50 shades of brown

Triggerwarnung: Das folgende Geschreibsel ist a) möglicherweise nicht jugendfrei, enthält b) definitiv nüscht Niveauvolles und ist c) …ach komm – egal was ich hier schreib, ihr werdet am Ende sowieso weitergescrollt haben*, amirite? (c;

* Futur zwo, übrigens.

Na also.

Samstag Nachmittag, der letzte im Februar. Schmudelwetter allüberall, aber gerade hamm wir ne mehrstündige Regenpause. Eigentlich wollte ich am Wochenende nen Haufen Holz wegsägen und wegstapeln, aber dafür suppt es auf der Wiese zu sehr, wo besagter Haufen liegt. Und den vorm Sägen erst noch von A nach B zu räumen, dort zu sägen und dann nach C zu stapeln… ist mir jetze zu blöd. Während der Vesper-Kaffee reinläuft und das Coffein anflutet, beschließe ich spontan das Alternativprogramm. Geile Idee, denk ich mir, spricht nüscht dagegen mal wieder ’n bissel Spaß zu haben.

Also rein in den Lieblingsfummel und ran ans Gerät. Erfahrungsgemäß wird das jetzt schweißtreibend und sehr befriedigend werden. Die paar Tage Muskelkater im Rücken nehm ich danach gern in Kauf, das isses wert. Immer.

Also droff und ne anderthalbe Stunde rein und raus, bzw. raus und rein. Ein übelstes Gerammel, wie immer. Nach den ersten paar Minuten werd ich langsam feucht, nach ner halben Stunde fließt mir der Schweiß in die Augen, die vorher angelegten Lieblingsklamotten sind klatschenass. Die gelegentlichen Grunzer, das Gekeuche und Geschnaufe lassen die Gespräche einiger draußen vorbeigehender Spaziergänger entgleisen und bringen mehrere gassigehende Hundehalter aus dem Konzept. Aber das hat noch nie gestört. Sollen die denken was die wollen.

Nach ca. neunzsch Minuten …fertsch. Fix und.

Ergebnis: Klatschnasse Klamotten, erschrockene Spaziergänger und…

…ein fertig umgesetzter Komposthaufen.

Der Kompost ist fast komplett „durch“, also reif – und das in Rekordzeit: Den Haufen hab ich im Sommer erst neu auf- und heute (Ende Februar) zum mittlerweile 5. Mal umgesetzt. Ich hatte schon 2020 das Herbstlaub separat gesammelt, damit ich das im Sommer 2021 immer schön schichtweise mit dem Rasenschnitt kompostieren kann. Und dann halt möglichst oft umsetzen, aller paar Wochen. Ich hab das recht diszipliniert durchgezogen, auch wenn das jedes Mal ä düschdsches Gerammel ist, siehe oben.

Normalerweise sagt man ja, dass Kompost mindestens ein Jahr braucht, um komplett reif zu werden. Meine Vermutung ist jetzt, dass häufiges Umsetzen das enorm beschleunigt, konkret: Ich bilde mir ein, dass jedes Umsetzen dieses eine Jahr um einen Monat kürzt.

Ab ungefähr 5-10 cm unter der Haufenoberfläche tobt das Leben.

Natürlich kann man das nicht komplett verallgemeinern – 12 Wochen hintereinander den Haufen umsetzen macht vermutlich genauso wenig fertigen Kompost, so wie neun Frauen ein Baby nicht in einem Monat austragen, nur weil eine Frau dazu neun Monate braucht (alter BWLer Witz). Aber wenn man das monatlich macht, ist der Kompost eben schon Ende Februar fast reif. Und das ist wohlgemerkt weniger als ein halbes Jahr, denn ich hab den Haufen zwar im Sommer angesetzt, aber da kam ja bis zum letzten Rasenschnitt im Herbst (im Oktober, wenn ich mich recht erinnere) immer wieder neues Zeug drauf. Der Haufen hat also ähnlich wie Cher nur ein Durchschnittsalter.

Wenn ihr auch schnellen Kompost wollt, guckt euch mal das hier an. Mit der Berkeleymethode soll so’n Haufen angeblich nach 30 Tagen fertig sein. Also stimmt der alte BWLer Witz doch…? 2021 hab ich es nicht geschafft, das auszuprobieren… steht aber immer noch weit oben auf meiner Experimentierliste!

Warum ich mir im Februar, also quasi noch im Winter diese Mühe mache? Die letzten Wochen hat es ergiebig geregnet, der Haufen ist also klatschnass und entsprechend schwer… Weil ich das Gartengold in ein paar Monaten dringend brauchen werde. Für den Endspurt der Anzuchtsaison, so im April rum, brauchte ich 2021 dreieinhalb Schubkarren voll Kompost: Da standen ca. 55 Fünflitereimer mit Tomaten im Haus, plus ein paar Paprika, Physalis und Auberginen in weiteren ähnlich großen Gefäßen. Dieses Jahr habe ich mich auf 25 Tomatensorten „beschränkt“ (und glaubt mir, das war ein harter Kampf!), plus ca. 10 Paprika- und Chilisorten. Wenn von jeder Sorte nur drei Pflanzen… ihr ahnt wo das hinführt. Ich mag’s mir noch gar nicht vorstellen. Zum Glück hab ich dieses Jahr endlich das Gartenhaus, in das ein möglichst großer Teil der Anzuchtpflanzen ausgelagert werden kann.

Und wenn das Grünzeugs Ende Mai nach den Eisheiligen rausgepflanzt werden kann, müssen mindestens die neulich erworbenen 10 Neunzigliter-Maurerkübel mit irgendwas (sprich: Kompost) gefüllt werden. Sollte dann noch welcher übrig bleiben, werden einige der Hochbeete aufgefüllt. Spätestens Anfang/Mitte Juni wird der Haufen also ratzekahl leergeputzt sein.

Ihr seht: Das gestrige samstägliche Gerammel wird sich spätestens dann gelohnt haben. Futur zwei, übrigens.

One response to “50 shades of brown”

  1. […] inzwischen so groß, dass ich sie gern aus ihren Gemeinschaftstöpfchen vereinzeln würde. Nach der Kompostaktion von gestern gibt’s also auch am Sonntag was zu gärtnern. Also los. […]

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