Lichtenberg & Leucht-Epoxy

…schade, ein griffigerer Titel ist mir nicht eingefallen. Hmpf.

In einem sonntäglichen Meinungsaustausch mit einem Freund, wie man die Kohle in den lichtenberggeblitzdingsbumsten Holz wohl am besten versiegeln kann, kamen wir schnell auf Epoxidharz. Aber wenn schon Harz, dann will ich auch gleich Leuchtpigmente drin haben, damit die Blitze im Dunkeln leicht glühen.

Ich hatte 2017 und ’18 ne ziemlich produktive Epoxidharzexperimentierphase, seitdem ist es um das Thema etwas ruhiger geworden. Der Punkt ist: Ich hab noch nen Rest Harz & Härter da, grüne Leuchtpigmente auch. Kurz vorm Abendessen war noch ne halbe Stunde Zeit…

Lange Rede, kurzer Sinn, es entstanden drei Probierstücke, die jetzt über Nacht härten. Hoffentlich.

Harz & Härter weren im Verhältnis 100:55 gemischt. Idealerweise rührt man so vorsichtig, dass keine/kaum Luftblasen reinkommen. Je wärmer es dabei ist, desto dünnflüssiger das Epoxy und desto weniger Blasen bleiben bis zum Aushärten drin. Aktuell ist es in der unbeheizten und nciht isolierten Werkstatt gerade so warm genug, aber das Zeuch blieb ziemlich zäh. Es werden also definitiv Blasen drin bleiben, alles andere würde mich überraschen. Man bekommt die Blasen gut raus, wenn man vorsichtig mit einer Heiluftpistole drüberfönt, aber da ich bis auf das Brett keine geraden Probierstücke verwende, würde mir das warme Harz noch mehr an den Seiten runterlaufen.
Das Leuchtpigment. Fragt mich nicht nach der Dosierung, ich habe einfach einen ordentlichen Schwubb reingekippt…
…und verrührt. Richtig fies sieht das Zeug aus. Wenn jetzt ne Spinne davon nascht und mich dann beißt, kann ich direkt bei Marvel anrufen.
Probierstück Eins. Hier wische ich soviel Harz wie möglich von der glatten Oberfläche wieder ab, sodass sich der Leuchteffekt später mal im Wesentlichen nur auf die Blitzkanäle beschränkt.
Die beiden anderen Stücke haben in der Fläche mehr Harz drauf behalten, d.h. die werden mal flächiger leuchten.

…so, und jetzt muss das Zeuch trocknen bzw. härten. Jetzt isses noch ziemlich kühl und weil das nur ganz wenig Epoxy ist, kommt auch nicht viel Reaktionswärme dazu. Daher wird das mindestens 24h brauchen bis es richtig hart ist, vermutlich länger.

Follow-up, 24h später:

So richtig schick sieht das jetzt auf den ersten Blick nicht aus.

Auf den zweiten auch nicht.

Also… als Deko-Okjekte taugen die so nich. Jedenfalls nicht ohne weitere Maßnahmen. Ich würde das Holz nochmal flächig abschleifen und ne zweite Schicht Epoxy draufmachen. Mal sehn. Aber abschleifen geht erst, wenn ich in der Werkstatt ne vernünftige Lösung zur Absaugung habe. Ich bin weder Chemiker noch Onkologe, aber Schleifstaub aus Epoxydharz ist vermutlich eher nur so mittelgesund.

So, und jetzt ab unters UV-Licht! Ich hab ne Taschenlampe mit recht starken UV-LED’s, mit der lade ich die Stücke auf.

Feuer frei! :o)

Geil, nor? (c:

Hier noch ein bisschen eye candy, weil’s so schön ist:

So’n richtig schönes Brennstab-Grün, oder? Das willste dir doch direkt ins Haus holen! (c:

Mir ist klar dass der normale „Anwendungsfall“ als wohnungsinternes Deko-Objekt anders aussieht. Das staht da irgendwo aufm Highboard „als Kunst“ rum, oder hängt an der Wand. Da kommt im besten Fall kurz vorm Dunkelwerden die Westsonne drauf, und wenn’s dann tatsächlich dunkel geworden ist, glüht das noch ein bisschen nach. Man erkennt’s, aber so intensiv wie auf den Fotos isses definitiv nicht. Oder man macht die Zimmerbeleuchtung an, aber das wirkt sicher nicht so stark „aufladend“. Und so richtig dunkel isses drinnen ja eh selten – jedenfalls dann, wenn man das Dekoobjekt bewundern will.

