Bustlum: Ein Gnome-only Rollenspielsetting

Stellt euch eine Rollenspielwelt vor, in der es weder Menschen, noch Zwerge oder Elfen gibt. Auf Bustlum gibt’s nur Gnome: Alle Kulturen, Zivilisationen, Nationen, Länder und Reiche werden von Gnomen(1) bevölkert.

(1) In unserem Rollenspielsetting D&D (Genauer, für alle Nerds: Nicht D&D, sondern AD&D, also die 2.Edition des Regelwerkes aus den 90er Jahren. Ja, wir spielen das immer noch so) werden Gnome nochmal in Wald, Fels- Tiefen- und Bastlergnome unterteilt. Mehr dazu bspw. hier und an diversen anderen Onlineorten.

Die Gnome von Bustlum glauben felsenfest, dass sie die einzigen wahrhaft intelligenten Wesen sind. Dieses Weltbild war seit Jahrhunderten – ach: Jahrtausenden – so unerschütterlich wie die Gebirge selbst, beginnt aber immer mehr zu wanken, denn vor einem Jahrhundert haben Neogi die Kristallsphäre von Bustlumspace entdeckt – und eine Welt voller ahnungsloser Gnome ist ganz nach dem Geschmack dieser fiesen Sklavenhändler, die wie eine übellaunige Mischung aus Spinnen und Muränen aussehen. ChatGPT stellt sich die Neogi so vor, und es kommt den offiziellen Beschreibungen dieser Viecher recht nahe:

Nett, oder?

Die Neogi haben mehrere Stützpunkte in Bustlumspace, sowohl auf der Gnomenwelt selbst als auch auf anderen Welten der Kristallsphäre. Ihre nächtlichen Raubzüge lassen nur selten Zeugen zurück, deren Berichte über den Schrecken, der vom Himmel kommt, von ihren Mitmenschen Mitgnomen bestenfalls als Wahnsinn und Hysterie abgetan und schlimmstenfalls als Ketzerei bestraft werden. In beiden fällen ergeht es einem dann meist wie Grazzle.

Aber Daniel, wer oder was ist denn ein Grazzle?

Grazzle ist ein Gnomen-NPC auf einer Sammelkarte von 1992. Ohne diese Sammelkarte gäbe es weder diesen Artikel noch die beiden (deutschen und englischen) 60+ Seiten dicken Ebooks, in denen Bustlumspace detailliert beschrieben ist. Es gibt nämlich kein weiteres offizielles Material außer dieser einen Karte über die Welt von Bustlum.

Meine spontane Challenge war, hieraus ein komplettes Setting zu machen. Mit ChatGPT habe ich dafür einen Tag gebraucht, ungefähr 8 (ja, acht) Stunden. Inklusive Ebook-Layout.

Was steckt im Ebook?

Full disclosure und Triggerwarnung: Der folgende Abschnitt ist in Teilen KI-generiert.

Ich meine damit den Abschnit mit der Inhaltsbeschreibung: Konkret habe ich mir bei dem Teil, in dem der Inhalt des Ebooks zusammengefasst wird, von GPT helfen lassen. Ab „Behind the scenes“ schreibe dann wieder komplett ich. Der Grund für diese Schreibfaulheit: Das Projektchen ist fertig, ich habe aber krankheitsbedingt gerade keine Energie, nochmal alles erneut durchzukauen. Und da solche Zusammenfassungen meist keine besonders kreative Arbeit sind, spare ich mir bissel Zeit und Energie, lasse den ersten Entwurf von der KI machen und poliere dann nur nochmal gründlich drüber.

Eine komplette, spielbare Kristallsphäre

Bustlumspace besteht aus:

  • der Sonne Aural
  • der glühenden Lavawelt Vurthar
  • der toxischen Welt Shath’Ruun mit einer Basis der Neogi
  • der gnomischen Heimat Bustlum
  • dem sturmumtosten Gasriesen Drathis
  • der kristallinen Spiegelwelt Naruvane und
  • dem Bruchgürtel voller Schiffswracks, Relikte und einem weiteren Neogi-Stützpunkt.

