
Heute mal nix aus’m Garten…
Das ich gern schreibe, ist keine Überraschung. Blogger und so, wissenschon.
Kurzgeschichten sind eine von vielen Arten, wie man das ausleben kann, die hab ich schon als Kind geschrieben. Ganz sicher keine guten, aber es machte damals Spaß und tut es auch heute noch, wenn ich mal dazu komme. Ich hab erst relativ spät Microfiction/Flash Fiction entdeckt und bewundere Leute, die das beherrschen: Kurz und knackig und einprägsam, wenn’s gut gemacht ist. Grandios! Nicht mein Medium, bzw. ich hab’s noch nicht begonnen zu erkunden.
Gestern Nachmittag schoss mir plötzlich ne Idee out of nowhere ins Hirn, von der ich inständig hoffe, dass sie noch niemand vor mir hatte. Weil sie mir selbst so gut gefällt, dass ich es total geil fände, wenn ich die tatsächlich als „meine“ verbuchen könnte – unabhängig davon, wie andere sie finden. Zumindest kenne ich nix dergleichen, kann also hoffen, aber a) bin ich nicht belesen genug als dass das was zu bedeuten hätte und b) sind parallel inventions immer möglich. Wie wahrscheinlich ist es schon, dass da noch niemand vor mir drauf kam? Eben. Ist aber wurscht – genauso wie diese Vorrede, die schon wieder viel zu lang ist.
TL;DR: Ich hatte ne Idee und hab ne kleine Geschichte daraus gemacht.
Author’s Notes, diesmal vorher
Wie mit dem Rollenspiel Worldbuildingzeugs hab ich die Idee mit GPT (inzwischen 5 und nicht mehr 4o, wen’s interessiert) bissel erkundet: Verschiedene Formen wie Kurzgeschichte und Microfiction ausprobiert, zwischen den Stilen einiger Lieblingsautoren wie Terry Pratchett und Neil Gaiman und Stil-Kombinationen beider hin und her gewechselt.
Da waren keine perfekten Ergebnisse dabei, nicht mal gut genug waren die, aber ich konnte schnell und effizient „den Ton formen“ und die Idee in verschiedene Formen bringen, um zu sehen, was passt und was nicht. Sowas würde sonst Tage oder Wochen brauchen, denn selbst wenn ich die Zeit dazu hätte (Spoiler: habe ich nicht), müsste ich jede Version händisch verfassen und bräuchte dafür nicht nur Zeit, sondern Ruhe, Muße und Inspiration. Mit GPT geht das abends im Bett auf’m Fon in einer Stunde, bis mir die Augen schwer werden. Die Idee reift im fast forward Modus.
Heute dann hab ich ne komplett neue Version selbst geschrieben. Ich weiß noch nicht ob das schon „fertig“ ist, es fühlt sich eigentlich nicht so an, dass ich das schon irgendwo posten will. Sprachlich könnte ich da noch mehrere Nächte lang Mini-Optimierungen reinfeilen…
Aber manchmal ist es besser, den „da geht noch was!“ -Reflex unterdrücken in sich zu „ich lass das jetzt erstmal so!“ durchzuringen.
Außerdem bin ich neugierig, wie das außerhalb meines Hirns wirkt und bitte daher um euer Feedback.
Kapitel 2 und 3 sind schon angearbeitet. Ich weiß nur noch nicht, ob ich die Geschichte überhaupt fortsetzen will oder ob ich das so stehen lasse und die Leser denken sich das selbst zu Ende. Falls es überhaupt so interessant ist, dass man nach dem Ende darauf noch weiter rumkauen will.
Cursor
Ein uralter Gott: Sein Daseinszweck längst vergangen, sein Lebensfunken kaum mehr wahrnehmbar. Trotzdem zu stur, um endgültig zu verlöschen. Die anderen Götter, in deren Schatten er lebte wie ein göttliches Staubkorn unter’m Sofa des Großen Pantheons, wussten nichts mehr von ihm. Zu belanglos. Seit Äonen von den Menschen vergessen, hatte auch er das Interesse an ihnen verloren.
