Beetrundgang Ende Mai, featuring: Beetschilder aus Dachschiefern

Ich weiß: Die Überschrift liest sich schwer verdaulich. Aber kürzer bringe ich Beides nicht im Titel unter. Ihr verzeiht hoffentlich.

Heureka!

Ich habe endlich – ENDLICH! – die alten 2020er Reihenschilder auf Stand gebracht! Ihr glaubt nicht wie es mich genervt hat, dass dort komplett veraltete Schilder rumhingen.

Wer in Zeile A1 Tomatenpflanzen findet, darf sie behalten.

Der einzige Grund warum die noch nicht schon längst in der Werkstatt lagen und dort nervtötend und platzraubend ihrer Säuberung harrten: Ich brauche zur Orientierung zumindest die Namen der Reihen, also A1, C2, B3 und so weiter. Das hängt mit dem Mischkultursystem nach Gertrud Franck zusammen, über das ich irgendwann mal nen eigenen Artikel verfasse. Aber dieser Tag ist nicht heute. (c;

Jedenfalls muss ich wissen wie die Reihen heißen, damit ich den Beetplan aus meiner Excel-Planung…

Der Beetplan eines Excelfans.

…auch ins Beet umsetzen kann:

Aber eigentlich wollte ich ja nicht über Excel und Gartenpläne, sondern über die Schilder schreiben.

Die Schiefer stammen vom alten Schieferdach eines Nebengebäudes im Garten, das vor Jahren erneuert werden musste und von dem wir einige Schiefer aufgehoben hatten. Die waren ja noch gut, und wer weiß wozu man die noch braucht – die beiden inoffiziellen brummschen Familiemottos. (c:

Beschriften kannste die gut mit weißem Edding (Edding 4000 white), das Zeuchs ist regen-, sturm- und hagelfest. Da könnte es Terpentin oder Acetonreiniger regnen und die Beschriftung wäre danach noch wie neu. Gut, die Beete wären dann tot. Aber man könnte immer noch Eins A lesen, was dort mal stand.

Hier die Beschriftung von 2020. Wie gestern aufgemalt, oder?

Die Kehrseite: Man bekommt das Zeuchs nur mit höherer Gewalt wieder runter. Oder mit höherer Drehzahl. Eine Flex mit ner Fächerscheibe drauf ist hilfreich,…

…aber tut euch selbst nen Gefallen und vergesst weder Ohrenstöpsel…

Das obere Schild ist wieder blank, das untere gleich auch.

…noch Staubschutzmaske!

Wahrlich, dieser Schleifdreck ist episch. Feinster Schieferstaub – da kapituliert beinahe der Werkstattsauger. Setzt sich überall ab, auch in den Haaren (der Staub, nicht der Sauger). Ich hätte ne Duschhaube aufsetzen sollen.

Über Mittag hab ich dann in aller Ruhe die Schilder neben dem PC neu beschriftet und wieder aufgehängt:

Kennt ihr dieses Gefühl tiefstmöglicher Befriedigung, wenn ihr eine lange aufgeschobene Aufgabe erledigt habt und das Ergebnis richtig gut ist? Ja? So war’s heute. (c:

…so, das waren die Schilder und mithin der erste Teil des Artikels. Es folgt:

Der Beetrundgang im Mai

Diesmal nur das große Gemüsebeet. Vom Rest ringsrum gibts noch nicht so viel zu berichten.

Eine von zwei (eigentlich drei) Salatzeilen. Baquieu ist ein Wintersalat, der 2020 und auch dieses Jahr recht rar ist. Man bekam nur ganz schwer Saatgut, daher hatte ich letztes Jahr ein paar Pflanzen stehen und blühen lassen. Die wichtigste, weil größte zur Vermehrung geplanten Salatpflanze wurde Berthold getauft, und Bertholds Samen wurden an ein gutes Duzend Gärtner verschickt. Ein tolles Gefühl! (c:

Die beiden Großen vorn am Beetrand sind ein Teil der Children of Berthold. Die haben sich selbst ausgesät und überwintert. Für Leser späterer Generationen: Im Januar 2020 herrschten im Brummschen Garten Temperaturen unter bis deutlich -15°C, aber die Salate haben das unter ihrer Schneedecke ausgesessen. Entsprechend vital sprießen die nun, und sind den Anfang April selbst vorgezogenen und vor drei Wochen rausgepflanzten Piraten weit überlegen. Pirat ist ein Sommersalat der bei höheren Temperaturen nicht so schnell schießen soll wie Wintersorten à la Baquieu. Natürlich werde ich von denen auch wieder welche blühen lassen. Das bin ich Berthold schuldig. (c;

Meine Lieblingskartoffelsorte: La Ratte. Angeblich sagen die Franzosen, es gäbe nur zwei Kartoffelsorten: La Ratte …und alle anderen. Ich war bis 2019 nicht so DER Kartoffelgourmet. Mehlig sollten sie sein, ja. Aber sonst…

In La Ratte dagegen waren wir vom ersten Bissen an verliebt. Vielleicht sind andere Sorten auch deutlich leckerer, wenn man selbstangebaute mit gekauften vergleicht, keine Ahnung. But the rats really upped the game. Die eine Zeile wird wieder viel zu wenig sein, selbst wenn die Ausbeute nicht so enttäuschend sein wird wie die 2020er Ernte. Aber ich probiere dieses Jahr auch noch andere Sorten aus. Viele. Andere… Ich finde es echt unfair, dass Kartoffelanbieter solche unwiderstehlichen Probierpakete packen, wo jede, aber auch JEDE Sorte interessant klingt!

Weiter im Text, und im Beet: Mehr Knobi, mehr Kartoffeln und eine Zeile geschossener Feldsalat. Kann man Feldsalat eigentlich noch essen wenn der schießt und blüht? Ich freue mich über einen Kommentar! Das ging dieses Jahr so schnell, dass wir nicht zum rechtzeitigen Ernten kamen im Frühling.

Jetzt stehen da links Kartoffeln, in der Mitte Feldsalat und rechts Mangold – und der Feldsalat überragt seine Nachbarn?!? Verkehrte Welt! (c:

Die Beschriftung der Radieschen wird schwierig, denn ich hab dieses Jahr vier(!) Sorten die ich anbaue(n will):

Flamboyant und Sora, die ich 2020 schon angebaut habe und gut fand. Nix außergewöhnliches, halt leckere Radieschen… Vom beiden hab ich einige im Beet vergessen zu ernten, hab die blühen lassen, brav gewartet bis die Schoten getrocknet waren und dann das Saatgut genommen.

Dann kamen im Frühjahr spontan noch die Sorten Eiszapfen und Candela di Fuoco dazu, auf die ich schon ganz gespannt bin.

Wusstet ihr übrigens, dass diese Radieschenschoten essbar sind?!? Ich bis neulich nicht, und jetzt kann ich es kaum erwarten dass ich die probieren kann! Das wäre wieder so ne unerwartete Zweitverwendung, die mir – wenn der Geschmack stimmt – fast noch wichtiger wäre als der ursprüngliche Zweck: Überlegt mal, eine Pflanze macht genau EIN Radieschen, aber unzählige Schoten!

Und weil’s so schön war, noch ein bisschen Sonnenuntergangs- Eyecandy/Gartenporn. Ich liebe dieses Licht!

Falls jemand weiß, was das zarte, fedrige Grünzeug ist, das wie junges Möhrenkraut ausieht: Ich wäre sehr dankbar für einen Tip. Das verbreitet sich wie Unkraut. Es hat gelbe Wurzeln, die wie unfertige Möhren aussehen, riecht nicht sonderlich und vermehrt sich… nun ja, wie Unkraut eben. Meine Pflanzen-App wirft mir zuviele ähnliche Vorschläge aus und hilft daher auch nicht wirklich.