Die Wandernden Nebel machen die Reisen zwischen diesen Welten unvorhersehbar: Gewaltige, bewegliche Nebelfelder im Wildraum, die als Wetterphänomene, Navigationshindernis und Abenteueraufhänger dienen. Eine 2W10-Zufallstabelle liefert schnell Effekte von nekromantischen Gasen über psionische Halluzinationen bis hin zu metallischem Staub, der Schiffe wortwörtlich zerfrisst.

Jede dieser Welten bekommt eine kurze Beschreibung und knappen, aber spielbaren Fluff. Genug, um dort Begegnungen und Zufallsfunde zu platzieren und Abenteuer zu entwerfen. Bustlum selbst bekommt natürlich mehrere Kapitel. Schätzungsweise drei Viertel des Ebooks behandeln diese „Gnome-only“ Welt und gehen auf die verschiedenen Weltanschauungen, Kulturen, Religionen, Organisationen und Reiche ein.

Bustlum: Ein ganzer Planet voller Gnome

Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Welt Bustlum selbst. Sie ist eine vielschichtige und hochentwickelte, aber nach außen völlig ahnungslose Gnomenwelt mit Dampf- und Feinmechanik, Mecha- und Naturmagie, Illusionen, Kunst und Psionik und einem dichten Netz aus Reichen und Stadtstaaten.

Die Gnome werden in vier Untervölker unterschieden: Fels-, Wald-, Tüftler- und Tiefengnome, die sich weniger biologisch als viel mehr kulturell unterscheiden. Felsgnome bilden das robuste Rückgrat vieler Reiche; Waldgnome verbinden Druidentum mit gelenktem Pflanzen- und sogar Maschinenwachstum; Tüftlergnome treiben technologische Grenzüberschreitungen voran; Tiefengnome sind psionisch-philosophische Mystiker, Meister von Illusion und Geheimnissen.

Soziale Bruchlinien verlaufen nicht (nur) entlang dieser Unterrassen, sondern entlang von Philosophien und Ideologien: Naturverbundene Walddruiden gegen Maschinenfanatiker, schweigsame Archivare gegen lichttrunkene Ästheten, vernunftbetonte Föderationen gegen religiöse Theokratien.

13 Reiche – von Zahnradtheokratie bis Nebelwanderkultur

Herzstück des Ebooks ist das Kapitel über die 13 wichtigsten Reiche Bustlums: Jedes Reich bekommt einen strukturierten Eintrag (Bevölkerung, Regierungsform, Kulturmerkmale, Landschaft, Hauptstadt, Beziehungen), plus drei Abenteueraufhänger.

Highlights:

  • Das Zahnradreich von Grindlemark: Streng religiöse Theokratie, in der die „Erleuchtete Schraube“ als göttliches Symbol perfekter Mechanik gilt. Die Synode der Erleuchteten Schraube kontrolliert Handwerk, Bildung und sogar Eheschließungen – inzwischen heimlich von den Neogi infiltriert, um jede Sternenforschung als Häresie zu unterdrücken.
  • Das Messingdominium von Tarnvorr: Eine kalte Technokratie ohne Götter, in der nur Effizienz zählt und Mechanikerbünde de facto die Priesterschaft ersetzen.
  • Die Rauchwerkstatt von Durnstahl: Tüftlergnome im Dauerexplosionsmodus: Erfinderrepublik, Funkenlogenkult, Experimente als religiöser Akt. Perfekt für chaotische Werkstatt-Abenteuer und fehlgeschlagene Superwaffen.
  • Die Hallen von Vorth-Mel: Tiefengnome als Schattenchronisten, die jedes Wissen sammeln, verschlüsseln und horten. Erinnerung ist Macht; ihr Reich ist Archiv und Grab zugleich.
  • Das Glimmerreich von Rhun’Azhar: Licht, Klang und Illusion als Gesetz; Ästhetik ist Moral, Hässlichkeit Verdammnis. Ideal für Intrigen, in denen Kunst tödlicher ist als Schwerter.
  • Das Wurzelreich von Thalanora & der Nebelhort von Liriathen: Waldgnomenreiche, in denen Maschinen wachsen, Wurzeln Metall umschlingen und wandelnde Nebel ganze Städte verschieben. Spiritualität, Druidentum und vorsichtiges Misstrauen gegenüber „harten“ Maschinenkulturen dominieren.
  • Die Wolkenhöfe von Orathûn & die Freistädte der Brillenschlucht: Schwebende Luftschiff-Adelshöfe versus knallharte Handelsstädte, in denen Profit und Einfluss die einzigen Götter sind.