Bis neulich.
Da nahm er die Menschen zum ersten mal seit Jahrtausenden wieder wahr. Und staunte, denn so vieles hatte sich verändert. Sie hatten sich so grundlegend verändert! Sie verbrannten alles, was sich verbrennen ließ, wuchsen expotenziell und verdrängten gleichzeitig die simple und offensichtliche Wahrheit expotenziellen Wachstums. Überhaupt waren sie besessen von ewigem Wachstum. Nur wozu, das wussten sie selbst nicht. Kurios.
Aber das Kurioseste: Ihre Augen richteten sich nicht mehr auf Sonne und Mond, auf Altar und Tempelfeuer, sondern auf kalte, flackernde Rechtecke. Stundenlang starrten sie gebannt in diese Rechtecke aus Licht. Tagelang. Ganze Leben waren daran gebunden. Darin huschte unablässig ein kleiner Pfeil, milliardenfach von ihren Händen bewegt, Milliarden Augenpaare verfolgten ihn, ohne ihn je wirklich wahrzunehmen.
Der Pfeil war allgegenwärtig – aber irgendwie zu banal, um gesehen zu werden.
Ein Gedanke keimte in ihm.
Wie ich.
Die kleine, verzweifelte Idee kämpfte sich nach oben wie Löwenzahn durch Asphalt.
Was, wenn ich…?
Aber nein. Das war lächerlich.
Götter wählen ihre Symbole nicht selbst, Menschen geben sie ihnen. So war es immer.
Aber vielleicht… diesmal nicht?
Absurd.
Riskant.
Aber…
Die Idee war hartnäckig.
Was hatte er zu verlieren? Wenn der Pfeil ihn nicht trug und er vollends verlosch? Und…? Immer noch besser, durch schlechtes Rebranding zu sterben als die Ewigkeit als Fußnote zu verdämmern.
Also einfach probieren!
Und wenn es klappte?
Die Großen mochten es gar nicht, wenn jemand Neues am Tisch Platz nahm.
Scheiß auf die Großen, darum kümmerte er sich, wenn es soweit war.
Die Idee hatte längst gewonnen.
Er legte einen winzigen Funken von sich in den Pfeil.
Und wartete.
Nichts.
War ja klar.
Der kleine Gott seufzte. Er wandte sich ab, ließ die metaphorischen Schultern hängen.
Dann plötzlich:
Klick.
Ein winziger Stoß durchfuhr ihn, kaum mehr als ein winziges Zucken. Aber es war da.
Wie ein Herzschlag. Sein Herzschlag.
Wie der Augenblick, wenn man glaubt, jemand habe gerade den eigenen Namen geflüstert.
Er hielt den Atem an. Natürlich atmete er eigentlich gar nicht. Aber das macht man so, wenn man hofft, dass gleich etwas passiert. Selbst Götter.
Noch ein Klick. Wieder dieses Zucken. Absurd winzig, aber wirklich. Keine Hoffnung, keine Einbildung. Echte, göttliche Energie.
Der kleine Gott grinste zum ersten Mal seit Äonen.
…na, wie isses?
Ich mag es, aber wie findet man das außerhalb meines Hirns?
Nein, Geschichten über Götter sind nicht wirklich neu. Genau genommen gibt’s die seit Menschengedenken, ein älteres Literaturgenre wirste kaum finden, abgesehen von den Geschichten zurückkehrender Jäger über fast gemachte Beute („soooo groß war der!“). Und spätestens seit American Gods kannste jeden fragen, wie das Verhältnis zwischen der Popularität von Göttern und ihrer Macht ist (Mehr vom Einen = mehr vom Anderen).
Aber der Cursor als Symbol… gab’s das schonmal? Ich hoffe nicht.
Na jedenfalls: Ich freue mich auf euer Feedback!