Hm…

Also beim genaueren Drübernachdenken erschließt sich mir der Sinn solcher phosphorisz…. fosforis… also solcher nachleuchtenden Dekosachen auf einmal gar nicht mehr so richtig: Wann und wie will ich die denn eigentlich bewundern? Das geht ja nur, wenn’s dunkel ist und vorher hell war! Also in der Regel abends, es sei denn man wohnt in Polarkreisnähe.

OK, Gedankenspiel::

Da steht also son Teil im Wohnzimmer rum, natürlich so dass ich’s vom Sofa aus sehe. Nützt ja nüscht wenn das hinter mir an der Wand rumbammelt. Jetzt sitze ich also abends aufm Sofa, die Sonne ist gerade untergegangen und ich hab ob der einsetzenen Dunkelheit ne Lampe angemacht. Seh also noch nix Spektakuläres. Meine Frau betritt den Raum, löscht das Licht und kommt zu mir aufs Sofa… damit wir beide das grün leuchtende Holz bewundern können? Srsly?

Der einzige Raum, in dem ich im Dunkeln ne Weile wach bin, ist das Schlafzimmer. Auch ohne weiteres Gedankenspiel kann sich jeder vorstellen, dass man hier des Nächtens einige Freude am grünen Dekoglühen haben kann.

Aber.

…nein, kein weiteres Gedankenspiel mit meiner Frau. Ich persönlich möchte einfach kein Epoxydharz im Schlafzimmer haben. Punktausende. Zweites Anwendungsszenario gestorben.

So, jetzt kommt ihr ins Spiel:

Helft mir mal, realistische Szenarien zu finden, unter denen Indoorglühdekoelemente Sinn ergeben. (c:

2 responses to “Lichtenberg & Leucht-Epoxy”

  1. Antje sagt:

    also, ichbin generell kein grosser Freund von Deko-Objekten, die nur gut aussehen aber keinen Nutzen haben. Aber da Du gefragt hast: ich finde, so Teile sollten suf der Terrasse (oder von der Terasse aus sichtbar im Garten) stehen /hängen. Dann kann man sich an lauen Sommerabenden, wenn den ganzen Tag die Sonne drauf geschienen hat, abends draussen sitzend noch bezaubern lassen (manche machen dann ja Kerzen/Gartenfackeln o.ä. an). Für die Tiere ist es ja nicht so toll, wenn Gärten nachts erleuchtet sind (Lichtsmog), da sie ihre Nachtruhe nicht finden/ den Schutz der Dunkelheit brauchen…aber ich denke, sooo hell sind diese Teile ja nu nicht, und auch nicht gerade die ganze Nacht, daher wären das doch tolle „Solar-Lichter“…und je nachdem, wo sie sind, kann man sie vom Wohnzimmer aus beim Blick kn den Garten auch noch sehen?

    • Der Brumme sagt:

      Wenn man solche Leuchtdinger „outdoor-tauglich“ hinbekommt, wäre das ne Möglichkeit, stimmt.

      Definitiv leuchten die nicht so hell dass sich davon irgendein Insekt gestört oder angezogen fühlt.

      Wir haben 2020 (oder wars 2019?) neue Straßelaternen bekommen, mit extrem hellen LEDs. Wenn du da nachts direkt reinguckst, haste Nachbilder auf der Netzhaut bis kurz vor Sonnenaufgang. Furchtbar. Braucht kein Mensch, nirgendwo. Nicht in der Innenstadt und erst recht nicht hier in der Vorstadt. Weiß nicht wer sich den Schwachfug wieder ausgedacht hat… Und dort siehste jede Nacht Insektenschwärme um diese Minisonnen schwirren. Eigentlich zum Heulen.

      Übrigend hab ich so ne Solar-LED-Lichterkette auf der Terrasse verbaut, die hab ich aus der Tülle einer alten Gießkanne raushängen lassen. Sieht wunderschön kitschig aus, aber das ist nicht hell genug um die Insekten nächtens zu stören oder anzulocken. Vermutlich sind die alle bei den Straßenlampen.

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