Durch die sorgfältig ausgearbeiteten Beziehungen zwischen den Reichen entsteht ein dichtes politisches Geflecht: Alte Handelsbündnisse, ideologische Rivalitäten, unterschwellige Religionskriege und kalte Konflikte, die sich als perfekte Kampagnenhaken eignen.

Zwei komplette Pantheons: Gnome & Neogi

Bustlumspace kommt ohne das klassische D&D-Gnomenpantheon aus. Stattdessen präsentiert das Ebook ein eigenes Set von 7 gnomischen Götter:

  • Dargan Feuerhand, der Messingfürst (Metall, Schmiedekunst, Fortschritt, Stolz)
  • Korvagrun der Schmiedende (Handwerk, Disziplin, Schöpfung durch Arbeit)
  • Marnal der Erleuchtete (Mechanik, Erneuerung durch Präzision)
  • Melyr-Thaan, Gott der Wahrheit im Wandel (Illusion und Identität, Spiegelbilder)
  • Nymbragol, der Wandelnde Hauch (Weisheit, Meditation, inneres Gleichgewicht)
  • Thalanor, die Stimme des Grüns (Natur, Harmonie, Leben im Einklang mit der Umgebung)
  • Velyra die Lodernde (Göttin der Inspiration und spontanen Explosionen)

Jede Gottheit bekommt ein Profil mit Domänen, Symbol, bevorzugten Gläubige und typischen Riten. Genug also, um Kleriker, Orden und Feiertage sofort ins Spiel zu bringen.

Dazu kommen die fiesen offiziellen 5 Neogi-Götter, stilistisch angepasst, aber inhaltlich identisch zum offiziellen AD&D Kanon:

  • Ka’jik’zxi, der geborstene Schöpfer, dessen Hirn angeblich die ersten Neogi gebar
  • Kr’tx der blutrote Kriegsgott
  • P’kk der Herr der Fesseln
  • Thrig’ki die pervertierte Gottheit der Eifersuchts-„Liebe“ und
  • T’zen’kil, die Personifikation von Folter und Schmerz.

Zusammen mit der Erläuterung, dass Neogi ihre Götter eher als Werkzeuge denn als verehrungswürdige Wesen betrachten, ergibt das ein sehr fremdartiges (und angemessen unangenehmes), aber klar spielbares Religionsbild.

Flora, Fauna, Monster & Nebel

Ein eigenes Unterkapitel widmet sich einzigartigen Pflanzen, Tieren und Monstern Bustlums: Von metallisch durchzogenen Pilzwäldern über gnomenjagende Maschinenbiester bis zu Kreaturen, die aus Magie und Mechanik zugleich bestehen. Jedes der Beispiele kommt ohne Werte, aber mit klaren Rollenspielhooks, sodass Spielleiter sie leicht in beliebige Systeme übersetzen können.

Bonus: Ein Behind the scenes Kapitel zum Thema Speed-Worldbuilding

Im Nachwort lasse ich mich (vermutlich zu) detailliert darüber aus, wie Bustlumspace an einem einzigen Tag als „Speed-Worldbuilding“ mit Hilfe von ChatGPT entstanden ist, ausgehend von einer einzigen Spelljammer-Trading-Card mit der Figur Grazzle. Ich gehe dabei ehrlich auf Grenzen, Fallstricke und Effizienzgewinne von KI-gestütztem Worldbuilding ein. Das macht das Ebook hoffentlich nicht nur als Setting interessant, sondern auch als Fallstudie für kreative Arbeit mit LLM.

