlich Licht zurückwirft, und dass die Schrauben durchgucken werden, tja, damit werd’ ich leben müssen. Gut, man hätte die Beschreibung genauer lesen können…

Findet den Fehler! (c;

Zweiter Teil; man beachte die Rechtschreibung…

…und der letzte Screenshot:

Ich amüsiere mich immer über diese Beschreibungen… und überlese dann die entscheidende Information:

15% Durchlässigkeit für sichtbares Licht.

…das sind wohl die fuffzehn Prozent, die dafür sorgen, dass man die Schrauben durchsieht. Aber gut, geschenkt. Immerhin werden “99% gesamte Solarenergie abgelehnt.”

Nein, wir rechnen jetzt bitte nicht nach (und kommen auf 114%), oder grübeln ob der Unterscheidung zwischen sichtbarem Licht und gesamter Solarenergie. Geschenkt, bzw. fast geschenkt – dafür war’s preiswert und innerhalb von wenigen Tagen bei mir. Die Segnungen der Globalisierung für den kleinen Mann. Vermutlich mache ich mich damit mitschuldig an der Insolvenz eines einheimischen Tönungsfolienherstellers, aber ich möchte heute mal ausnahmsweise nicht die Welt retten – hin und wieder erlaube ich mir auch ein paar kleine Konsumsünden. Ich gleiche mein Karma dann wieder aus, indem ich möglichst viel eigenes Gemüse anbaue, OK? (c;

Wie geht’s weiter?

  • Folie drauf
  • Haken reinschrauben
  • Konservendosen anbohren & ranbammeln
  • Auf den Aussaattermin warten

…oder doch schonmal ne Test-Charge Salat vorziehen? Mal sehen.

Fortsetzung 01.01.2022

Im neuen Jahr geht’s gleich weiter: Ich hab den gartenzwerglichen Mittagsschlaf genutzt und konnte den ersten Tag des Jahres gleich produktiv nutzen. Hurra. (c:

Das mit der Folie solltet ihr definitiv zu zweit machen. Das geht zwar recht flott, aber man braucht zwingend ein zweites Paar Hände, um das halbwegs ordentlich und vor allem halbwegs stressfrei hinzubekommen.

Die Folienanleitung sieht vor, dass man die zu tönende Fensterscheibe mit Wasser einsprüht, die Folie auflegt und dann mit dem mitgelieferten Rakel das Wasser wieder raus-rakelt. Nun hab ich ja keine Glasscheibe, sondern eine Kunststoffplatte, und deren Oberfläche ist nicht so glas-glatt wie ein Fenster. Konsequenz: Man bekommt das Wasser nicht komplett dort rausgerakelt (ich mag dieses Wort), weil es in den wiiinzigkleinen Vertiefungen festsitzt, die Zunge rausstreckt und “ätsch!” ruft. Hmpf.

Aber.

Erstens: Es ging dann doch gut genug, sodass die Folie – zumindest für den Moment – stabil haften bleibt. Hoffen wir das Beste.
Und Zweitens: Anzuchtbrett Nummer zwei wurde erfolgreich wasserlos foliert. Learning by doing.

Ich hatte ja überlegt, bei diesen beiden Brettern Haken statt der schräg reingekloppten Nägel zu verwenden. Mangels ausreichend vorhandener Haken hätte ich aufgebogene Ösen nehmen müssen, habe das dann aber nach einigen Experimenten schnell verworfen:

Ihr seht schon warum: Sieht einfach Kagge aus. Man kann die Ösen nicht so aufbiegen, dass es noch halbwegs optisch respektabel aussieht. Auch nicht wenn man den überflüssigen Teil wegflext. Und: Man bekommt die Dosen schlecht über diese aufgebogenen Ösen drüber, man müsste die extrem schräg halten, um die dort drauf zu fädeln. Das ist im aktuellen Leerzustand noch kein Problem, spätestens wenn die dann aber mit Erde gefüllt sind, ist schräg halten nur noch so mittelgut.

Also wieder Nägel.

Warum auch nicht. Das ist die Minimal-Lösung. Und es heißt ja auch, perfekt sei eine Sache erst dann, wenn man nichts Unnötiges mehr weglassen kann.

Nächster Punkt auf der Liste: Konservendosen anbohren & ranbammeln.

