Baquieusamen ernten, oder: Wir rechnen uns reich

Stammlesern wird das bekannt vorkommen, und richtig: Das gab’s vor drei Jahren so ähnlich schonmal. Damals hab ich zum ersten Mal die Samenernte meines Lieblings-Gartensalates finanziell bewertet und kam auf recht überraschende Ergebnisse:

Von der Viertelmillion Samen hätte ich mir – zu Marktpreisen bewertet und die Rechtslage in DE komplett ignorierend – locker einen Gebrauchtwagen kaufen können. Oder gar oder einen Neuwagen – je nachdem, welchen Saatgutanbieter ich zugrunde gelegt hatte.

2022 waren es 280 Gramm Baquieusamen. Mal sehen wieviel es dieses Jahr werden. Los gehts!

Ich hab heute trotz noch nicht abgeschlossener Erntephase schonmal bissel rumgerechnet, aber weil’s langweilig wäre, die 2022er Zahlenspielchen stupide zu wiederholen, rechnen wir uns heute mal anders reich. Realistisch wird das heute genauso wenig wie damals, aber amüsant allemal.

Ich hab mich mal beim Sieben gefilmt, um euch einen Eindruck des Ganzen zu vermitteln:

Im Eimer sah’s nach 2 Sekunden entspannten Aussiebens dann so aus:

So, und wieviel Samen sind das jetze…?

Gute Frage.

Und nein: Ich bin definitiv zu faul, um das händisch zu zählen. No chance.

Ihr könnt gern mal schätzen. Ich lag mit meiner Schätzung jedenfalls weit daneben. ChatGPT übrigens auch (ja, ich hab das Foto aus Neugier hochgeladen und schätzen lassen).

Also hab ich GPT’s Kollege perplexity.ai gefragt, mit welchem Programm ich sowas auszählen lassen kann und um eine Anleitung für das ausgewählte imagej gebeten:

Damit konnte ich dann ne einigermaßen genaue Zahl rausbekommen:

ImageJ zählt also 406 Samen. Aber ihr seht, dass die vielen, die unten rechts zusammengeklumpt liegen, gar nicht mitgezählt werden. An mehreren Stellen finden sich kleinere „cluster“, die aus der Zählung rausfallen. Ich hab daher auf 500 aufgerundet. Wir halten fest:

2 Sekunden Aussieben = 500 Samen.

Und damit das hier nicht nur was für Zahlenfreaks wird: Lasst uns die Samen mal aus der Nähe bewundern.

Boah, ich werd‘ ganz hibbelig, wenn ich das sehe! (c:

Mein bisher geerntetes Saatgut hab ich dann mit der Küchenwaage gewogen.

Erstmal den leeren Eimer drauf und Nullen…

…anschließend das ausgesiebte schwarze Gold rein und die Luft anhalten…

…jep, ich dachte mir schon dass das bissel weniger ist als 2022. Damals waren’s 280 Gramm – also rund ne Viertelmillion Samen. Aber die 191 Gramm sind immer noch ganz ordentlich, und die Saison ist noch nicht rum.

Zurück zur Gartenmathe

Wie 2022 hab ich mir einfach die ersten paar Anbieter hergenommen die mir Google auflistet, wenn ich nach „Baquieu Samen“ suche:

Klar hätte ich 10 statt nur 4 Anbieter nehmen können, dann wären die Zahlen bissel belastbarer geworden. Aber hey, das hier wird keine Diplomarbeit. Ich spare mir übrigens auch den Rechenschritt und bereinige nicht um soundsoviel Prozent, weil mein Saatgut nicht perfekt ausgesiebt ist. Bauchgefühl sagt, dass ich locker nochmal 15% Dreck abziehen müsste, vielleicht auch mehr. Wenn die Ernte vorbei ist und es mich reißt, nehme ich mir nochmal das feine Küchensieb und bekomme damit dem ganzen Staub raus.

Da manche Anbieter die Anzahl der Samen angeben und andere nur deren Gewicht*, müssen wir wieder das „Tausendkorngewicht“ (TKG) hernehmen und auf diesem kleinen Umweg an die Anzahl der Samen kommen, die in so einer Tüte sind.

* Ich bin bei samenhaus.de etwas skeptisch, deren 0,5 Gramm sind ein ziemlicher Ausreißer. Habe das jetzt aber nicht weiter hinterfragt und einfach so hingenommen.

Die 1,09 Gramm pro 1000 Samen hatte ich 2022 aus verschiedenen Werten gemittelt, denn für jede Salatsorte ist das leicht unterschiedlich und für Baquieu selbst hatte ich das TKG nicht gefunden. Ein Samen wiegt also ungefähr ein Milligramm, das soll uns reichen.

So, und jetzt füllen wir die ganze Zahlen in eine Tabelle und zaubern ein bisschen:

Ergebnisse, kurz und knackig

  • Meine 191 Gramm sind ca. 175.000 Samen.
  • Ein Samen kostet im Schnitt 2 Cent, also hab ich da ca. 3.500 € im Eimer.
  • 2 Sekunden Aussieben bringt ca. 500 Samen = 10 €.
  • Macht einen Stundenlohn von etwas über 18.000 €.
  • Ja gut, weil ihr’s seid: Das Jahr 2025 hat 222 Arbeitstage, d.h. wenn ich vollzeit siebe und nie krank bin, komme ich auf knapp…

– trommelwirbel –

32 Millionen Euro brutto.

Nicht schlecht für’n bissel Salat, oder?

One response to “Baquieusamen ernten, oder: Wir rechnen uns reich”

  1. […] ich damit nicht reich werden kann, haben wir ja neulich erst wieder geklärt. Aber ich könnte das Zeug verschenken und Karmapunkte […]

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