Für wen eignet sich Bustlumspace?

  • Für Spielleiter, die eine abgeschlossene, fokussierte Welt suchen, in der Gnome im Zentrum stehen und der Rest des Kosmos erst langsam ins Bewusstsein rückt.
  • Für Gruppen, die Lust haben auf „(A)D&D im All“, bei dem die SC die ersten sind, die überhaupt ahnen, was Spelljamming ist.
  • Für Worldbuilder, die sehen wollen, wie man aus minimalem Kanon-Material eine eigene, konsequent durchgehaltene Interpretation baut.
  • Und für alle, die Neogi nicht nur als zufälliges Monster, sondern als ernsthafte Langzeitbedrohung mit eigenen Göttern, Basen und Plänen ins Spiel bringen wollen.

…so, ab hier wieder komplett ich. Hoffentlich verzeiht ihr mir die KI-Nutzung. Ich hab zwar schon öfter Rollenspiel-Zeugs mit KI-Hilfe verbrochen, aber meine Artikel schreibe ich bisher immer komplett selbst. Ausnahmen wie eben werden auch in Zukunft transparent kommuniziert. Versprochen.

Kostenloses ebook voraus

Jetzt wisst ihr, worum’s geht. Bevor ich mich des Langen und Breiten darüber auslasse, wie das Projekt entstanden ist und mal wieder über KI-gestütztes Worldbuilding labere – hier die beiden Ebooks als pdf. Kostenlos und ohne Kleingedrucktes (trotzdem mit Impressum, man weiß ja nie).

Bustlumspace DE

Bustlumspace EN

Auf euer Feedback freue ich mich wie blöde. Ernsthaft.

Behind the scenes

Das Folgende ist das recycelte Nachwort, also nicht wundern wenn ihr das im pdf so ähnlich findet.

Bustlumspace wurde mit Hilfe von generativer KI erschaffen. Ausgangspunkt war eine einzige alte Sammelkarte von TSR aus dem Jahr 1992:

Spelljammer is a trademark of TSR, Inc. (C) 1992 TSR , Inc. All rights reserved

Das war alles was ich hatte.

Nicht sehr viel, um eine ganze Kristallsphäre(2) zu bauen, aber mit Hilfe von ChatGPT (aktuelle Version: 5.1) – genug. Ich habe mir in den letzten zwei Jahren mehrere Routinen und Strukturen geschaffen, die mein Worldbuilding schneller und effizienter machen kann. Es reicht in der Regel, den Kern einer Idee und Inspiration grob zu skizzieren, Schreibstil und Richtung zu definieren und dann gespannt zu warten, was passiert, genauer: Was ChatGPT vorschlägt. Diese Ideen entwickle ich dann weiter, schreibe sie um, passe sie an, baue sie aus.

(2) Kristallsphären sind Sonnensysteme im Rollenspielsetting Spelljammer.

Beispiele für KI-gestütztes Worldbuilding findet ihr hier im Blog schon mehrfach seit 2024:

Also wenn ich mir diese Liste so ansehe… irgendwie habe ich’s mit Gnomen und Spinnen, das war mir gar nicht so bewusst.

Obwohl die KI-Modelle in den letzten zwei Jahren besser geworden sind, sind sie noch weit davon entfernt, komplett allein arbeiten zu können (was auch nie das Ziel ist, wobei ich hier eine morbide Neugier nicht los bekomme). Logische Widersprüche müssen korrigiert werden, die LLMs „verrennen“ sich stilistisch, erfinden Metaphern die beim ersten Überfliegen zwar irgendwie gut und tiefgründig klingen, sich aber sehr schnell als leere Worthülsen offenbaren, die ein statistischer Papagei daher plappert. Hin und wieder können sich aus diesen Neuschöpfungen echte Inspirationen ergeben, aber das ist eher die Ausnahme als die Regel.

