Obst dörren, oder: Wie Dörrothea unsere Erdbeeren veredelt

Die letzte Juniwoche brachte uns den Start der Erdbeerernte, endlich! (c:

Völlig erwartungsgemäß waren die Gartenzwerge anfangs total begeistert und halfen auch hochmotiviert beim Ernten. Mittlerweile ist der Reiz des Neuen durch und die Ernte ist wieder in elterlichen Händen. Na gut… wäre auch ein bisschen viel erwartet.

Immerhin haben wir tatkräftige Hilfe… sort of. (c;

Derzeit sind eher die Johannisbeeren der Renner, und wir hatten das unerwartete Problem, dass die Schüsseln mit den Erdbeeren nicht komplett aufgefuttert wurden.

Das aktuelle nasse Wetter hinterlässt leider auch an den Erdbeeren seine Spuren: Einige faulen bis zur Reife, andere werden von den Schnecken angemampft.

Beides ist ärgerlich, aber den Schnecken nehme ich das inzwischen richtig übel. Stellt euch mal vor, ihr seht solche Brocken wie den hier. Gut und gerne fümpf Zentimeter lang, leuchtendes Rot, dieser Glanz… besser bekommen’s die Food Designer auch nicht hin.

Und dann pflückt ihr den voller Vorfreude.

Aber schon während ihr zugreift, merkt ihr, dass ihr einen Zonk gezogen habt…

Wenn dann die Verursacher auch noch drin sitzen und hämisch raus zu grinsen scheinen… Grrrr!

Wobei ich mich ja frage, wie soviel Erdbeere in so eine kleine Schnecke reinpasst.

Is it bigger on the inside? Eine TARDIS-Schnecke?

Eine nimmervolle Schnecke? (shoutout an alle D&D-Spieler)

Nachtrag, einen Tag später:

Ich habe heute das schwierigste Foto meines Lebens gemacht. Kein Bild hat mich jemals soviel Willenskraft gekostet!

Tatzeit: Freitag am späten Nachmittag, also zu einer der schönsten Zeiten der Woche. Die Arbeitswoche ist rum, das Wochenende steht direkt vor der Tür. Bessere Laune habe ich selten. Sonst.

Tatort: Das neue Kiwibeeren-/Erdbeer-/Knobibeet hinter’m Carport. Im Herbst frisch angelegt. Die Erdbeeren stehen dort also in ihrem ersten Jahr und tragen dementsprechend noch wenig. Nur: Das Wenige was da reif wird, futtern uns die Schnecken schneller weg als wir „Guck mal, dort ist noch eine!“ sagen können. Hmpf! )c‘:

…aber wenn ich ehrlich sei soll: Ich freue mich über das gelungene Foto. So’n Motiv muss man erstmal finden.

Und ich sag’s gern nochmal: Das Smartfon ist mein wichtigstes Gartengerät geworden. Anfangs war mir das peinlich, vor allem wenn Nachbarn Bemerkungen machen, die auf ein eher überschaubares Maß an Verständnis dafür schließen lassen, dass man (ich) mehr knipst als gärtnert. Aber hey, ist das mein Garten oder nicht? Es interessiert mich ja auch inzwischen nicht mehr die Bohne, was irgendwer denkt, wenn ich abends mit Handschuhen und ner Konservendose bewaffnet gebückt durchs Beet schleiche. Die wissen nicht, dass ich Schnecken jage – ich mag mir gar nicht vorstellen, was die sich da ausmalen! (c:

Aber zurück zum Dörren – Ende des Nachtrags!

Glücklicherweise blieben noch mehr als genug für uns übrig, und so haben wir abends, als die Gartenzwerge schliefen, die Erbeeren geschnippelt und an Dörrothea übergeben:

Dörrothea von Beeketal lebt seit letztem Herbst bei uns und ist ein geschätztes Familienmitglied geworden.

Alles zusammen also vier Gitter Erdbeeren, dazu zwei vollreife Mangos und eine halbe Ananas, die das Etikett „ich bin noch gut“ trug und uns neulich über den Weg lief. Dörrothea wurde auf 24 Stunden und 40°C eingestellt und begann leise zu schnurren. Schon nach einer halben Stunde verbreitete sich ein herrlich fruchtiger Geruch im Haus, früh morgens war das Aufstehen nur halb so schlimm wie sonst (erstes Probenaschen!) und am Nachmittag waren die Chips fertig.

Aber!

Ich hatte die Erdbeeren extra direkt auf die Gitter gelegt und gerade nicht auf das Dauerbackpapier, weil ich letzteres nicht mit hartnäckigen Erdbeerflecken besudeln wollte. Klar, das wäre nur ne optische Sache gewesen, aber trotzdem… Und nein, ich bin nicht penibel! (c;

War natürlich grundfalsch. Also nicht das mit der brummschen Penibilität jetzt. Den Denkfehler mit dem Gitter meine ich. Ich hätte mich an das 2020er Erdbeerchipsdesaster erinnern sollen, aber neiiiin – ich musste ja unbedingt denselben Fehler zweimal machen. Kurz: Die Chips klebten wie blöde am Gitter und ließen sich nur mühsam mit einem Messer abkratzen. Ne halbe Stunde Knibbel-Arbeit für vier Gitter… Und am Ende ein Literglas, das zu knapp einem Viertel gefüllt ist:

Das Foto täuscht, das Häufchen ist größer als es auf dem Bild scheint.
Trotzdem isses rein optisch nicht wirklich beeindruckend.

…na gut, lasst uns besser direkt von oben ins Glas gucken.

Es kommt immer auf die Perspektive an, seht ihr? (c;

Aber im Ernst: Trockenobst ist bei uns zuverlässig der Renner. Die Gartenzwerge können davon nie genug kriegen, nie. Das Zeug ist ja nicht nur schön schnurpsig geworden – durch das rausgezogene Wasser intensiviert sich ja der Geschmack wie verrückt. Erdbeeren schmecken erdbeeriger, Tomaten schmecken tomatiger… you get the point.

Pflaumen beispielsweise: Entkernen, ab in den Mixer und anschließend die Pampe in einer ca. 10cm dicken Schicht auf’s Gitter – vorher natürlich Dauerbackpapier drauflegen! – und ab ins Gerät. Nach einem Tag habt ihr Pflaumenleder, eine konzentrierte, kaugummiartige Köstlichkeit. Der Hammer!

Haltbar ist das jetzt bis Sankt Nimmerlein, jedenfalls hypothetisch. Ich gehe davon aus, dass die Erdbeeren die kommende Woche nicht erleben werden. Aber in Kombination mit einem Vakuumiergerät kann man so ne Menge Ernteerträge haltbar machen, vor allem platzsparend. Vom Energieverbrauch her ist das vermutlich nicht sooo viel schlimmer als Einkochen. Sagt der Laie.

Irgendwann hänge ich auch mal den Energiemengenzähler zwischen Dörrothea und Steckose – ich will schon lange mal wissen, wieviel sie tatsächlich zieht. Das Handbuch behauptet dausend Watt, aber das werden die Maximalwerte sein – wenn ich die Temperatur auf 40°C begrenze (weil unter 42°C die Vitamine erhalten bleiben sollen, habsch irgendwann mal gelesen), dann sollte auch der Energieverbrauch …wissenschon.

Jedenfalls wird das wohl nicht der letzte Eintrag zum Thema Dörren bleiben. (c:

Kommentar verfassen