Braunfäule und kein Ende …oder doch?

Wie befürchtet sind die Sibirischen Birnchen im großen Gemüsebeet ebenfalls befallen. Hmpf.

Die beiden Liege-Sonnenblumen sind topfit – nicht dass ihr denkt, die siechen vor sich hin. Die waren halt nicht angebunden und sind zur Unzeit umgeknickt. Da sie blühen wie verrückt, lasse ich sie noch ne Weile so, bis ich sie irgendwann in die Vase stelle.

Ja klar, die Tomaten sind auch einfach viel zu dicht gepflanzt. Und weil links und rechts von denen alles ebenfalls wuchert… ich hätte da gar keine Chance gehabt, die zu beernten, ohne da jedes Mal irgendwas zu zerlatschen.

Lesson learned:

Tomaten kommen nicht mehr ins Gemüsebeet, auch keine Freilandsorten. Jetzt muss ich mir das nur noch a) bis nächsten Mai merken und b) meine Meinung dann nicht wieder ändern. Mal sehn.

Mal näher ran und genau hingeguckt. Vielleicht sind ja ein paar Pflanzen doch noch gesund…?

Nein, auch hier: Flecken. An jeder Pflanze. Ach Mensch, so ne Scheiße! )c‘:

Also alles raus. Zum Heulen. Jetzt gibt’s dieses Jahr keine gedörrten Tomaten, jedenfalls keine Sibirischen Birnchen. Na vielleicht tragen die Überlebenden an der Hauswand ja so überragend, dass wir die Verluste ausgleichen können. Das ist allerdings eher das Prinzip Hoffnung.

Hier, so groß sind die Wurzelballen von denen. Und die feinen Wurzeln sind ja noch in der Beeterde, da abgerissen. Spätestens jetzt wird auch klar, warum Tomaten mindestens nen 30L großen Topf oder Kübel bekommen sollten.

Also alle Birnchen raus. Und dann weiter zum Carport, 15 m weit weg. Vollsonniger ung nach Norden hin geschützter Standort, leicht regengeschützt durch den (leider viel zu geringen, aber anders nicht realisierbaren) Dachüberstand.

Extra liebevoll mit Schafwolle gemulcht, alle fein an Schnüren hochgebunden. So viel Liebe reingesteckt – und dann alles umsonst.

Ich glaub nicht dass da noch was zu retten ist, weil ich dieser Tage dort schon Pflanzenteile rausgemacht hatte. Da war noch ein bisschen Hoffnung, dass diese chirurgischen Eingriffe was bringen. Aber wie erwartet hat sich der Pilz weiter ausgebreitet.

Guckt mal was da für Klopper dranhängen!

Man sieht die Relationen auf den Bildern nicht so gut,
aber die Größte ist gut und gerne apfelgroß.

Einen kleinen Lichtblick gibt’s dann doch: Der Kübel am Durchgang. Die Pflanze dort ist was wild Ausgesätes vom Kompost, vermutlich diese kleinen Minitomaten ausm Supermarkt. Die vermehre ich jetzt schon das vierte Jahr, da wachsen zuverlässig hunderte (jawoll!) kleine, ca. Ø10cm große Tomätchen dran. Eine unserer Lieblingssorten, ich nenne sie Gelbe Beerentraube. Wenig kreativ, aber zutreffend.

Und: Egal wie gründlich ich suche, ich finde nicht einen braunen Fleck! Das wäre ja… (c:

Zwei unbefallene Pflanzen! (c:

So, hier nochmal das ganze Elend. Weil’s so schön weh tut. Ich alter Masochist.

Die wären in einer weiteren Woche reif gewesen, hätten wir richtiges Sommerwetter bekommen.

Wenn ich das jetzt in die Restmülltonne kloppe, ist die voll. Also erstmal ein paar Tage abwelken lassen.

Morbide Gärtner-Romantik: Tomatenleichen im Abendschein.

…un nu?

Es ist Freitag Abend kurz vor sieben. Ich weigere mich, den Abend mit so einer gärtnerischen Kapitulation zu beschließen! Die Restfamilie ist bei den Schwiegereltern, ich bin zeitlich also unbegrenzt flexibel. Der nächstgelegene Gartenfachmarkt schließt in drei Minuten, aber am anderen Ende der Stadt gibt’s noch einen, der erst 20 Uhr zu macht…

Ihr ahnt es. (c;

Mein Plan B, oder besser: Trostpflanzter. Jawoll, das „n“ gehört da hin.

Ich pfeife jetzt auf Fruchtfolge und Mischkultur und versuche Kohlrabi. Der Markt hatte sogar „Superschmelz“, die empfiehlt Marie Diederich vom Wurzelwerk ja schon seit Jahren. Ich bin irgendwie nie dazu gekommen, bzw. das eine Mal hatten mir die Schnecken alle Pflänzchen wegschnabuliert. Mal sehn ob die hier mehr Glück haben werden.

Die Prunkbohnen kommen in die Wichtelkübel, wo die Bajajas standen. Ich bin etwas enttäuscht, weil viele Samen in der Tüte regelrecht zertrümmert waren. Ich weiß nicht wie man Saatguttüten behandeln muss, dass die Bohnen derart zerstört werden… aber hey, da sind weit mehr drin, als ich Platz habe – also was solls.

Hauptsache, die Gartenwichtel haben wieder etwas zum Bewachen. (c:

Hoffentlich kommen die Bohnen mit den Temperaturen klar – im Hochsommer kann es hier durch den Hitzefallen-Effekt (Hauswand und Terrassendielen werfen die Wärme zurück) gerne mal für ein paar Mittags- und Nachmittagsstunden 40°C heiß werden.

Ich hoffe mal, die Prunkbohnen prunken jetzt ordentlich los. Ich will auf unserer Terrasse bitte nen veritablen Augenschmaus! (c:

Fast forward – kurze Zeitreise von Freitagabend zu Sonntagnachmittag:

Das könnte das Sinnbild für das diesjährige Tomatenjahr sein.

Aber hey, ich will den Artikel ja nicht so negativ beschließen, daher verweise ich auf diesen Artikel. Da seht ihr, wo die Kohlrabi ihren Platz gefunden haben.

3 responses to “Braunfäule und kein Ende …oder doch?”

  1. […] neu bepflanzt. Ich hatte am Freitag Abend die letzten Sibirischen Birnchen roden müssen (siehe hier) und hab mir als Trostpflanzter* je 6 Kohlrabi-Jungpflanzen mitgenommen. Später mehr […]

  2. Melanie sagt:

    Es ist zum Heulen diese wunderbaren Pflanzen inkl Früchte wegschmeißen zu müssen.
    Ich drücke dir arg die Daumen für die 2 letzten, auf dass sie es schaffen mögen… wenigstens paar Naschtomaten dieses Jahr?

    • Der Brumme sagt:

      Ich hab ja noch die Terassentomaten, die an der Hauswand stehen und vom Dachüberstand weitgehend geschützt sind. Also wird’s kein tomatenfreies Jahr, nur der erhoffte Dörrtomatenvorrat wird eben ausbleiben. Was schlimm genug ist, aber letztlich ein Luxusproblem. Mir hat es weder die Beete über- oder weggeschwemmt noch Haus und Hof weggespült wie anderswo. Von daher: Alles halb so schlimm.

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