Kurz: Ohne menschlichen Autor kommt – zumindest derzeit – nichts wirklich Brauchbares heraus. Muss (soll) es auch nicht. Hat man aber erst einmal Übung mit diesem neuen Werkzeug und seine eigenen Routinen entwickelt, steigt die Effizienz erstaunlich. Ich kann und will nicht beurteilen, wie gut Bustlumspace gelungen ist – das fällt euch als Lesern zu.

Aber ich kann objektiv sagen, dass ich zumindest verdammt schnell war:

Ich fand diese Karte am Sonntagvormittag (für’s Protokoll: der 30.11.2025) in einer kurzen Diskussion von Spelljammer Fans.

Mir war sofort klar, dass sich Bustlumspace anbot, mal wieder eine „Speed-Worldbuilding“ Session einzulegen. Der Fokus liegt darauf, in kürzester Zeit brauchbares Material fertig zu bekommen. Das kann eine Stadt sein, eine Organisation oder eine Religion. Eine komplette Kristallsphäre war bisher noch nicht dabei.

Also los.

GPT bekam den Inhalt der Diskussion gefüttert, anschließend habe ich die Aufgabe abgesteckt:

Ich will kurz und knapp die ideen der unterhaltung weiterführen, d.h.

  • eine übersicht von bustlumspace (inkl. aller elemente, die wir schon kennen, d.h. wir können
  • entweder eine neogi base oder gleich eine kleine (?) welt entwerfen
  • das schiff der neogi detaillieren (typ, rudimentäre schiffs-stats inkl. crew & wichtige NSC (mind. den capatain)
  • die welt beschreiben, auf der grazzle lebt
  • die gnomozentrische religion
  • grazzle selbst (kurze adnd stats & beschreibung des nsc)
  • die in der unterhaltung erwähnte abenteuer-idee rudimentär ausbauen („I could see the Grazzle card being extrapolated out into an adventure where gnomes are being kidnapped from Bustlum and taken elsewhere in „Bustlumspace“ by the neogi and the „gnomocentric religion“ is trying to cover up the truth, for some reason.“ und „Pretty sure the idea is that creatures from space are considered heretical, rather than there’s any sort of coverup. In other words, they probably consider their world to be the only world, or gnomes to be the only sentients, or something similar.“)

Das war der Startpunkt.

Am Sonntag Abend 30.11. gegen 21:30 Uhr schreibe ich dieses Nachwort, das sich am Ende eines fertig formatierten über 60 Seiten starken Ebooks befindet: Eine komplette Kristallsphäre, geschrieben an einem einzigen Tag. Man soll sich ja nicht selbst loben, aber ich bin mit dem Ergebnis zufrieden:

  • Statt der erwähnten „gnomozentrischen Religion“ entstand ein komplettes und komplett neues Gnomenpantheon.
  • Die Götter der Neogi sind zwar aus dem offiziellen Spelljammer Setting übernommen worden, aber nicht 1:1, sondern ebenfalls leicht angepasst.
  • Statt nur Grazzles Heimatland auszuarbeiten, hat die Welt von Bustlum gleich 13 Gnomenreiche bekommen, mehr als die meisten offiziellen Spelljammerwelten, die kein eigenes Settingbuch bekommen haben.
  • Das gedachte Abenteuer zu Grazzle fiel weg, dafür gibt es für jedes Reich 3 Abenteuerideen. Also ca. 40 Plothooks.
  • Zugegeben, das anfangs angedachte Schiff der Neogi ist am Ende rausgefallen. Aber hey… irgendwas ist immer.

Wer einen Blick hinter die Kulissen werfen will, kann den gesamten Worldbuilding Chat hier nachlesen:
https://chatgpt.com/share/692ca93b-91c4-8006-9636-4935eda35ea2

Anschließend könnt ihr einige der Dinge beurteilen, über die man sonst nur spekulieren kann:

Wie hoch ist die Schöpfungstiefe eigentlich noch, wenn man GPT und Co. zum kreativen Schreiben nutzt?
–> Das kannste nur beurteilen, wenn du das Endergebnis – also dieses Buch – dem Schöpfungsprozess gegenüberstellst.