Eigentlich hatte ich ja für die Drainage schon ne tolle Magnetlösung gefunden (siehe hier, in der zweiten Hälfte des Artikels). Ich hab mich jetzt aber doch dafür entschieden, erstmal Dosen mit ohne Löcher im Boden zu verwenden. Der Grund: Ich habe Bedenken, dass jemand an das Brett stoßen könnte – sagen wir mal spielende Kinder oder ein ungeschickter & unachtsamer Daniel – und die Magnete durch den Ruck die Schraubdeckel fallenlassen. Mit Wasser drin… Diese Sauerei möchte ich mir gern ersparen, also sollen die Dosen untenrum dicht sein.

Das bedeutet dummerweise, dass ich meine drölfzigdausend fertschen Anzuchtdosen nicht benutzen kann…

…und alle seitdem gesammelten noch unbehandelten Dosen zusammenkratzen muss, um die zwomal fuffzehn Nägel behängen zu können. Ergebnis: Es reicht gerade so …nicht. Aber fast. Mit den überzähligen Almette-Eimerchen könnte es klappen. Aber da es noch ein paar Wochen dauern wird, bis die Anzuchtwände zum Einsatz kommen, kann ich ja noch weiter sammeln.

Also erstmal alle Dosen anbohren…

…und dann ansprühen. So hier übrigens nicht:

Wenn man die Dosen wie im Bild auf die Stöcke tut, bammeln die während des Ansprühens unkontrolliert herum und das Sprühergebnis wird ungleichmäßig. Oder die Dosen berühren sich und wischen sich gegenseitig die nasse Farbe wieder runter. Also die Stöcke wieder weg und die Dosen einfach auf die Holzklötze stellen. Jeweils ein Dosendrittel ansprühen, alle Dosen um ein weiteres Drittel drehen, nochmal sprühen, nochmal drehen, nochmal sprühen, fertsch.

Anschließend vorsichtig am oberen und unteren Rand anfassen und zum Durchtrocknen zur Seite stellen, die Hölzer um 90° drehen – damit die nächsten Dosen, die mit einer anderen Farbe besprüht werden, keine Reste der Vorgängerfarbe abbekommen – und neu dosen aufstellen. Repeat until finished.

Das Gelb und das Grün sehen in natura deutlich verschiedener aus als auf dem obigen Foto, das liegt am Kunstlicht.

So, die Anzuchtbretter wären damit fertsch. Was fehlt jetzt noch? Richtig: Die Halterungen für die Pflanzlichter.

LED-Pflanzlichter

Jedes Jahr kommen neue Pflanzlichter raus, und seit mittlerweile 3 Jahren finde ich irgendwie jedes Jahr ein neues cooles Modell. Was ich dabei beobachtet* habe: Die neuen Modelle werden scheinbar im Herbst auf den deutschen Markt geworfen (ich gucke vorwiegend bei ebay und amazon) und es wird erstmal getestet, zu welchen Preisen man die optimalerweise verticken kann. Will heißen, anfangs sind die neuen Modelle recht günstig und werden dann über Wochen & Monate langsam hochgezogen. Jedenfalls habe ich das jetzt schon mehrfach so beobachtet.

* korrigiert mich gern wenn ich da falsch liege – ich gucke nicht in regelmäßigen Abständen nach diesen Grow Lights und es kann durchaus sein, dass ich mich irre, was den Zeitverlauf angeht!

Und: Es gibt definitiv einen Saisoneffekt – die Dinger sind im Frühjahr während der Anzucht-Zeit am teuersten, werden dann im Sommer wieder etwas billiger und die richtigen Schnäppchen macht man im Herbst/frühen Winter.

Jedenfalls habe ich auch dieses Jahr wieder ein neues Modell gefunden und konnte mich nicht beherrschen. Das erste, ganz links oben. Mit 68€ isses derzeit deutlich preiswerter als die anderen, fast baugleichen 1000W-Modelle, die alle etwas über 100€ kosten:

Was mir wichtig ist: Ich möchte Vollspektrum LEDs, also keine lila Pflanzendiskos*, die dann nach Amsterdamer Hafenpuff aussehen.

* Oder ist der Plural von Disko vielleicht doch Disken? Seit Torsten Sträters Pumen bin ich öfter mal Plural-verunsichert…

Jedenfalls möchte ich meine Pflanzlichter in Warmweiß, weil ich lila Licht nur so mittelschön finde. Und, auch ganz wichtig: Ich möchte lüfterlose Modelle! Das ist mir spätestens nach dem ersten und bisher einzigen Modell mit aktiver Kühlung klar geworden. Das war so ein Ufo-Licht mit Lüfter, der zwar halbwegs leise, im Wohnzimmer aber trotzdem nicht zu gebrauchen ist, weil diesseits der Hörbarkeitsschwelle.