Wir sind am anderen ende des Beetes angekommen. Dort prangt der Ende Herbst gesteckte Knobi (Sorten Messidor und Morado)

Beides leckere Sorten, wobei ich ehrlich gesagt noch kein Knobi-Gourmet bin. Ja, bei der direkten Verkostung (roh) habsch ein paar leichte Unterschiede rausgeschmeckt, aber es fehlt mal noch so’n richtiger umfassender Vergleich: Verschiedene Sorten roh, gekocht, gebraten, an verschiedenen Beilagen/Zutaten. Was ich definitiv weiß: Wir brauchen VIEL Knoblauch. Das hier sind drei Reihen à 50 gesteckte Zehen. Anderswo stehen weitere 50er Reihen, und im Erdbeerbeet hab ich ungezählte Bulbillen (die kleinen Brutknollen aus der Blüte) „breitwürfig verstreut“ – mal sehn was da geht, das wird eine Premiere…

Ich habe jetzt – Ende Mai – noch genug um gerade so bis zur Ernte des Neuen hin zu kommen. Unser Standardgewürz in der Küche und auf dem Tisch ist Knobisalz, das lieben selbst die beiden Gartenzwerge. Ein Leben ohne Knoblauch ist möglich, aber sinnlos. Ihr kennt das vermutlich. (c;

Die Zuckererbsen zwischen dem Knobi sind übrigens ein kapitaler Gärtnerfehler: Ich habe erst nachträglich gelesen, dass sich Erbsen und Knobi wohl nicht gut miteinander vertragen. Das schreiben alle Mischkultur-Ratgeber unisono. Leider erwähnt keiner, woran das liegt – erhellt mich bitte, so ihr zu den Erleuchteten gehört!

Die Latte, die rechts vorn quer über der Ecke liegt, ist übrigens meine Beet-Elle: Die ist mit 50cm genau so lang wie eine Reihenbreite und hat eine Mittenmarkierung. Zwar stehen die Schilder immer relativ genau mittig in der jeweiligen Zeile, aber die Elle hat mir schon oft gute Dienste geleistet. Und wenn’s als improvisiertes Pflanzholz ist. (c:

Und zum Abschluss noch ein Gartenkrimi:

Jemand gräbt mein zukünftiges, d.h. noch(!) unbepflanztes Kürbisbeet um, bzw. macht dort unanständig große Löcher!

Ich weiß nicht wie lange das schon so geht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich die mehr als ein paar Tage lang übersehen habe. Eigentlich kann ich mir gar nicht vorstellen, dass ich solche handtiefen Krater auch nur mehr als einen Tag lang übersehen habe: Selbst wenn dieses Beet noch unbepflanzt ist und daher garantiert nicht die volle brummsche Aufmerksamkeit abbekommt – es liegt nur eine Rasenmäherspurbreite neben dem Großen Beet.

Welcher Unhold macht denn bitte sowas??? Habt ihr ne Idee?

Da sind keine weiterführenden Gänge, man sieht keine Spuren. Ich hab seit Wochen immer mal wieder Stare und die eine oder andere Elster dort rumhüpfen sehen, und in einem Hochbeet 5m weiter habe ich heute eine ausgegrabene aber unbeschädigte Kartoffel gefunden. Die habsch gleich wieder eingebuddelt, mir nix dabei gedacht – aber 10 min später fielen mir diese mysteriösen Löcher ins Auge, bzw. ich fast in die Löcher rein.

Ich meine, aktuell ist das noch kein Problem. Das Beet ist leer und der Brumme entspannt. Aber WEHE die gehen mir an meine Kürbisse, und was ich dort sonst noch so reinsetze. Dann, ja… dannn aber.

Wenn das so weiter geht, lege ich mir noch ne Wildkamera zu!

So, geschafft: Ihr seid durch und ich bin alles losgeworden, was ich erzählen und zeigen wollte. In einer perfekten Welt hat’s euch gefallen, ihr beantwortet meine Fragen und es wird demnächst endlich mal anständig warm. Zwei der drei Dinge können wir immerhin beeinflussen. (c:

Kommentar verfassen