Baquieu Samenernte 2022: Saatgut effizient säubern

Hab heute durch Zufall nen gamechangenden Lifehack beim Salatsaatgutsäubern entdeckt. Vergesst das Aussieben, das geht anders besser und schneller! (c:

Das Problem

Wer größere Mengen von Saatgut wie bspw. Gartensalat erntet, hat das Problem, dass man das weiße Gefussel – die ehemaligen Schirmchen – nur schwer von den Samen trennen kann. Selbst mehrmaliges Aussieben hilft da nur begrenzt, weil einerseits viele Samen im Gefussel hängenbleiben und andererseits viel der ähnlich großen „Spreu“ mit durch’s Sieb wandert.

Old and busted: Sieben, sieben, nochmals sieben.

So hatte ich das bisher gemacht: Mit einem kleinen Plastiksieb aus dem Sandkasten der Gartenzwerge den Fusselberg in kleinen Portionen immer und immer wieder durchsieben.

Was im Sieb zurückblieb, enthielt immer noch viele Samen, und was unten durchfiel, hatte noch haufenweise Verunreinigungen drin. Also weitere Durchgänge… Um die im Foto gezeigte Menge zu reinigen, hab ich was um die anderthalb Stunden gebraucht. Und da waren dann immer noch ziemlich viele Fremd-Dinge drinne.

Ne kurze abendliche Recherche hatte nix wirklich nützliches erbracht, höchstens sowas wie den Rat, durch Pusten die Blütenreste (also die Schirmchen) von den Samen zu trennen. Ja gut, super. Das mag bei ner kleinen Menge Saatgut gehen, aber wenn man mehrere Quadratmeter Pflanzen hatte, dann wird die Pusterei schnell unpraktisch. Höflich ausgedrückt.

The discovery

Heute Abend wollte ich zwei weitere inzwischen durchgetrocknete Samenernten sieben. Ich hatte das gleichmäßig verteilte Gefussel auf einen Haufen geschoben, um mir Platz zum Sieben zu schaffen. Als ich den Haufen anhob und zur Seite legte, bemerkte ich, dass sich unter dem Haufen die Samen sammelten, und zwar besser getrennt als durchgesiebt!

Ich hab dann kurz ein wenig rumprobiert und schnell gemerkt, wie der Hase läuft, Verzeihung – der Haufen.

The new shit: Der Haufen-Lifehack

Viel einfacher, schneller und bei mehrmaligem Wiederholen gründlicher geht die im Video gezeigte Methode: Alles auf einen Haufen tun, den Haufen in beide Hände nehmen und dann mehrmals sanft fallen lassen. Dadurch wandern die kleinen Samen – und nur diese – nach unten. Hebt man dann den Fusselhaufen beiseite, bleiben die Samen darunter ziemlich sortenrein in der Mitte liegen. Jetzt nur noch ein wenig auspusten und übrig bleibt erfreulich gut gereinigtes Saatgut. Nicht perfekt, aber zumindest für mich „good enough to work with“. Meine bessere Hälfte hat das Ganze dann fix für euch videofiziert, weil das beim Angucken besser klar wird als wie wenn ich das verbal beschreiben tue. Also: Bitte Video gucken! (c;

Vergleicht selbst: Erst das Sieben – da seht ihr schon, wieviel Dreck mit durchrutscht. Anschließend die brummsche Haufenmethode. Das so „gehaufte“ Saatgut könnt ihr noch mehrmals langsam von einer Hand in die andere rieseln lasse und dabei durch Pusten die gröberen Bestandteile entfernen.

Ich hab insgesamt vielleicht 30 Minuten gebraucht, um alles „durchzuhaufen“. Also mit „alles“ meine ich nicht nur die im Video gezeigte Menge, sondern zwei solcher Behälter – UND das bis dahin schon durchgesiebte Saatgut nochmal gereinigt UND die dabei entstandenen Spreu-Reste, aus denen sich nochmal eine erstaunlich große Menge an Saatgut „raus-haufen“ ließ!

Das schwarze Gold

So, wieviel Baquieusaatgut isses denn nu? Also bisher? Weiß gar nicht ob’s schlau ist, das hier so öffentlich zu zeigen, nicht dass die Baquieumafia mir nen Besuch abstattet und mir meinen Schatz abnimmt. [häschtägg bibber]

Allerfeinstes Zeuch, reinste Bioqualität! Psst, kommt mal ran, guckt euch das ruhig aus der Nähe an…

Wollt ihr wissen, wieviel das ist? Ich auch! Ich hatte ja Ende August 2021 schonmal Baquieusaatgut mit Gold & Silber aufgewoben, siehe hier. Das Update bringt nur wenig Neues und nix Spannendes:

Gold ist 6,3x wertvoller als Baquieusamen, der wiederum 11,7 mal wertvoller ist als Silber. Und für die BWLer unter euch: Ich hab beim Edelmetallpreis nicht den Spotmarkpreis verwendet, sondern die jeweils günstigste Einunzenmünze. Ich sag ja: Laaangweilig! (c;

Heute will ich mal wissen, wieviel das Zeuch in Papiergeld wert ist. Dafür muss ich erstmal grob wissen, wie schwer der Haufen ist. Also ab auf die Küchenwaage damit!

Zwohundertachzig Gramm!!!

…ooooookay. Wow. Und nu?