Der Großteil der Anzucht wird auch dieses Jahr wieder in der Speisekammer stattfinden, weil das der einzige unbeheizte Raum im Haus ist. Dort stört der Lüfter nicht, also war’s kein Fehlkauf. Und überhaupt: Ich hab das UFO im Juni 2020 für 17€ inkl. Porto bekommen – jetzt kosten die das Dreifache. Mann wäre das ein Investment gewesen!

Aber zurück zum aktuellen Neuzugang, dem Dausendwattmodell für 68€. Die 1000W beziehen sich übrigens auf die Lichtausbeute und nicht auf den Energiehunger – laut Beschreibung zieht das Modell nur 90,4 Watt. Ich werde das asap mit so einem Energieverbrauchsmessgerät prüfen und hier ergänzen.

[Update 27.01.2022]

Das Energieverbrauchsmessgerät sagt 85,3 W. Also etwas weniger als die angegebenen 90,4 Watteriche (oder “Wattsen”?), aber immerhin…

Da das Teil aber ca. 12h/Tag leuchtet, ist das täglich ne Kilowattstunde. Nur im WoZi. Gut, wir machen dafür die Deckenlampen nicht mehr an, das müsste man jetzt gegenrechnen. Aber trotzdem, über die gesamte Anzuchtsaison gerechnet kommt da ganz schön was zusammen. Das sind gut und gerne 30-40 € – nur diese eine Kunstsonne. Ich muss mir also überlegen wie ich die Anzucht dort optimiere, d.h. mehr Jungpflanzen in dem Bereich unterbringe, irgendwie. Oder die Lampe demnächst wohin hängen, wo sie mehr Pflanzen beleuchten kann.

Auf jeden Fall isses brüllehell!

Das Foto erweckt einen falschen Eindruck, weil die Handykamera das viel zu dunkel darstellt. Wer dort ohne Sonnenbrille direkt reinguckt, sieht danach erstmal ne Weile lang nüscht mehr. (c:

Jetzt bin ich gespannt wie & wo ich das neue Leucht konkret einbaue (da werde ich mich überraschen *g*) und wie die Pflänzgen darauf reagieren. Vermutlich kommt’s ins Wohnzimmer, da haben die dort überwinternden Physalis auch noch was davon. Effizienzoptimierung und so, da kommt wohl wieder der BWLer in mir durch.

Die anderen brummschen Grow Lights haben andere Bauformen, daher brauchen die alle ne individuelle Befestigungslösung. Ich berichte dann jeweils im Detail wenn mir was Gescheites eingefallen ist, wie ich die hinbammeln will.

Update 03.01.2021

…fertsch! (c:

…zumindest die Bretter und die meisten Gefäße.

Das Holzbrett bleibt unten frei, weil das dort von einem großen Blumenkübel geklemmt wird. Die anderen beiden werde ich vermutlich mit je einer Schraubzwinge am Fensterrahmen befestigen.

Bleiben noch die Halterungen für die Pflanzlichter. Mal sehn was mir da einfallen werden tut. (c;

6 responses to “Das Brummsche Anzuchtbrett II”

  1. […] eine Rolle dieser Folie (guckst du hier) besorgt. Im Gegensatz zur Spiegel- bzw. Abtönfolie von Römisch Zwo ist diese hier extra für die Indoor-Aufzucht gedacht. Was ich übersehen habe: Die ist nicht […]

  2. […] steht ja, jetzt kommen noch die weißen Kunststoffplatten drauf. Also im Prinzip wie bei den „Römisch Zwo“-Modellen. Die Platten werden ebenfalls wieder parallelogrammt*. Muss man nicht machen, klar. Sieht aber […]

  3. […] Also eigentlich jetzt – die neu erdachten und gemachten brummschen Anzuchtwände römisch I, II und III stehen bereit, ebenso der Vertikalanzuchtlichtoptimierer. Habt ihr ja sicherlich […]

  4. […] wird. Also mindestens mit Schraubzwingen an den Rahmen der Fensterlaibung geklemmt, so wie BAB Römisch Zwo um die Ecke rum (Detailfotos im verlinkten […]

  5. […] (–> die BAB’s a.k.a. „Brummsche Anzuchtbretter“ – guckst du hier, hier und hier… und hier), aber das reicht noch nicht. Es reicht nie. NIE! Ihr kennt das… […]

  6. […] an den BAB’s (Brummsche AnzuchtBretter, guckst du hier, hier und hier… und hier) im Wohnzimmer vorgezogenen und dann in die Tomatenkübel auf der Südterrasse […]

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