Ist das was für mich?
–> Auch hierfür muss man zwingend jemandem „über die Schulter geschaut“ haben, um zu sehen, was da überhaupt passiert.

Wohlgemerkt: Ich behaupte nicht, dass meine Herangehensweise die beste ist, oder für wirklich jedermann nutzbar. Sie funktioniert für mich, und ich traue mir keine Aussage zu, ob sie bei euch genauso funktionieren würde. Das müsst ihr selbst herausfinden.

Ein paar Dinge kann ich mit Bestimmtheit sagen:

Das KI-gestützte Worldbuilding ist etwas völlig anderes als das traditionelle, klassische. Es mag um Welten schneller und effizienter sein (immer vorausgesetzt, ihr findet eine für euch passende Arbeitsweise), aber es ist nicht ganz so befriedigend als wenn ihr alles komplett selbst erdacht hättet. Wenn ich sowas mit generativer KI mache, dann immer in dem Bewusstsein, dass das Ergebnis in Teilen eben „nicht auf meinem Mist gewachsen“ ist – und die Frage, wie groß diese Teile sind, an dieser Nuss knabbere ich seit Beginn meiner KI-Nutzung.

Ich weiß nicht ob ich das verallgemeinern kann und es anderen KI-nutzenden Autoren genauso geht, aber ich merke ganz deutlich, dass ich ein weniger enges Verhältnis zu dem Erdachten habe. Versteht mich nicht falsch, ich bin am Ende eines jeden Werkes stolz wie Bolle auf das Geschaffene, aber ich kann mir bei Weitem nicht mehr alle Details merken. Bei komplett selbst und ohne KI-Unterstützung geschriebenen Werken ist das definitiv anders, da könntet ihr mich nachts um drei Wecken und mir Detailfragen stellen – nachdem wir uns darüber unterhalten hätten (vermutlich recht laut), warum ihr mich mitten in der Nacht weckt, könnte ich euch das problemlos beantworten.

Bei KI-unterstützt geschriebenen Werken ist das deutlich anders. Ich könnte euch jetzt gerade nicht einmal die Hälfte der Gnomenreiche Bustlums mit Namen nennen. Oder das Pantheon aufzählen. Selbst die Namen aller Welten bekomme ich nicht auf die Reihe. Ehrlich nicht. Erschreckend, und ein wenig beschämend.

Gut, ich habe heute (30.11.) aber – das führe ich zu meiner Entlastung an – neben den erwähnten 8 Stunden Worldbuilding noch ausgiebig Zeit mit der Familie verbracht, eine nur 5 Stunden lange Nacht hinter mir und brüte gerade eine tödliche Männergrippe aus. Definitiv sind mir bei anderen mit Hilfe von KI geworldbuildeten Sachen deutlich mehr Details im Gedächtnis geblieben als bei Bustlumspace, das kann ich schreiben, ohne dabei rot zu werden.

Trotzdem, auch ohne diese obigen Ausreden gewichtigen Gründe wären sehr viel mehr Details hängen geblieben, hätte ich dieses Buch „zu Fuß“ geschrieben. Das wäre dann aber nicht in 8 Stunden schaffbar gewesen. Mit Sicherheit nicht einmal in 8 Wochen – dafür fehlt die nötige Freizeit und ich habe zu viele andere Hobbies, die darum konkurrieren.

Fazit

GPT und Co. sind mächtige Werkzeuge für’s Schreiben, aber sowohl der Prozess als auch das Gefühl beim Arbeiten unterscheiden sich deutlich vom bisherigen kreativen Schaffen. Das sollte man wissen. Ihr habt es jetzt von mir gehört, aber um es wirklich richtig zu verstehen, muss man das selbst ausprobieren.

Meldet euch gern, ich bin gespannt, was bei euch rauskommt! (c:

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