OK, jetzt gibt’s wieder mehrere Wege zum Ziel. Hach… Excel und Garten verbinden, ist das nich toll? (c;

Methode 1: Durchschnittlicher Saatgutpreis pro Gramm

Ich hatte letztes Jahr keinen Baquieusamen online gefunden – das Problem hatten ja viele von euch. Ich hatte ich mir so beholfen, dass ich bei reinsaat.at neun Salatsorten verglichen und Durchschnittswerte gebildet hatte. Bei reinsaat ist nämlich das sogenannte Tausendkorngewicht der jeweiligen Salatsorte angegeben sowie das Gewicht der Samen in der Tüte. Das durchschnittliche Tausendkorngewicht (TKG im Folgenden) war 1,09 gr.

Damit wären meine 280 gr mal eben locker über zweieinhalbdausend Euronen wert. Wottsefack?!?

…ok, lasst uns lieber nochmal ne andere Methode zum Gegenrechnen nehmen. Ist immer besser, sowas.

Methode 2: Der Dreisatz

Über das durchschnittliche TKG von 1,09 kann ich mir ja ungefähr ausrechnen, wie viele Samen in meiner Schüssel sind. Klar, ich müsste eigentlich noch soundsoviel Prozent abziehen, wegen der Verunreinigungen. Ob das nun fümpf, zehn oder zwanzsch Prozent sind… ist mir ehrlich gesagt jetzt erstmal Wurscht. Auf jeden Fall sind in der Schüssel mit ihren 280 Gramm ungefähr ne Viertelmillion Baquieusamen. Weiha…

Die Sorte Baquieu war ja 2021 weder bei reinsaat noch sonstwo online im Sortiment gewesen, inzwischen ist aber ein Jahr rum und ich finde online immerhin drei Angebote. Wohlgemerkt, es gibt sicher noch mehr, ich hab lediglich Seite 1 der Suchergebnisse durchforstet:

  • gruentiger.de bietet 50 korn für 2,30€ an (Quelle)
  • landschaftenschmecken.com hat 15 Korn für 3€ im Angebot (woah, echt jetzt…? Quelle)
  • dreschflegel will für 100 Korn 2,60€ haben (schon besser, oder? Aber nicht lieferbar… Quelle)

Auch ohne zu rechnen, schwant mir gerade, dass die zweieinhalbdausend Euro von gerade eben mit meiner Gegenrechnung nicht gerade weniger werden werden… Aber gut, lasst uns das fix in die Tabelle kloppen:

Kennt ihr das, wenn ihr euch erstmal stabil setzen wollt, dann aber merkt, dass ihr schon sitzt? (c;

Zwischen Sechseinhalb- und Einundfünfzigtausend Euro soll die Schüssel wert sein… srsly?

Keine Sorge, ich bin nicht vom Stuhl gefallen. In einem früheren Leben war ich mehrere Jahre lang Börsensuchti und hab täglich stundenlang getradet. Ich kann mit Buchgewinnen umgehen. Solange mir keiner die Scheine aufn Tisch blättert, bleibt das rein virtuell. Das Zeug ist genau soviel wert, wie mir dafür bezahlt wird. Und da ich versprochen habe, das kostenlos unter den Wurzelwerkern zu verteilen, ist der Preis dafür genau Null. Nicht mit dem Wert verwechseln. Und im übrigen: Wenn ich halbwegs richtig informiert bin, darf man als Privatperson in DE gar kein Saatgut verkaufen, bzw. müsste dermaßen unsinnig strenge Regularien erfüllen, dass es effektiv untersagt ist.

Aber spannend ist so ne Rechnung schon, oder?

Soll ich das jetzt noch für die Mangold- und Ringelblumensamen machen? Nenee, lieber nicht. Sonst mache ich am Ende noch nen Saatgutshop auf. (c;

Update 2023

Natürlich hab ich 2023 wieder Saatgut genommen, guckst du hier. Die Marktpreise sind immer noch ähnlich wie 2022, aber ich spare mir das Wiegen. Und diesmal nehme ich auch nicht mehr ganz soviel Saatgut. Ich hab trotz der großen Verteil- und Verschenk-Aktion immer noch Saatgut für mehrere Hektar.

6 responses to “Baquieu Samenernte 2022: Saatgut effizient säubern”

  1. […] dabei ist mir gleich eine neue brummgeniale Geschäftsidee gekommen: Das Reichwerden mit der Viertelmillion Baquieusamen hat ja nun nicht geklappt. War ja eigentlich auch klar – mit „Masse statt Klasse“ […]

  2. […] die Tomaten aus den Terrassenkübeln raus waren, hab ich versuchsweise Gartensalat da reingesät. Genug Saatgut hatte ich ja. Der ist auch brav aufgegangen, wuchs dann aber nur langsam – wir konnten also […]

  3. […] voll begrünen. In den Eimern ist immer noch Saatgut des Gartensalates der Sorte Baquieu – ein Vermögen, wenn ihr die Preise mal […]

  4. […] Ich hatte schon 2022 Baquieu als Tomaten-Unterpflanzung in den Kübeln und habe Pflanzen nicht nur schießen, sondern ausblühen lassen. Auf dem großen Freilandbeet auch. So konnte ich jede Menge Saatgut gewinnen. Soviel, dass es bei Marktpreisen bewertet für einen Neuwagen gereicht hätte. Guckst du hier. […]

  5. […] Baquieu (davon hab ich noch Saatgut im Wert eines Neuwagens, der muss mit […]

  6. […] Letztes Jahr im August hatte ich mir ja spaßeshalber mal ausgerechnet, wieviel mein geerntetes Baquieu-Saatgut wert ist. Und kam dabei auf Werte zwischen 6.600 € und 51.000 €. Jawoll, einundfünfzigtausend. Die Details findet ihr hier. […]

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